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Soziale Medien bringen die traditionelle chinesische Oper zu jungem Publikum

CRI  |  
17.08.2026

Eine neue Generation von Künstlern bringt die traditionelle chinesische Oper von der Bühne in die sozialen Medien, erreicht damit ein junges Publikum und haucht der jahrhundertealten Kunstform neues Leben ein.

Für die junge Peking-Oper-Darstellerin Qi Zilu sind soziale Medien zu einer anderen Art von Bühne geworden: Es gibt keine Vorhänge, kein volles Theater, nur eine Kamera, einen Bildschirm und ein Publikum, das von seinen Handys aus zuschaut.

Qi sagt: „Ich habe 2020 mit dem Livestreaming begonnen. Die Peking-Oper gehört auf die Bühne, aber soziale Medien helfen uns, Menschen zu erreichen, die vielleicht nie ein Theater betreten würden. Als junge Künstlerin möchte ich jede mögliche Plattform nutzen, um diese traditionelle Kunst einer neuen Generation näherzubringen.“

Auf der Bühne wurden die Regeln der Peking-Oper über Generationen hinweg verfeinert, aber im Internet gelten andere Regeln: Die Videos sind kürzer. Das Publikum scrollt schnell und die Künstler haben nur Sekunden, um jemanden zum Innehalten und Zuschauen zu bewegen.

Aber das könnte auch ein Teil der Anziehungskraft sein, denn manchmal reichen ein paar Sekunden auf einem Handy, um jemanden an einen ganz anderen Ort zu führen.

Qi sagt, einige Follower, die die Peking-Oper zuerst durch ihre Videos entdeckt hätten, hätten sie anschließend dort erlebt, wo sie begonnen habe – im Theater.

„Einer meiner Follower ist in den 2000er-Jahren geboren. Er hat die traditionelle Oper durch meine Livestreams entdeckt und war von den Kostümen und dem Make-up fasziniert. Heute ist er nicht nur ein Opernfan – er ist tatsächlich ein professioneller Maskenbildner geworden“, so die junge Künstlerin.

Aber ein neues Publikum zu erreichen, wirft auch eine alte Frage auf: Wie weit kann sich die Tradition verändern, bevor sie etwas anderes wird? Für Qi darf sich das Format weiterentwickeln, die Grundlagen dürften sich jedoch nicht ändern. Sie sagt: „In den sozialen Medien hat man nur drei Sekunden, um die Aufmerksamkeit von jemandem zu gewinnen. Das Tempo und das Format können sich ändern, aber die Grundlagen der traditionellen chinesischen Oper dürfen sich niemals ändern.“

Für eine Generation, die es gewohnt ist, die Welt mit einem Wischen nach dem anderen zu entdecken, beginnt die Peking-Oper vielleicht nicht mehr mit einer Theaterkarte, sondern mit einem Video auf einem Handy. Doch Qi hofft, dass, auch wenn sich die Bühne verändert, ihre Kunst die Menschen noch lange nach dem Weiterwischen fesseln kann.


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Quelle: CRI

Schlagworte: Medien,Oper,Künstler