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| 01. 09. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die USA müssen den Dollar stützen und sich um seine Gläubiger kümmern, um die Welt finanziell stabil zu halten.

Führende Ökonomen haben die Vereinigten Staaten dazu aufgefordert, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die 800 Milliarden US-Dollar (570 Milliarden Euro) großen Bestände Chinas an US-Staatsanleihen zu schützen. Grund dafür sind die weit verbreiteten Sorgen, dass die amerikanischen Maßnahmen zum Kampf gegen die Finanzkrise bloß zu einer weiteren Kreditblase führen würden. "Bis jetzt konnte weder die US-Regierung noch die amerikanische Notenbank China Details über die Maßnahmen gegen die Finanzkrise liefern. Sie versicherten nicht, dass es nicht wieder große Kapitalverluste in Chinas Fremdwährungsanlagen geben würde", sagte Yu Yongding, ein renommierter Ökonom der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, im Interview mit China Daily. Die chinesische Regierung teilt die Auffassung des Ökonomen – Premierminister Wen Jiabao drückte wiederholt seine Besorgnis zu dem Thema aus. Yu betonte die Wichtigkeit der Thematik auch in seinem Grundsatzpapier an einem Wochenendforum des Brookings Institutes in Washington und des Chinesischen 50 Ökonomenforum, einer Beijinger Denkfabrik.
Ökonomen beider Organisationen besprachen Gegenmaßnahmen gegen die Finanzkrise, Handelsprotektionismus und die Klimaerwärmung. Diese Themen werden alle zusammen mit Yus Sorgenkind weit oben auf der Liste des US-Präsidenten Barack Obama und Präsident Hu Jintaos stehen, wenn sie sich am kommenden UN-Klimagipfel in New York dieses Jahr mit den G20-Staaten in Pittsburgh im September treffen. Yu erklärte, dass die USA bereits versucht hätten, China zu versichern, dass die 2,1 Billionen Dollar (1.5 Billionen Euro) Fremdwährungsreserven sicher seien und der US-Dollar stark bleiben würde. "Doch niemand weiß, ob die USA in einer Verzweiflungsreaktion der Versuchung widerstehen werden, ihre Schulden einfach weg zu inflationieren", gab Yu in seinem Papier zu bedenken. China habe viele Möglichkeiten verpasst, seine Fremdwährungsreserven zu diversifizieren, doch es gäbe noch Verhandlungsspielraum mit der US-Regierung um Lösungen für die hohe Anlagesumme zu finden.
Eswar Prasad, Handelsrechtsprofessor an der Cornell Universität und leitendes Mitglied des Brookings Institutes, ist der Auffassung, dass China kurzfristig gesehen an seine Exportabhängigkeit gebunden sei. Es sei unwahrscheinlich, dass China aggressiv versuchen werde, sich seiner Dollarreserven zu entledigen, da dies eine Abwertung des Dollars zufolge haben und auch bei anderen Anlagen zu Wertverlusten führen würde. In einem Interview an dem Wochenende gab Lou Jiwei zu, dass eine Abwertung des Dollars eine nationale Krise in China bedeuten würde. Lou ist Vorsitzender der China Investment Corporation (CIC), dem über 212 Milliarden Euro schweren Staatsfonds. Die Risiken würden CIC aber keineswegs von Investitionen in den USA abhalten. Lou erklärte, CIC würde überall auf der Welt kaufen und müsse daher auch in den USA investieren, da ihre Wirtschaft und Kapitalmärkte so groß seien. Der Vorsitzende erzählte den Reportern, dass CIC ein breites Investitionsportfolio aufbaue und Produkte verwende, die sowohl gegen Inflation wie auch gegen Deflation absicherten. So soll ein Mindestertrag bei einer neuen Krise entstehen. "Wir müssen stets überall sein, da man nie weiß, was auf dieser Welt passieren wird", so Lou. CIC wurde im Dezember 2007 mit 200 Milliarden US-Dollar Fremdwährungsreserven der Zentralbank gegründet, die wiederum ihrerseits 2,1 Billionen US-Dollar Kapital verwaltet.
Auch Lou forderte die USA dazu auf, die Finanzkrise an den Wurzeln anzupacken und schnelle Maßnahmen zu ergreifen, um die 4 Billionen US-Dollar toxischer Papiere in ihren Banken loszuwerden. "Die USA sollten nicht nur viel reden, sondern auch viel tun" – sie seien beim Verwalten schlechter Anlagen geübt, so Lou. Er erinnerte, wie die USA einst China beigebracht hatten, schlechte Anlagen aus den staatlichen Banken zu entfernen, sodass die Bilanzen chinesischer Banken nun in guter Verfassung sind. "Doch nun bin ich enttäuscht, dass die USA nur lehren, selber aber nichts tun. Nur durch das Lösen fundamentaler Probleme kann die USA eine sichere Finanzwelt garantieren", so Lou.
Quelle: China Daily
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