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„Wir sind zurück!“

Nexperia China meldet Durchbruch nach niederländischem Lieferstopp

german.china.org.cn  |  
25.08.2026

Nach dem Stopp der Wafer-Lieferungen aus den Niederlanden hat Nexperia China innerhalb von weniger als elf Monaten eine weitgehend unabhängige lokale Chipfertigung errichtet. Manager und Branchenexperten sehen darin eine wachsende Widerstandsfähigkeit der chinesischen Halbleiter-Lieferkette gegenüber externen Störungen.

Am Sonntagnachmittag trat die Führung von Nexperia China bei einer Produktpräsentation in Shanghai erstmals seit Beginn der Krise Ende vergangenen Jahres wieder gemeinsam vor die Presse. „Wir sind zurück!“, verkündete CEO John Chang. Das Unternehmen nähere sich bei der Chipfertigung inzwischen einer Lokalisierungsquote von nahezu 100 Prozent.

Im Oktober 2025 hatte die niederländische Regierung unter Verweis auf Fragen der „nationalen Sicherheit“ in den Betrieb des Halbleiterherstellers eingegriffen, der im Besitz des chinesischen Konzerns Wingtech Technology steht. Dadurch wurde Wingtech weitgehend von der Kontrolle über Nexperia ausgeschlossen. Nur wenige Wochen später kappte die niederländische Nexperia-Zentrale die Belieferung des chinesischen Werks mit Wafern. „Wir wurden von der Waferzufuhr abgeschnitten, Systeme gingen offline und der Zugriff auf Daten der Zentrale war gesperrt. Wir hatten zwar Aufträge, Kunden und Vertrauen – aber kein Material zur Verarbeitung“, erinnerte sich Chang.

Um einen Produktionsstillstand abzuwenden, leitete Nexperia China eine dreistufige Restrukturierung ein. Zunächst spaltete sich die chinesische Einheit vom Mutterkonzern in den Niederlanden ab und installierte eine eigenständige Betriebsinfrastruktur. In einem zweiten Schritt sicherte sich das Unternehmen Verträge mit heimischen Wafer-Lieferanten. Schließlich nutzte Nexperia China die 12-Zoll-Wafer-Kapazitäten strategischer chinesischer Partner, um direkt von den älteren 6- und 8-Zoll-Standards auf moderne 12-Zoll-Fertigungsverfahren umzusteigen.

Nach Angaben von Chang bedeutet dies einen deutlichen Sprung bei Produktionskapazität und Qualität. Zudem hätten sich die Entwicklungszyklen neuer Produkte von 36 Monaten auf neun bis zwölf Monate verkürzt. „Unsere Verselbstständigung richtet sich gegen niemanden, sondern dient nur dem Schutz unserer Kunden. Für sie bedeutet die Entscheidung für Nexperia China maximale Versorgungssicherheit“, betonte Chang.

Im Februar hatte China die Niederlande aufgefordert, günstige Bedingungen für eine möglichst rasche Beilegung der internen Streitigkeiten bei Nexperia zu schaffen und die Stabilität der globalen Wertschöpfungs- und Lieferketten zu wahren. Im Juli vereinbarten beide Seiten, die Beilegung der geschäftlichen Streitigkeiten durch Konsultationen zu erleichtern. Ungeachtet der anhaltenden Herausforderungen lieferte Nexperia China eigenen Angaben zufolge in den vergangenen elf Monaten mehr als 40 Milliarden Chips an Tausende Kunden weltweit – ohne einen einzigen Qualitätsvorfall.

He Hui, Direktorin für Halbleiterentwicklung beim britischen Marktforschungsinstitut Omdia, ordnete den Fall wie folgt ein: Chinas Halbleiterindustrie habe in den vergangenen Jahren fundamentale Fortschritte erzielt. In Krisenfällen diene sie den heimischen Unternehmen somit als effektiver Puffer. Dennoch seien bei einigen Schlüsseltechnologien weitere Durchbrüche erforderlich.

Wang Wen, Dekan des Chongyang-Instituts für Finanzstudien an der Renmin-Universität China, warnte vor einer Politisierung der Branche. Blockbildung und staatliche Interventionen würden die globalen Lieferketten zerschneiden und die Kosten deutlich erhöhen. Nur durch eine Verringerung marktferner Eingriffe könne der technologische Fortschritt weltweit wirklich vorangebracht werden und es könne sichergestellt werden, dass seine Vorteile allen zugutekämen.

Die Entwicklung bei Nexperia fügt sich in einen breiteren Branchentrend ein. So hat das Analysehaus Omdia seine Prognose für den chinesischen Halbleitermarkt im Jahr 2026 deutlich angehoben und rechnet nun mit einem Marktvolumen von 812,08 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 92,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem stiegen integrierte Schaltungen im Juni erstmals zum wichtigsten Exportgut Chinas auf. Laut Daten der chinesischen Hauptzollverwaltung erreichte der Ausfuhrwert von Mikrochips im ersten Halbjahr mit 177,28 Milliarden US-Dollar ein Rekordniveau, was einem Zuwachs von 96,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

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Quelle: german.china.org.cn

Schlagworte: Nexperia,Lieferstopp,Wafer,China,John Chang