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Chinesisch-deutsche Finanzbeziehungen sollen vertieft werden

People.cn  |  
18.09.2026

China und Europa sollten ihre finanzielle und wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken, anstatt zuzulassen, dass Differenzen ihre Beziehungen belasten. Dies betonten Vertreter aus Politik und Wirtschaft auf dem zweiten chinesisch-europäischen Finanzgipfel in Beijing und hoben dabei die Widerstandsfähigkeit grenzüberschreitender Investitionen sowie die wachsenden Kooperationsmöglichkeiten zwischen den beiden Märkten hervor.

„Es ist offensichtlich, dass China und Deutschland durch den Handel und das globale Finanzsystem eng wirtschaftlich miteinander verflochten sind“, sagte Martin Wieland, ständiger stellvertretender Generaldirektor für den Bereich Märkte bei der Deutschen Bundesbank, am Dienstag in seiner Grundsatzrede auf dem Gipfel.

„Wir mögen uns nicht in allen Punkten einig sein, aber Meinungsverschiedenheiten in bestimmten Bereichen sollten nicht unsere gemeinsamen Interessen untergraben“, so Wieland. Er fügte hinzu, dass beide Länder in einer Weltwirtschaft, die in isolierte Blöcke zerfällt, schlechter dastehen würden, während sie beide von „umsichtigen und verlässlichen Regelungen für Handel und Finanzmärkte“ profitieren könnten.

Zentralbanken spielten eine wichtige Rolle bei der Förderung widerstandsfähiger und gut funktionierender Finanzmärkte, erklärte er. Seine Kernbotschaft an den Gipfel lautete, dass Widerstandsfähigkeit und internationale Zusammenarbeit „Hand in Hand gehen können“ und sich nicht gegenseitig ausschließen müssen.

Die Veranstaltung wurde von der Bank of China und dem deutschen Fondsverband BVI in Beijing organisiert. Sie zog mehr als 270 Gäste an, darunter Vertreter der Chinesischen Volksbank, des Beijing Financial Street Services Bureau, der Deutschen Bundesbank und der EU-Delegation in China sowie Vertreter von fast 90 Finanzinstituten und Branchenverbänden.

Der Gipfel fand vor dem Hintergrund statt, dass deutsche Unternehmen weiterhin stark in China vertreten sind. Rund 5.000 deutsche Firmen sind in China tätig, etwa zwei Drittel davon im verarbeitenden Gewerbe. Rund 80 Prozent gelten als kleine oder mittlere Unternehmen.

Auch deutsche Unternehmen blicken optimistischer auf die chinesische Wirtschaft. Mehr als ein Drittel der Mitgliedsunternehmen der Deutschen Auslandshandelskammer in China äußerte sich positiv über die Aussichten für das zweite Halbjahr – ein Anstieg gegenüber den 15 Prozent im Vorjahr, sagte Oliver Oehms, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der AHK China (Nordchina).

Mehr als die Hälfte der Mitgliedsunternehmen plane, ihre Investitionen in China in den kommenden zwei Jahren zu erhöhen. Dieser Anteil sei seit einigen Jahren stabil und verzeichnete Anfang dieses Jahres einen leichten Anstieg, so Oehms. Er fügte hinzu: „China ist für deutsche Unternehmen offensichtlich nicht mehr nur Absatzmarkt oder Produktionsstandort. Es entwickelt sich zunehmend zu einem Ausgangspunkt für globale Produktstrategien und Innovationen. Deutsche Unternehmen in China sind Teil dieser Entwicklung.“

Die Expansion chinesischer Unternehmen in Drittmärkte – oft als „Going Global“ bezeichnet – erweist sich laut der jüngsten, vergangene Woche veröffentlichten Umfrage der Kammer ebenfalls als große Chance für deutsche Unternehmen in China. Mehr als zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen nannten diesen Trend als ihre wichtigste Geschäftschance.

„Wir bei der Deutschen Auslandshandelskammer glauben an die Kraft von Partnerschaften, nicht an Nullsummenspiele“, sagte Oehms. Er bezeichnete die weltweite Expansion chinesischer Unternehmen als Beispiel dafür, wie Win-win-Situationen entstehen können, da sich die Stärken und das Fachwissen chinesischer und deutscher Unternehmen oft ergänzten.

„Wettbewerb kann, wenn er fair und transparent ist, ein Motor für Effizienz und Innovation sein.“

Huang Xueling, Executive Vice President der Bank of China (BOC), erklärte, die wirtschaftliche, handelspolitische und finanzielle Zusammenarbeit zwischen China und Europa habe sich weiter vertieft.

Die BOC werde ihr Auslandsnetzwerk, das sich über 64 Länder und Regionen erstreckt, verstärkt nutzen, um die Wirtschafts-, Handels- und Finanzbeziehungen zwischen China und Europa zu fördern, so Huang. Die Bank strebe an, grenzüberschreitende Finanzierungen und Investitionstätigkeiten zu stärken.

Im ersten Halbjahr wickelten die europäischen Niederlassungen der BOC internationale Transaktionen im Wert von mehr als 550 Milliarden US-Dollar ab, während das Volumen der in China zur Unterstützung europäischer Länder ausgestellten Garantien 10,6 Milliarden US-Dollar erreichte.

Die Bank werde weiterhin europäische Unternehmen bei Investitionen in China sowie chinesische Unternehmen bei ihrer Expansion in Europa unterstützen, erklärte Huang.

Zudem strebt die BOC eine Vertiefung der Verbindungen zwischen den chinesischen und europäischen Kapitalmärkten an. Im Juni fungierte sie als federführende Emissionsbank bei der Ausgabe einer Staatsanleihe des chinesischen Finanzministeriums in Luxemburg im Wert von 5 Milliarden Euro (5,77 Milliarden US-Dollar).

Die Bank plane, ihr Angebot an Finanzdienstleistungen in den Bereichen beiderseitige Investitionen, Anleiheemissionen, Verwahrung und Abwicklung sowie Risikomanagement auszubauen, so Huang.

Darüber hinaus werde sie die internationale Nutzung der chinesischen Währung vorantreiben, die Zusammenarbeit innerhalb des Finanzökosystems stärken und die weitere finanzielle Öffnung zwischen China und Europa unterstützen.

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Quelle: People.cn

Schlagworte: Finanzbeziehungen,China,Deutschland