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07. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Lungenpest: Die Lage in Ziketan hat sich wieder normalisiert

Nachdem in einer Kleinstadt in der Provinz Qinghai vier Menschen an der hochansteckenden Lungenpest gestorben sind, hat sich die Lage vor Ort wieder weitgehend normalisiert. Seit sechs Tagen habe es keine neuen Infektionsfälle mehr gegeben.

Der Grund für die Lungenpest, die in einem Dorf auf dem Qinghai Plateau grassierte, habe nun erruiert werden können. Dies gaben gestern chinesische Spezialisten für Seuchen-und Krankheitskontrolle bekannt. Nach ihren Angaben soll ein Hirtenhund ein infiziertes Murmeltier gefressen haben und kurz darauf verendet sein. Als sein Besitzer, ein 32-jähriger Hirte, ihn begrub, sei dieser von Hundeflöhen gebissen worden. Drei Tage später starb er selbst.

"Nach seiner Infektion hatten seine Verwandten und Nachbarn weiterhin engen Kontakt mit ihm und haben sich damit ihrerseits infiziert", erklärte Wang Hu, Direktor von Qinghais Seuchenkontrollbehörde. Zwei Nachbarn, ein 64-jähriger und ein 37-jähriger Mann, seien ebenfalls gestorben. „Der Hirte hatte sich nicht geschützt, als er das tote Tier begrub und trug auch keine Schutzkleidung, als er bereits infiziert mit den Dorfbewohnern um ihn herum engen Kontakt hatte“, erklärte Seuchenspezialist Wang weiter.

Die Lungenpest wird auf drei unterschiedlichen Wegen übertragen. Da sind zunächst die Flöhe, welche die Bakterien von einem Tier auf einen Menschen übertragen können. Weiterhin ist Mund-zu-Mund-Kontakt oder der Austausch von Speichelflüßigkeiten eine möglicher Übertragungsweg. Außerdem könnten Menschen die Bakterien auch über offene Wunden aufnehmen, wenn sie mit kranken Tieren zu tun haben. Die Lungenpest gilt als die gefährlichste und seltenste Pestform. Infizierte können innerhalb von 24 Stunden nach der Ansteckung tot sein. Die Sterblichkeit liegt bei über 60 Prozent, läßt sich aber durch rechtzeitige Behandlung mit Antibiotika auf unter 15 Prozent drücken.

Derzeit sei die Lage im betroffenen Dorf stabil, berichtete das Nachrichtenagentur Xinhua. Ein an der Seuche Erkrankter schwebe demnach noch in Lebensgefahr. Sieben weitere Menschen, mehrheitlich Verwandte des ersten Todesopfers, befänden sich aber auf dem Weg der Besserung. Meldungen zufolge sei die Epidemie dank Vorbeugungsmaßnahmen unter Kontrolle gebracht worden. In den vergangenen sechs Tagen habe es keine neuen Infektionsfälle gegeben. Der stellvertretende Vorsitzende des autonomen Bezirks Hainan, Dong Fukui, teilte mit, der Alltag in diesem Bezirk habe sich wieder normalisiert. Die Versorgung mit Waren könne garantiert werden. Seit vergangenem Samstag ist die Kleinstadt im Radius von 28 Kilometer abgesperrt. Ein Apotheker und ein Händler im Stadtzentrum berichten gegenüber deutschen Medien, dass sich viele Bewohner seit dem ersten Todesfall nur mit Mundschutz auf die Straße trauen. Die Preise für Gemüse hätten sich verdreifacht.

Ziketan liegt 260 Kilometer südwestlich von der Haupstadt Xining in der Provinz Qinghai. Mit 10.000 Einwohnern ist es Zentrum für ein 12.000 Quadratkilometer weites Viehzuchtgebiet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua kam es seit 1949 in Qinghai zu vier Ausbrüchen der Lungenpest,darunter 2001 und im Oktober 2004, als acht Menschen daran starben. Die Ansteckungen erfolgten durch direkten Kontakt mit Bakterien, etwa beim Fellabziehen eines infizierten Fuchses oder dem Verzehr infizierter Murmeltiere.

 

Quelle: China Daily

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