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| 17. 03. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Am Dienstag wurde im Sonderprogramm für Verbraucherschutz des chinesischen Staatsfernsehens CCTV bekanntgegeben, dass der südkoreanische Autoreifenhersteller Kumho Tires bei der Produktion zuviel gebrauchte Gummis eingesetzt haben. Dieser Skandal schlägt Wellen in der chinesischen Autoindustrie.
Diesen Trick will ein CCTV-Journalist durch mehrmalige versteckte Interviews in Kumhos Werkstatt in der Stadt Tianjin entdeckt haben. Nach der Regel sollen dreimal soviele Originalgummi und einmal aufgearbeitete Gummis zum Erstellen des Laufstreifens und der Seitenwand von Reifen benutzt werden. Doch die Mitarbeiter hätten tatsächlich Gummis der zwei Arten im Verhältnis 2:1 gemischt. Die innere Schicht, bei deren Herstellung nur ein Siebtel gebrauchte Gummis eingesetzt werden darf, hätten sie durchgehend daraus produziert, zeigte eine Videoaufnahme.
Zuviel Einsatz der gebrauchten Gummis bei der Autoreifenherstellung kann die Produktqualität beeinträchtigen. Eine Anzahl von Problemen wie Aufschwellung und Explosion sind meist auf diesen Trick zurückzuführen, der zu Unfällen führen könnte. Nach einer Statistik der US-Behörde für Verkehr sollen sich 46 Prozent der Verkehrsunfälle auf der Autobahn wegen solcher Qualitätsprobleme ereignet haben. Bei 70 Prozent der Unfälle handelte es sich um Explosionen der Reifen, und bei fünf Prozent käme es zu Todesopfern, so die offizielle Statistik.
Kumho Tires gilt derzeit als der zehntgrößte Reifenhersteller der Welt. In China haben nicht nur viele chinesische und südkoreanische, sondern auch manche amerikanischen und europäischen Autobauer Reifen von Kumho, hauptsächlich aufgrund des günstigen Preises, auf ihren billigeren Fahrzeugen montiert. Dazu gehören eine Reihe von Modellen, wie zum Beispiel Magnus, Excelle, Golf 6, Sagitar, Jetta, Sonata, Tucson, Peugeot 207 und so weiter, die in China guten Absatz finden. Nach der Fernsehsendung zeigten sich zahlreiche chinesischen Autobesitzer besorgt und fragten im Internet: "Sind unsere Autos sicher?"
Bei der "Entschuldigung" vor den Verbrauchern wollte Kumho vor allem seinen Ruf retten. Der Sprecher des Herstellers hat mittlerweile den Aussagen von CCTV widersprochen. Ihm zufolge soll bei der Herstellung das vorgeschriebene Gewichtsverhältnis der zwei Gummiarten beachtet werden, statt die Anzahl der Stücke, die die Mitarbeiter beigemischt haben. Das Unternehmen bittet zudem die Administration für Qualitätskontrolle der Stadt Tianjin, ihr Fließband zu überprüfen. Ein Rückruf der Produkte wurde dabei nicht erwähnt. Die betroffenen Autobauer versuchten in dem Fall auch, sich von diesem Skandal zu distanzieren. In der gestrigen Erklärung von GM in Shanghai hieß es, nur bei einzelnen Automodellen ihrer Firma seien die Produkte von Kumho angewendet werden. Solche Reifen seien unter anderem nicht in der Werkstatt in Tianjin angefertigt worden. Weitere Autounternehmen wie FAW VW, Beijing Hyundai, Peugeot und auch der chinesische Autobauer CHERY haben danach ähnliche Erklärungen durch Medien abgegeben.
Yu Hu, ein Radiomoderator aus der ostchinesischen Stadt Hangzhou, ist von dieser Nachricht überhaupt nicht überrascht. Nach seinen Angaben haben sich eine Menge Autobesitzer über die schlechte Qualität der Reifen von Kumho beschwert, seit seine Sendung "mein Auto möchte sagen..." 2005 ins Leben gerufen wurde. 2006 habe in den USA eine Rückrufaktion von Kumho-Reifen stattgefunden, in China jedoch nie, erinnerte sich der Moderator. Einem Branchenkenner zufolge gelten in China noch die 1997 herausgegeben Normen für Reifen, während die meisten europäischen und amerikanischen Ländern ihre Normen 2007 erneuert haben. Deswegen würden die preiswerten" Reifen von Kumho die Überprüfung immer noch bestehen und bei den Autobauern weiterhin beliebt sein, so der Insider.
Quelle: german.china.org.cn
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