| Home | Aktuelles |
Multimedia |
Service |
Themenarchiv |
Community |
| Home>China | Schriftgröße: klein mittel groß |
| 17. 02. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Ernste Geschlechtskrankheiten und sexuell übertragene Krankheiten werden immer häufiger in China, doch das Thema Sex bleibt tabu. Eine Kampagne soll dem Abhilfe schaffen.
China hat am Sonntag eine landesweite Kampagne zur Sexualaufklärung gestartet, die darauf abzielt, traditionelle Tabus zu brechen und mehr Menschen dazu zu bringen, sich bei sexuell übertragenen Krankheiten und Unfruchtbarkeit behandeln zu lassen. Nur 7 Prozent der Frauen und knapp über 8 Prozent der Männer gehen bei Sexualproblemen direkt zum Arzt, und über ein Drittel sucht niemals medizinische Hilfe, erklärt eine der Beraterinnen der Kampagne.
"Die Zahlen sind schockierend", meint Xia Enlan, Leiterin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Klinik Fuxing der Hauptstadt-Universität auf einer Pressekonferenz. "Die Zahl derer, die medizinische Behandlung bei Sexualproblemen erlangt, ist extrem gering", ergänzt sie. "Dadurch wird die Behandlung für einige sehr ernste Krankheiten verzögert."
Die Kampagne unter dem Namen "Sunshine-Projekt für sexuelle Gesundheit" wird Poster, Wettbewerbe und die finanzielle Unterstützung einer internationalen Messe für Sex-Spielzeug in Beijing einschließen, so Organisatoren, womit "heikle Themen" zur Sprache gebracht werden sollen. Sie wird von der Hong Konger Schauspielerin Yvonne Yung und ihrem Ehemann Will Liu angeführt, die die "Image-Botschafter" der Kampagne sein werden. "Sexuelle Gesundheit ist ein wichtiger Teil des Familienlebens und gut dafür, eine harmonische Gesellschaft aufzubauen", so Cui Yandi vom Entwicklungszentrum für Frau und Kind China, eines der Hauptsponsoren des Programms.
In China wurde im vergangenen Jahr ein Anstieg von einem Fünftel der Syphilis-Patienten gemeldet. Die Gesamtzahl der Erkrankten beläuft sich dem Gesundheitsministerium zufolge auf 257.474 Fälle, wenn auch Gonorrhoe-Fälle um ein Zehntel gesunken sind. HIV wird heutzutage ebenfalls in China häufig übertragen. In der Vergangenheit passierten die meisten Infektionen durch intravenösen Drogengebrauch. Bis Ende 2007 gab es in China schätzungsweise 700.000 mit HIV infizierte Personen. Dies ist ein Anstieg von 650.000 einer vorherigen Schätzung. Es wird angenommen, dass es zahlreiche nicht gemeldete Fälle gibt.
Dass die Regierung eine Fernsehkampagne gestartet hat, um für Kondome zu werben, sei ein bedeutender Schritt für ein Land, in dem es für viele Leute problematisch ist, über Sex zu sprechen, so Xia, die meint, dass eine traditionelle Scheu gegenüber der offenen Aussprache über Sex ein wichtiger Faktor bleibt. "Es ist tabu. Der Einfluss der feudalistischen Denkweise hat seine Spuren hinterlassen. Die Menschen sind nicht sehr offen", erklärt sie gegenüber Reuters. "Die Menschen müssen gerade jetzt darüber sprechen, da die Wirtschaft so schnell wächst und wir immer offener werden", so Xia. "Die traditionelle Denkweise ist noch nicht gebrochen“, ergänzt sie. "Wir brauchen mehr Publicity, und müssen über diese Angelegenheiten offen sprechen. Dafür ist die Kampagne da."
Quelle: Xinhua
Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur
| Kommentar schreiben |
| Kommentare |
|
Keine Kommentare.
|
| mehr |