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| 09. 02. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten Barack Obama über die chinesische Währungspolitik bei seiner Rede zur Lage der Nation zeigen, dass Obama sich nun unter Druck fühlt, nachdem er kurz zuvor versprochen hatte, die US-Exporte in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Dies würde in Amerika zwei Millionen Arbeitsplätze schaffen.
Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit ist es verständlich, dass die US-Regierung verzweifelt nach überseeischen Märkten sucht. Doch müssen US-Hersteller nicht nur im Kampf gegen die schlimmsten globalen Rezession seit Jahrzehnten ihr Bestes geben, sondern auch im Vergleich zu Bestellungen aus preiswert produzierenden Schwellenländern wettbewerbsfähig bleiben. Indem die USA nun auf unverantwortliche Weise die Währungspolitik Beijings beschuldigen, chinesischen Firmen einen unfairen Preisvorteil zu beschaffen, versuchen sie nur eine einfache, aber nicht unbedingt realistische Lösung zu finden, um die Wettbewerbsfähigkeit von US-Firmen zu steigern. Doch leider gibt es keinen einfachen Weg aus der schlimmsten Wirtschaftskrise seit den 1930er-Jahren.
Wenn die Vereinigten Staaten ihre Wirtschaft durch den Export beleben wollen, müssen sie sich mit dem großen Einkommensunterschied zwischen ihren Arbeitnehmern und dem der Angestellten aus den Schwellenländern auseinandersetzen. Ein Beispiel: Mit chinesischen Arbeitern, die nur rund ein Zehntel von dem verdienen, was ihren amerikanischen Kollegen an Gehalt verlangen, konnte General Motors im letzten Jahr in China einen großen Erfolg feiern, während das Geschäft in den USA weiterhin eine Katastrophe blieb.
Ein Missverständnis der chinesischen Währungspolitik bleibt eines, auch wenn es noch so populär ist. Bevor die USA auf ihrem Weg weiterschreiten, China zu einer Aufwertung des Yuans zwingen zu wollen, sollten sie sorgfältig überprüfen, welche Konsequenzen ein solch unüberlegtes Handeln haben kann. Eine Aufwertung des Yuan würde nicht nur zu einem Kapitalverlust der chinesischen Gelder bei US-Staatsanleihen führen, sondern auch in Zukunft die Attraktivität von solchen Käufen nachhaltig schädigen. Amerika kann nicht beides haben: Von China will es sich Gelder beschaffen, während China sein eigenes Geld gleichzeitig bei einer Aufwertung verliert. Und damit ist noch gar nicht erwähnt, welche wichtige Rolle ein stabiler Yuan gerade in Krisenzeiten für die Weltwirtschaft spielt. Die USA sollten eigentlich dankbar sein, dass China weiterhin mit seinen Devisenreserven die Schulden der USA bezahlt.
Für China, den wichtigsten ausländischen Inhaber von US-Staatsanleihen, sind die hohen Schulden der USA, die bald 14,3 Billionen Dollar erreichen, weiterhin ein Grund zur Sorge. Um diese Sorgen aus der Welt zu räumen, sollten die USA damit aufhören, Chinas Währungspolitik für die inländischen Probleme verantwortlich zu machen.
Quelle: China Daily
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