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20. 04. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Grenzwerte für Weiterverarbeitung von Mais festgelegt

Schlagwörter: Weiterverarbeitung von Mais

Der Nahrungsmittelverbrauch wächst trotz steigender Preise weiter, die Chinesen essen mehr und höherwertiges Fleisch. Da inzwischen so viel Mais an Vieh verfüttert wird, dass die Importe extrem ansteigen, greift die Regierung ein.

China ergreift als zweitgrößter Verbraucher von Mais Maßnahmen um den Konsum der Biochemie- und Süßwaren Industrie einzuschränken und so die Versorgung für die Viehhaltung sicherzustellen. Dies gaben drei Personen bekannt, welche sich auf ein Dokument der Regierung berufen.

Verarbeitungsfirmen wird der Kauf von Mais teilweise verboten werden, da die Erwerbsquote über dem Konsumlevel des Jahres 2009 liegt. Zudem wird die Regierung nach Angaben der Quellen, welche ihre Informationen als nicht-öffentlich ansehen und daher anonym bleiben wollen, die Mehrwertsteuer auf Kornprodukte erhöhen. Chinas Nachfrage nach Kornprodukten, welche sowohl die pharmazeutische Versorgung als auch die Belieferung der Lebensmittelindustrie in Form von Alkohol- und Süßgetränken umfasst, lässt mittlerweile das Wachstumsvolumen im Bereich der Viehhaltung hinter sich.

Die Einführung strenger Regelungen machte deutlich, dass die landesweite Nachfrage nach Mais die Produktion übersteigt. Laut Angaben von Wanda Futures Co. besteht ein grundlegend ansteigender Bedarf an Importen. Obwohl die Regierung in der Einschränkung weiterer Bestellungen industrieller Verarbeitungsfirmen erfolgreich sein dürfte, werde die Politik Unternehmen lediglich dazu zwingen, Vorräte zu verbrauchen, ohne die Nachfrage damit verschwinden zu lassen. Dies erklärte Wang Chen, ein Beijinger Forschungsdirektor des landesweit zweitgrößten Landwirtschafts-Maklerbüros. Finanzinstitutionen wurden laut Auskunft des auf den 8. April datierten Dokumentes dazu aufgerufen, Partnerunternehmen bis Ende Juni Kredite zum Mais-Kauf zu verweigern.

Aufsichtsverstärkung geplant

Die Regierung wird die Überwachungsmaßnahmen für große Unternehmen verstärken, um sicherzugehen, dass deren Geschäftstätigkeiten regelkonform sind. Lokalbehörden wurden dazu beordert, Verarbeitungsfirmen mit kleinen oder ineffizienten Geschäften zu zerschlagen. Die Regierung werde laut Angaben der drei Quellen auch damit aufhören, neue Lizenz-Bewerbungen für den Kauf von Getreide zu akzeptieren.

Große industrielle Verarbeitungsfirmen haben laut Wang die Maßnahmen bereits erwartet und ihre Bestände erhöht. Laut Daten der State Administration of Grain kauften Firmen und Händler am 5. April 74 Millionen Tonnen an Mais aus Hauptanbaugebieten- mehr als doppelt so viel als die Menge im Vorjahreszeitraum. Die Daten zeigen, dass die Lieferungen meist in den Händen der Händler und nur geringfügig in jenen der Bauern liege, so Wang. Industrielle Maisverarbeitungsfirmen wie die staatliche China National Cereals, Oils and Foodstuffs Corporation (COFCO) Ltd, überboten oftmals Viehzüchter durch ihre Gewinnmargen, welche die Getreidekäufe übertrafen, gab Wang Licai, Vize-Vorsitzender von China Starch Industry Association, am 16. März zu bedenken.

Nutzung in der Industrie

Der industrielle Maisbedarf in der Industrie könnte in diesem Jahr nach einer Vorhersage des China National Grain & Oils Information Center um 11 Prozent auf 50 Millionen Tonnen steigen, was etwa 29 Prozent von Chinas gesamtem Verbrauch ausmachen würde. Der Futterbedarf für die Viehhaltung werde um 6 Prozent auf 105 Millionen Tonnen wachsen, was 60 Prozent der nachgefragten Gesamtmenge entspricht. Weder kann der landesweite Verbrauch ohne Importe auskommen, noch könne man Erwartungen an die diesjährige Ernte hegen, welche laut Wang in diesem Monat eingeholt wird.

"Produktionsabstumpfungen werden das Land wohl kaum zu einem Ausverkauf zwingen, womöglich stehen jedoch mehr staatliche Käufe bevor", sagte er. Chinas staatliche Landwirtschafts-Planer sollen im vergangenen Monat 1 Milliarde Tonnen an US-amerikanischem Mais erworben haben, als die Preise in Folge des Erdbebens in Japan auf Tauchkurs gingen.

Ein Anruf an Li Pumin, dem Sekretär von China oberster Wirtschaftsplanungsbehörde, der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, wurde nicht beantwortet.

Quelle: China Daily

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