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10. 01. 2012 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Chinesische Finanzregulatoren bekämpfen systemische Risiken

Schlagwörter: Finanzregulatoren,systemische Risiken

Chinas Finanzbehörden wollen dieses Jahr systemische Risiken im Finanzsektor bekämpfen und die finanzielle Stabilität mit allen Mitteln aufrechterhalten.

Chinas wichtigste Finanzregulatoren wiesen am Sonntag, als die Nationale Finanzarbeitskonferenz endete, darauf hin, dass in diesem Jahr systemische Risiken bekämpft und die finanzielle Stabilität mit allen Mitteln beibehalten werden müssen. "Wir werden die Überwachung der Finanzinstitutionen verstärken und die inländische und internationale Wirtschaftssituation beobachten, um effektive Maßnahmen gegen wirtschaftliche und finanzielle Risiken ergreifen zu können", erklärte die Zentralbank Chinas in einer Mitteilung nach Ende der Arbeitskonferenz.

Sie verkündete auch, dass sie gezielte Maßnahmen zur Reduzierung systemischer Risiken bei Finanzinstituten erwäge und ein Einlagensicherungssystem schaffen werde, um der Sache zu dienen.

"Wir müssen weiterhin am Grundsatz keine systemischen und regionalen Risiken einzugehen festhalten", erklärte Shang Fulin, Vorsitzender der Chinesischen Bankenaufsicht, am Sonntag in einer Mitteilung. Denn das Bankenumfeld werde 2012 komplizierter und härter sein, während die Gesellschaft strengere Regeln für Bankendienstleistungen fordert. "Die Regulationsarbeit wird schwieriger." Die Regierung werde sich dieses Jahr auf potentielle Kredit- und Liquiditätsrisiken konzentrieren und außerbilanzielle Risiken eindämmen, so Shang.

Im November 2011 warnte der Internationale Währungsfonds IWF, dass Chinas Finanzsystem kurzfristigen inländischen Risiken ausgesetzt sei. Dazu gehörten die Reduktion der Anlagequalität der Banken durch die starke Ausweitung des Kreditvolumens, die zunehmenden außerbilanziellen Risiken und die Kreditvergaben außerhalb der traditionellen Bankgeschäfte. Der IWF sagte, dass das Finanzsystem stark geschädigt werden könnte, falls die Kredit-, die Immobilien-, die Währungs-, oder die Zinsblase zusammen platzen. Ministerpräsident Wen Jiabao forderte daher am Samstag von den Bankinstituten die Schaffung eines umfassenderen und konservativeren Risikoüberwachungssystems, um systemische Risiken zu bekämpfen.

Obwohl die Verschuldung der Lokalregierungen durch Finanzierungsvehikel "generell sicher und kontrollierbar" sei, sollen die Einnahmen und Ausgaben der Vehikel in das Regierungsbudget involviert werden. Zudem soll ein Mechanismus zur Kontrolle der Lokalverschuldung geschaffen werden, erklärte er am Ende der zweitägigen Nationalen Finanzarbeitskonferenz in Beijing. Von der Konferenz erwarteten Analysten, dass eine neue staatliche Finanzbehörde geschaffen wird, um die Risiken besser zu kontrollieren. Viele fürchten sich vor der europäischen Schuldenkrise und den wachsenden Unsicherheiten in der Weltwirtschaft. "Obwohl keine derartige Institution zustande gekommen ist, wird die Regierung eine Kommission zur Regulation systemischer Finanzrisiken schaffen, welcher ein Vize-Ministerpräsident vorsitzen wird", ist Lu Zhengwei, Chefökonom der Industrial Bank Co. Ltd., überzeugt.

Li Yang, Vizevorsitzender der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, einer wichtigen Denkfabrik der Regierung, erklärte, dass die systemischen Risiken bekämpft werden können, solange China ein relativ hohes Wirtschaftswachstum beibehält. Das BIP des Landes dürfte 2012 um 8,8 Prozent wachsen, da die makroökonomischen Berichtigungen seit dem zweiten Quartal zu greifen beginnen, schätzte Cao Yuanzheng, Chefökonom der Bank of China Ltd. Die Volksrepublik werde dieses Jahr an ihrer besonnenen Geldpolitik festhalten und ein stabiles und relativ hohes Wirtschaftswachstum fördern. Zudem werde die Überwachung und Bekämpfung von Risiken durch internationales Fluchtkapital intensiviert werden, sagte die Zentralbank des Landes.

Nachdem die Zentralbank Anfang Dezember erstmals seit 2008 ihre Mindestreservesatz für Banken gesenkt hat, stieg die Kreditvergabe im Dezember stärker als erwartet auf 640,5 Milliarden Yuan (79 Milliarden Euro) an. Die Geldmenge M2, die die Geldversorgung misst, legte um 13,6 Prozent zu, so die am Sonntag von der Zentralbank veröffentlichten Daten. Im Jahr 2011 nahm das Kreditvolumen insgesamt um 7,47 Billionen Yuan (922 Milliarden Euro) zu. Der Ökonom Cao Yuanzheng Derwartet, dass die Zahl im Jahr 2012 etwa 8 Billionen Yuan (987 Milliarden Euro) betragen dürfte.

Quelle: China Daily

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