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| 09. 09. 2008 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die Verkehrsrestriktionen für Autos laufen am 20. September aus. Inzwischen mehren sich die Stimmen, welche sich für eine Verlängerung der Regel aussprechen, wonach Autos nur jeden zweiten Tag fahren dürfen. Der Effekt wäre allerdings fraglich.
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Die Verkehrsmaßnahmen zeigen ihre Wirkung: Die Autos auf den Straßen sind deutlich weniger geworden. |
Corbeil ist offenbar nicht der einzige. Die Zeitung The Beijing News hat soeben eine Umfrage zum Thema durchgeführt. Das Ergebnis war überraschend: 68,9 Prozent unterstützen die Verkehrsrestriktionen, und nur 19 Prozent sind dagegen. 12 Prozent haben keine Meinung. Wenig überraschend ist hingegen, dass die Gegner vor allem in den Reihen der Autobesitzer zu finden sind. So ist laut der gleichen Umfrage nur eine knappe Minderheit mit 48,5 Prozent der Autobesitzer für die Maßnahme. Wenn die Restriktion weiter erhalten bliebe, würden 66 Prozent nach eigenen Angaben Busse oder die U-Bahn benutzen. 18 Prozent gaben an, dass sie sich einen Zweitwagen anschaffen würden.
Allerdings hat eine Online-Umfrage von China Daily, an der rund 400 000 Beijinger teilnahmen, ebenfalls gezeigt, dass sich rund die Hälfte der Teilnehmenden wünschen, dass die Regel weiterhin angewendet wird. Da jedoch bei Online-Umfragen Manipulationen relativ leicht sind, müssen diese Zahlen mit Vorsicht genossen werden.
Gestern hat The Beijing News eine Diskussion zwischen normalen Stadtbürgern und Experten zum Thema organisiert. Dabei reagierten vor allem die Autofahrer heftig: Einer von ihnen meinte, dass dies das Eigentumsrecht der Autobesitzer verletzte und dass die Regierung deswegen Schadenersatz bezahlen solle. Andere meinten, das dies ein öffentliches Thema sei, das auf demokratische Weise gelöst werden soll. Einig waren sich die Teilnehmer aber darin, dass der öffentliche Verkehr weiter gefördert werden soll. Beijing plant bis ins Jahr 2020 sein U-Bahnnetz massiv zu verbessern.
Dabei ist allerdings nicht klar, ob der blaue Himmel der olympischen Tage wirklich auf die Einschränkungen des Autoverkehrs zurückzuführen sei, wie China Daily in einer seiner letzten Ausgaben betonte. Denn neben den Maßnahmen zur Eindämmung des Straßenverkehrs seien auch viele Fabriken und Baustellen vorüber gehend geschlossen worden. Zudem seien die Restriktionen für manche Bürger auf Dauer schwer zumutbar. So zitiert China Daily einen anonymen Internetnutzer, der schreibt: "Wenn der öffentliche Verkehr genug ausgebaut ist, können wir darüber sprechen. Noch aber brauche ich mein Auto, denn in diesen Tagen stand ich täglich sechs Stunden in einem überfüllten Bus."
So sagt dann auch Yang Kaizhong, ein Volkswirtschaftsprofessor der Peking Universität: "Diese Regel mag zwar helfen, das Verkehrsproblem zu lösen, aber sie ist nicht unbedingt die beste Möglichkeit." So könnten zum Beispiel auch höhere Parkplatzgebühren und Straßenzölle die Situation entschärfen. Solche Maßnahmen hätten sich im Ausland als sehr wirkungsvoll erwiesen.
Die Regierung hat sich bisher zum Thema nicht geäußert. Falls es tatsächlich zu einer Verlängerung der Regel käme, würde dies vor allem die Taxifahrer freuen. "Seit wir diese Regelung haben, kann ich bedeutend mehr Gäste finden", erklärt ein Taxifahrer. So hätte sich vor allem die Zeit zwischen den Leerfahren verkürzt.
Quelle: german.china.org.cn
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