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22. 10. 2008 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Agricultural Bank of China bekommt 19 Milliarden US-Dollar für Umstrukturierung

Die Agricultural Bank of China wird 19 Milliarden US-Dollar von Central Huijin erhalten, um seine Reform zu einer Aktiengesellschaft zu beginnen. Das ist die letzte unter den vier großen Staatsbanken, welche diese Reform noch nicht durchführt hat.

Mit der staatlichen Agricultural Bank of China (ABC) steht nun auch bei der letzten der vier großen Geschäftsbanken Chinas die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vor der Tür. Die Central Huijin, die zur China Investment Corporation gehört, will Geldmittel im Wert von 19 Milliarden US-Dollar in die Bank investieren, um danach 50 Prozent der Aktienanteile zu halten. Das chinesische Finanzministerium behält die andere Hälfte der Aktienanteile.

Diese Umwandlung in eine Aktiengesellschaft bereitet den Börsengang vor. Dieser könnte bereits im nächsten Jahr stattfinden, meint Guo Tianyong, Professor der chinesischen Central University of Finance and Econonic. Die Umstrukturierung gehört zu einem Regierungsprogramm, das seit Jahren die Staatsbanken nach dem Vorbild moderner Geschäftsbanken verwandelt. Mit Investitionen sollen faule Kredite verringert werden, damit sie an die Börse gehen können.

Die Pläne für die Aktienreform der ABC wurden gestern auf einer Konferenz des chinesischen Staatsrats unter dem Vorsitz des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao erlassen. Auf der Konferenz heißt es, die Zeit ist reif für eine Aktienreform. Ihr Ziel sei die Gestaltung eines modernen Finanzunternehmens.

Weitere Finanzdienstleistungen für Bauern.

Ebenfalls wurde die Agricultural Bank of China aufgefordert, während ihrer Reform die Filialen und Geschäfte in den ländlichen Gebieten zu stabilisieren. Die Bank solle den Schwerpunkt auf die ländlichen Finanzdienstleistungen legen und die Kreditvergabe an die ländlichen Gebiete fördern. In den letzten Jahren hatte die ABC die Zahl seiner Filialen in kleinen Kreisen verringert. Trotzdem befinden sich 51 Prozent seiner 24.200 Filialen in Kreisen oder Gemeinden. In diesem Bereich ist Agricultural Bank of China unter Chinas Banken am stärksten.

Als eine Geschäftsbank muss sich ABC um seinen Gewinn kümmern. Sie hat bereits 1300 Filialen ausgewählt, deren Geschäftsschwerpunkte weiterhin in ländlichen Gebieten liegen. Die anderen Filialen könnten die Geschäfte mit der Landwirtschaft abbauen.

Viele Analysten meinen, Finanzdienstleistungen für Bauern bedeuten heute nicht mehr Verlust oder niedrigen Gewinn. China fördert nun den Aufbau der neuen sozialistischen Dörfer und die Entwicklung moderner mechanisierter Agrarwirtschaft, die eine starke Finanzierung braucht und großen Profit abwerfen kann. Xiang Junbo, Geschäftsführer der Agricultural Bank of China sagte, nach der Reform soll ABC ein Vorbild für große Geschäftsbanken werden, die Finanzdienstleistung an Bauern und in den Dörfern anbieten. Manche Analysten sind jedoch anderer Meinung. Sie glauben, für eine börsennotierte Firma entstünde ein Widerspruch zwischen Profitstreben und Finanzdienstleitung für die Bauern.

Die Agricultural Bank of China wurde 1979 gegründet, um die über 800 Millionen Bauern in China mit nötigen Krediten zu versorgen. Bis Ende 2007 erreichten seine notleidenden Kredite 818 Milliarden Yuan (Milliarden Euro). Die NPL Rate lag bei 23,5 Prozent. Chinesen bezeichnen die Bank of China, die Industrial and Commercial Bank of China, die China Construction Bank und die Agricultural Bank of China als die „vier großen staatseigenen Geschäftsbanken“. Die anderen drei haben sich bereits zwischen 2003 und 2005 in eine Aktiengesellschaft verwandelt und sind in Shanghai und Hong Kong börsennotiert.

Quelle: Xinhua

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