Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Wirtschaft Schriftgröße: klein mittel groß
08. 04. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

China: Keine Importbeschränkungen auf argentinisches Sojaöl

China hat Behauptungen zurückgewiesen, wonach das Land Sojaölimporte aus Argentinien beschränke. Allerdings könnten die neu von China eingeführten Qualitätsstandards zu einer Senkung der Importe aus Argentinien führen.

Ein Kunde wählt in einem Supermarkt in Zhengzhou in der Provinz Henan Speiseöl aus. [China Daily]

China hat Behauptungen zurückgewiesen, wonach das Land Sojaölimporte aus Argentinien beschränke. Die neuen Qualitätsstandards dienten der Sicherheit der Konsumenten, gab ein Beamter des chinesischen Handelsministeriums (MOFCOM) am Dienstag bekannt. Weiter sagte der Beamte, die neuen Normen könnten dazu beitragen, die Importe von Sojabohnen und Sojaöl aus Ländern wie den USA und Brasilien zu steigern. Gleichzeitig könnten sie zu einer Senkung der Importe aus Argentinien führen.

In vorherigen Berichten hatte es geheißen, dass eine chinesische Handelsbehörde Händler gebeten habe, kein Sojaöl mehr aus Argentinien zu kaufen, dem weltgrößten Sojaspeisenlieferer. "Das ist weit von der Wahrheit entfernt. China hat nicht die Händler gebeten, kein Speiseöl mehr aus Argentinien zu kaufen. Was wir gemacht haben, ist, die Qualitätsstandards für Importprodukte zu optimieren, da unsere Studien ergeben haben, dass argentinisches Sojaöl große Mengen an löslichen Rückständen enthält", so ein Mitarbeiter der Chinesischen Handelskammer für Import und Export von Lebensmitteln, Naturprodukten und Tierischen Nebenprodukten (CCCFNA). Importe aus Argentinien würden mit Sicherheit sinken, wenn das Land sich nicht an die Qualitätsnormen halte, so der Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Die CCCFNA ist dem Handelsministerium angegliedert, das die Handelsaktivitäten der inländischen Speiseölindustrie kontrolliert und verwaltet.

Am 31. März hatte das MOFCOM auf einer Handelskonferenz erklärt, die löslichen Rückstände bei der Herstellung von Sojaöl sollten nicht über 100 Teilchen pro Million liegen. Das Level der löslichen Rückstände in aus Argentinien importiertem Sojaöl liege bei rund 300 Teilchen pro Million. Das MOFCOM und die Hauptverwaltung für Qualitätskontrolle und Quarantäne reagierten am Dienstag nicht auf Fragen von China Daily über die Angelegenheit.

Der argentinische Außenminister Jorge Taiana hat gegenüber Gang Zeng, dem chinesischen Botschafter in Argentinien, seine Unzufriedenheit und seine Bedenken über die Entwicklung ausgedrückt. Das Land hat außerdem eine ranghohe Delegation an Agrarbeamten zu weiteren Beratungen über die Angelegenheit nach China entsendet. "Chinas Importe sind von gleicher Wichtigkeit für Argentinien. Die neuen Regelungen werden die argentinischen Exporte entgleisen lassen und den USA und Brasilien helfen", so Lief Chiang, Analyst bei Rabobank Shanghai. Nahezu 70 Prozent des von China importierten Sojaöls kommen aus Argentinien, gefolgt von Sojaöl-Importen aus den USA und Brasilien. China ist außerdem großer Importeur von Sojabohnen. Im Jahr 2009 kaufte das Land 42,55 Millionen Tonnen Sojabohnen und 4,6 Millionen Tonnen Sojaöl.

Von Quellen aus Argentinien heißt es jedoch, dass es nicht für jedes Land möglich sei, die neuen Qualitätsnormen einzuhalten, wie es in Berichten von Reuters heißt. Argentinien verkauft über 40 Prozent seines Sojaöls an China, und damit das 2,5-Fache der Menge, die es an Indien, den zweitgrößten Abnehmer, verkauft. Die neuen Normen werden, wenn sie in Kraft treten, Angaben zufolge zu einem Verlust von über 600 Millionen US-Dollar für Argentinien führen.

Analysten meinen, dass die Maßnahme von China auch eine Reaktion auf die wachsenden Handelsvorfälle von Argentinien gegen China im vergangenen Jahr sein könnte, bei denen es um Schuhe und Stahlrohre ging. "China hätte solche Vergeltungsmaßnahmen viel eher einführen sollen, schließlich war das Verbot chinesischer Importe Argentiniens aggressiv und verantwortungslos", so Wu Guoping, Forscher am Lateinamerika-Institut bei der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.

Quelle: China Daily

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr