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12. 09. 2015 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Interbanken-Devisenmarkt könnte für ausländische Zentralbanken geöffnet werden

Schlagwörter: Devisenmarkt, Investition

China wird möglicherweise den Zentralbanken anderer Nationen erlauben, direkt im chinesischen Interbanken-Devisenmarkt zu investieren – als Teil der Bemühungen des Landes, mehr Investitionen aus Übersee anzuziehen. Dies sagte Ministerpräsident Li Keqiang am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Dalian.

Bei der Eröffnung der Jahrestagung der "Neuen Champions", auch "Sommer-Davos" genannt, das vom Weltwirtschaftsforum in Dalian, Provinz Liaoning, abgehalten wird, sagte Li, dass die Öffnung für ausländische Zentralbanken auch ein großer Schritt auf dem Weg zu einer vollständig konvertiblen Währung sei, nachdem das Land ausländischen Zentralbanken im Juli bereits Investitionen im Interbanken-Bondmarkt erlaubt hatte.

Der Ministerpräsident sagte, dass China bis Ende dieses Jahres grenzüberschreitende Zahlungssysteme für den Yuan etablieren werde, um den Einsatz der Währung in ausländischen Märkten zu erhöhen.

"Wir werden die wirtschaftlichen Reformen weiter vorantreiben, Schritt für Schritt, und an unserer Entschlossenheit wird sich nichts ändern. Das Tempo der Reformen wird sich auch nicht verlangsamen", sagte Li.

Er bekräftigte, dass der Wechselkurs des Yuan auf einem vernünftigen Niveau stabil bleiben werde, und dass die Reform des Wechselkurssystems auf eine höhere Beteiligung des Marktes, nicht auf das Auslösen eines globalen "Währungskrieges" abziele.

Lis Kommentare kamen vor dem Hintergrund, dass der Yuan seit dem 11. August rund 3 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet hat, da die Chinesische Zentralbank an diesem Tag entscheiden hatte, die Festlegung des täglichen Referenzwechselkurses von nun an stärker dem Markt zu überlassen.

Investoren hatten Bedenken geäußert, dass die Abwertung der Währung Kapitalexporte auslösen und dem Finanzmarkt Liquidität entziehen würde – vor allem, da Chinas Börsen erst kürzlich einen gewaltigen Crash erlebt hatten.

Die Chinesische Zentralbank (CZB) hat die Zinssätze seit November fünf Mal gesenkt. Auch die Mindestreserve der Finanzinstitute wurde gesenkt, um mehr Liquidität bereitzustellen und die Märkte zu stabilisieren.

Bernhard Florian Kotanko, Partner und Geschäftsführer für die asiatisch-pazifische Region bei der internationalen Unternehmensberatung Oliver Wyman, sagte, dass die Liberalisierung des Kapitalverkehrs China zu einem integralen Bestandteil der globalen Finanzmärkte und der Weltwirtschaft machen werde.

Laut Kotanko sei die Abwertung des Yuan nach einer langen Periode der Aufwertung "ganz normal" gewesen. "Die Rolle des Yuan wird ganz eindeutig immer wichtiger, in allen Bereichen des Handels und der Investitionen. Der weitere Weg ist dabei klar – der Yuan wird zu einer der weltweit wichtigsten Währungen werden."

"China spielt immer noch eine dominierende Rolle in der Weltwirtschaft. Deshalb sollte der Yuan auch einen gerechten Anteil als Reserve-, Handels- und Anlagewährung haben", sagte er.

Ministerpräsident Li sagte in seiner Rede, dass ausländische Direktinvestitionen (ADI) eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas spielen würden.

"Wir werden die Marktzugangsschwelle für ausländische Direktinvestitionen weiter senken", sagte Li, und fügte hinzu, dass es das Ziel der chinesischen Regierung sei, das Land zu einem der attraktivsten ADI-Ziele der Welt zu machen.

Nach den Worten des Ministerpräsidenten müsse mehr Kapital – auch ausländisches sowie Privatkapital – in die chinesische Realwirtschaft fließen, um das Wirtschaftswachstum zu stabilisieren. Das Risikomanagement müsse verbessert werden, um die Entstehung einer regionalen und systemischen Finanzkrise zu verhindern, sagte Li.

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Quelle: german.china.org.cn

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