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19. 04. 2013 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Eurokrise: DAX fällt weiter, Trendwende in Deutschland? Exklusiv

Schlagwörter: Eurokrise DAX Deutschland

von Marc-Stephan Arnold, Beijing

Der DAX fällt seit Tagen, die Autohersteller fürchten sich vor einem weiteren Rückgang bei den Neuzulassungen, und die Ratingagentur Egan Jones stuft die deutsche Kreditwürdigkeit herunter – greift die südeuropäische Wirtschaftskrise nun doch auch auf die deutsche Wirtschaft über?

Nachdem die Situation Frankreichs, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, immer katastrophaler zu werden scheint, hat sich nun wohl auch Deutschland endgültig mit dem Krisenvirus angesteckt. Die amerikanische "Egan Jones Rating Company" (EJR) jedenfalls stuft Deutschland herunter – das Land sei aufgrund der massiven Risiken, die es im Zusammenhang mit den über das Target 2-System gegebenen Garantien eingegangen sei, nicht mehr so kreditwürdig wie noch zuvor: Statt eines "A+"-Ratings gibt EJR Deutschland nur noch ein einfaches "A". Bei mindestens 350 der von Deutschland garantierten 700 Milliarden Euro sieht EJR die Rückzahlung als akut bedroht. Das wären übrigens ungefähr 7 Prozent des Sparguthabens der Deutschen.

Warum nur die Hälfte der Garantien auf der Kippe stehen, erklärte EJR nicht. Möglicherweise will sich die Agentur noch ein wenig Spielraum für weitere Herabstufungen lassen.

Der DAX reagierte deutlich negativ auf die Ankündigung von EJR. Dabei wurde in den letzten Tagen auch eine wichtige Trendlinie durchbrochen:

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Grafik: Der DAX hat in den letzten Tagen eine wichtige Trendlinie durchbrochen. Steckt die Eurokrise jetzt langsam auch Deutschland an?

Laut einem Bericht der ACEA (European Automobile Manufacturers' Association) wurden in Deutschland im letzten Monat 17 Prozent weniger Autos verkauft, als noch im Februar. Die deutschen Autohersteller scheinen sich dem Einbruch der europäischen Wirtschaft nicht entziehen zu können. Insgesamt fiel die Zahl der Neuzulassungen im ersten Quartal 2013 gegenüber dem Vorjahr um 9,8 Prozent.

http://www.acea.be/images/uploads/files/20130417_pr_pc_gr.jpg

Grafik: Paneuropäische Rezession: In ganz Europa geht die Zahl der Neuzulassungen zurück – jetzt auch in Deutschland. [Quelle: acae.be]

Es kann kein Zweifel mehr bestehen: die europäische Krise hat Deutschland erreicht. Wie lange kann Deutschland den Euro jetzt noch am Leben erhalten?

Und wenn es das nicht mehr kann – was passiert dann mit den Sparguthaben der Deutschen? Wird die Bundesregierung irgendeinen Vorwand finden, um sich bei den Sparguthaben zu bedienen? Ist Frau Merkel so sehr auf den Erhalt des Euros fixiert, dass sie eine Wahlschlappe im letzten Moment riskieren wird? Oder wird man die Zwangsabgabe für die deutsche Bevölkerung erst nach den Wahlen im September bekannt geben?

Wie dem auch sei: 2013 verspricht ein interessantes Jahr zu werden...

Der Kommentar spiegelt die Meinung des Autors wider, nicht notwendigerweise die von China.org.cn.

Quelle: german.china.org.cn

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