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Versorgungssicherheit

China baut Öl- und Gasversorgung sowie CO₂-Speicherung aus

german.china.org.cn  |  
21.08.2026

Beijing verschärft den Kurs in der Energiepolitik: Mit dem neuen Fünfjahresplan für die Erdöl- und Erdgasentwicklung will China seine nationale Versorgungssicherheit stärken und gleichzeitig die grüne Transformation und Dekarbonisierung des Rohstoffsektors vorantreiben. Im Zentrum der Strategie stehen der Ausbau der heimischen Förderung, die Erweiterung der Transportinfrastruktur sowie der großflächige Einsatz von CO₂-Speichertechnologien.

Der von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und der Nationalen Energiebehörde (NEA) vorgelegte Fünfjahresplan gilt für den Zeitraum 2026 bis 2030. Bis 2030 soll die inländische Öl- und Gasversorgung auf 440 Millionen Tonnen Öläquivalent steigen. Der Plan deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Exploration und Erschließung über den Netzausbau bis hin zu strategischen Reserven und der Dekarbonisierung des Sektors.

Ausbau der Transportnetze und Diversifizierung der Importwege

Um die Resilienz der Wertschöpfungskette nachhaltig zu erhöhen, ist ein zügiger Ausbau der Transportwege vorgesehen: Bis 2030 sollen 20.000 Kilometer neue Fernleitungen entstehen. Damit soll das nationale Öl- und Gaspipelinenetz auf insgesamt 220.000 Kilometer wachsen.

Parallel dazu diversifiziert China seine internationalen Importkanäle. Die LNG-Entladekapazität der Empfangsterminals soll auf 200 Millionen Tonnen pro Jahr steigen, während die Transportkapazität der grenzüberschreitenden Onshore-Pipelines künftig 114 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich erreichen soll.

Veränderte Nachfragedynamik und Ausbau der Gasspeicher

Nach Einschätzung von Dai Jiaquan, Chefvolkswirt des Forschungsinstituts der China National Petroleum Corporation (CNPC), setzt der neue Fünfjahresplan im Vergleich zur vorangegangenen Planperiode auf Fortschritt bei Wahrung der Stabilität. Die Strategie verbinde zwei Kernaufträge: die Gewährleistung der nationalen Energiesicherheit und die Beschleunigung einer kohlenstoffarmen Entwicklung.

Auf der Verbrauchsseite rechnet Dai mit einer deutlichen Ausdifferenzierung des Marktes: Während die chinesische Nachfrage nach Rohöl noch vor 2030 ihren Höchststand erreichen dürfte, bleibt Erdgas als sauberer Brückenenergieträger auf absehbare Zeit ein zentraler Wachstumstreiber der Energiewende.

Um Markt- und Angebotsschwankungen abzufedern, sieht der Plan den kontinuierlichen Ausbau der Gasspeicher vor. Bis 2030 soll deren Kapazität mehr als 13 Prozent des landesweiten Erdgasverbrauchs entsprechen. Obwohl dieser Prozentwert gegenüber dem vorherigen Fünfjahresplan unverändert wirkt, bedeutet er in absoluten Zahlen eine erhebliche Erhöhung der Erdgasreserven, da der Gesamterdgasverbrauch des Landes kontinuierlich steigt.

Dekarbonisierung und CO₂-Nutzung

Neben der klassischen Versorgungssicherheit spielt die grüne Modernisierung des Sektors eine zentrale Rolle. Bis 2030 soll das jährliche Verpressungsvolumen von Kohlendioxid durch Projekte zur Abscheidung und Speicherung bzw. Nutzung und Speicherung von CO₂ (CCS bzw. CCUS) auf zehn Millionen Tonnen steigen. Der Fünfjahresplan setzt zudem auf eine breite Verzahnung der traditionellen Öl- und Gaswirtschaft mit erneuerbaren Energien an – darunter Wind- und Solarkraft, Geothermie, grüner Wasserstoff sowie neuartige unterirdische Energiespeicher.

Dai bezeichnet CCS und CCUS als unverzichtbares Sicherheitsnetz zur Emissionsminderung fossiler Brennstoffe. Der großflächige Einsatz dieser Technologien sei ein unaufhaltsamer Trend und biete den Rohstoffkonzernen zugleich enorme wirtschaftliche Chancen: Die CO₂-Verpressung erhöht die Ausbeute bei der Rohölförderung deutlich. Darüber hinaus lassen sich erschöpfte Lagerstätten als Speicherraum für Industriebetriebe nutzen, die nach Wegen zur Dekarbonisierung suchen – wodurch wertvolle Potenziale im Untergrund branchenübergreifend erschlossen werden.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: China,Öl,Gasversorgung,CO₂-Speicherung