Dienstleistungshandel
„China Services“ treffen die Welt auf der CIFTIS 2026
Betritt man in diesem Jahr während der China International Fair for Trade in Services (CIFTIS) im Beijinger Shougang-Park die Ausstellungshalle zum Thema Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), fallen einem zuerst KI-Modelle ins Auge. Ein quelloffenes KI-Großmodell mit einer Billion Parameter – das erste seiner Art, das vollständig auf einem inländischen Rechencluster mit 10.000 GPU-Karten trainiert und betrieben wird – feiert seine öffentliche Premiere. Daneben wird ein KI-Modell namens „Logistics Super Brain“ vorgestellt, das mit Robotern für globale Lieferkettenlösungen kombiniert wird.

Am ersten Tag der China International Fair for Trade in Services (CIFTIS) kommen viele Besucher an. (Foto vom 9. September 2026, Li Xin/Xinhua)
Dies ist die erste CIFTIS in der Phase des neuen 15. Fünfjahresplans Chinas (2026–30). Zum ersten Mal gibt es auf der Hauptausstellung einen eigenen Bereich für „China Services“-Fallbeispiele, in dem über 140 innovative Fälle aus allen 12 Kategorien des Dienstleistungshandels zusammengeführt werden. Fast 40 Prozent davon drehen sich um KI, große Modelle und intelligente Agenten. Neben Telekommunikation präsentiert der Bereich auch Beidou-Satellitennavigationsdienste (BDS), Cloud-Plattformen für Quantencomputing und sogar wiederverwendbare Raketenstartdienste.
Die Einrichtung dieses Bereichs signalisiere, dass chinesische Unternehmen zunehmend auch Algorithmen, digitale Intelligenz und Produktivitätslösungen exportieren, die bereits Branchen weltweit umgestalten, sagten Teilnehmer.
Wissensintensive Dienstleistungen treiben zunehmend Chinas Dienstleistungsexporte an. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten die gesamten Dienstleistungsimporte und -exporte des Landes 3,8 Billionen Yuan (etwa 566,2 Milliarden US-Dollar), ein Anstieg von 8,3 Prozent im Jahresvergleich, wie das Handelsministerium mitteilte. Bemerkenswert ist, dass die Dienstleistungsexporte um 17,6 Prozent wuchsen und damit zu einer wichtigen Triebkraft des Außenhandelswachstums wurden.
Während China zum Verkäufer wird, geht der Wandel noch tiefer: China verkauft nicht nur Dienstleistungen, sondern bietet integrierte Technologien, Lösungen und Full-Cycle-Services, die die Industrien anderer Länder wettbewerbsfähiger, effizienter und nachhaltiger machen.
In der IKT-Ausstellungshalle der CIFTIS präsentierten Chinas drei große Telekommunikationsbetreiber ihre Fähigkeiten zum „Token going global“ – den Export von KI-Rechenleistung und intelligenten Anwendungen, ein Wandel vom „Verlegen von Kabeln“ zum „Exportieren von Token“.
Ihre KI-Agenten – TeleAgent von China Telecom, MobileClaw von China Mobile und UniClaw von China Unicom – feierten Premiere, zusammen mit zehn Servicepaketen, die multimodale Token-Dienste, die Stärkung der Rechenleistung für die Fertigung, KI-Qualitätsprüfung und sicheren grenzüberschreitenden Datenverkehr abdecken, wie die Global Times von den Unternehmen erfuhr.
Dies sind keine Demoprodukte. Chinesische KI-Lösungen sind bereits weltweit in realen Betrieben im Einsatz.
Zum Beispiel hatten lokale Manager in einem Werk der Sinar Mas Group, eines der größten privaten Konzerne Indonesiens, früher Mühe mit Geräteschulungsvideos in chinesischer Sprache. Die manuelle Übersetzung dauerte drei volle Tage. Mithilfe einer speziellen KI-Plattform, die auf dem Jiutian-Großmodell von China Mobile basiert, generieren die Videos heutzutage dagegen automatisch indonesische Untertitel oder Voiceovers. In der Folge verstehen die Mitarbeiter die Anweisungen sofort, was die Effizienz deutlich steigert, wie Medien berichten.
Laut einem im Juni veröffentlichten Bericht von PwC gehört China zu den globalen Spitzenreitern bei der effektiven Anwendung von KI in der realen Wirtschaft. Liu Yaxiao, Leiter des neuen AI Innovation Center von PwC China in Shanghai, ließ wissen, dass immer mehr ausländische Kunden Chinas quelloffenes KI-Ökosystem in ihre digitalen Upgrades integrieren.
„KI durchdringt jetzt alle Dienstleistungssektoren, mit bemerkenswerten Verbesserungen bei Effizienz, Distribution und Timing“, sagte Bruno Masier, Präsident der World Trade Point Federation, der bislang an jeder Ausgabe der CIFTIS teilgenommen hat, am Mittwoch gegenüber der Global Times.
Er lobte Chinas Führungsrolle bei der Öffnung seines Dienstleistungsmarktes und der Unterstützung des Freihandels und betonte, dass China heute oft als Vorbild für andere Länder diene.










