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| 17. 04. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Wissenschaftler in Hong Kong und den USA geben Hoffnung bei der Bekämpfung der Grippe, einschließlich der Vogelgrippe: Sie haben eine synthetische Verbindung identifiziert, die die Replikation der Grippeviren stoppen könne.
Wissenschaftler in Hong Kong und den USA haben eine synthetische Verbindung identifiziert, die imstande zu sein scheint, die Replikation des Grippevirus, einschließlich des tödlichen Vogelgrippeerregers H5N1, zu stoppen. Die Forschung nach einem solchen neuen Hemmstoff war in den vergangenen Jahren immer dringlicher geworden, da Medikamente wie Oseltamivir weitgehend unwirksam gegen bestimmte Grippe-Erreger wurden, einschließlich des H1N1 Wintergrippe-Virus. Experten untersuchen nun, wie gut und wie lange das Medikament dem H5N1-Erreger standhält, sollte es zu einer Epidemie kommen.
Die Forscher in Hong Kong und den USA haben rund 230.000 Verbindungen getestet, die im Staatlichen Institut für Krebsforschung der USA gelistet waren, und wählten zwanzig aus, die potenziell die Vermehrung des H5N1-Virus beschränken könnten. Die Experten gaben gestern auf einer Pressekonferenz bekannt, dass eine der Verbindungen – Verbindung 1 genannt, viel versprechend sei.
"Wir haben eine Verbindung ermittelt, die zwar unterschiedlich zu Oseltamivir ist, doch die auf dieselbe Weise wirkt", so Leo Poon, ein Mikrobiologe der Universität Hong Kong. "Ein Vergleich wäre folgender: Man stelle sich vor, man hätte eine Tür mit einem Schlüsselloch, doch das Schlüsselloch hat sich verändert, so dass der Schlüssel zum Abschließen der Tür, in diesem Fall das Oseltamivir, nicht mehr passt. Doch wir haben noch ein anderes Schlüsselloch in der Tür entdeckt, mit der wir die Tür abschließen können."
Die Forschungsergebnisse wurden in der neuesten Ausgabe des wissenschaftlichen Magazins Journal of Medicinal Chemistry veröffentlicht. In ihren Experimenten infizierten die Forscher separate Ansammlungen kultivierter Zellen mit dem Wintergrippe-Virus und mit H5N1. Sie fanden heraus, dass die Verbindung 1 die Replikation beider Virus-Typen wirksam verhinderte.
Zahlreiche entwickelte Länder sammeln Vorräte von Oseltamivir und Zanamivir, zwei Variationen derselben Klasse an Medikamenten, die das H5N1-Virus von der Vervielfachung abhalten. Doch die US-Zentren für Krankheitskontrolle und -vorbeugung fanden heraus, dass 98 Prozent aller Grippeproben des H1N1-Stammes resistent gegen Oseltamivir waren, das von der Roche AG produziert und unter der Marke Tamiflu verkauft wird.
Quelle: Shanghai Daily
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