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18. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Peking Universität reformiert seine Eintrittsexamen

Die Peking Universität, eine der besten höheren Bildungsinstitute in China, hat am Montag eine Namensliste mit 39 Rektoren von Gymnasien im ganzen Land veröffentlicht, denen es erlaubt ist, ihren Studenten eine Empfehlung auszustellen, so dass diese ohne nationale Aufnahmeprüfung in die Uni eintreten können.

Den empfohlenen Studenten sollen der Studienplatz eher nach einem Interview als nach einer schriftlichen Prüfung gegeben werden. Mittels einer Zugangsprüfung konnten die Universitäten bisher selbständig regeln, welche Studenten bei ihnen studieren dürfen. Wie es in einer Ankündigung von der Peking Universität heißt, habe die Hochschule über 400 Gesuche bekommen, einen Studienplatz mittels einer Empfehlung zu vergeben. Drei Prozent der neuen Studenten sollen künftig über solche Empfehlung in die Uni gelangen. Davor sollen Experten der Uni die Fähigkeiten und Spezialitäten der empfohlenen Studenten beurteilen.

Offizielle des Immatrikulationsbüros der Peking Universität sagten, dass sie erwarten, dass die Empfehlungen die Aufmerksamkeit der Studenten von dem Umgang mit allen Arten von Prüfungen auf die Hebung des Kulturniveaus lenken und dass so allmählich die simple Art der Zugangskontrolle in die Unis durch ein landesweites Examen verbessert werden kann.

Wie auch immer: 70 Prozent der Internetnutzer sprachen sich in Umfragen gegen diese neue Maßnahme aus. Eine Umfrage des Internnetportals sina.com zeigte am Montag, dass 10.046 von 14.227 Nutzern gegen diese Form von Zugangskontrolle sind. Sie vertreten die Meinung, dass die Empfehlungen gegenüber dem Rest der Studenten unfair seien. Ein Internetnutzer schrieb auf sina.com: "Hoffentlich wird die Prüfung für den Eintritt in eine Uni nicht zu einem Schlauchboot, mit dem man sich in die Uni einschleichen kann. Dazu müsste man die Rechte der Empfehlenden zuerst klar definieren."

Die Peking Universität hat versprochen, sowohl die Aufnahme des empfohlenen Studenten wie auch die des empfehlenden Rektors in die besagte Liste rückgängig zu machen, falls sich herausstellen würde, dass jemand sein Recht missbraucht hat. Aber die Internetnutzer finden, dass eine solche Strafe angesichts der Vorteile eines prüfungslosen Eintritts zu schwach sei.

Ein Leser der Webseite von Phoenix TV schrieb, dass die Verwaltung sich nicht in Erziehungsfragen einmischen solle. Sonst führe dies dazu, dass sich Rektoren von Gymnasien nur noch darum bemühten, möglichst viele Studenten in Unis unterzubringen und nicht mehr so sehr um ihren Ruf als Akademiker.

Professor Xia Xueluan, Soziologe an der Peking Universität, sagte am Montag, dass es sich dabei um ein Experiment handle. "Diese zwei parallel laufenden Eintrittsverfahren erlauben uns festzustellen, welches System besser ist", sagte Xia Xueluan. "Zudem betreffen diese drei Prozent auch nur einen sehr kleinen Teil aller Gymnasiumabsolventen in unserem Land."

Eintrittsprüfungen für Universitäten waren 1977 wieder eingeführt worden. Insgesamt 273,000 Menschen haben sich in diesem Jahr eingeschrieben. Dies ist nur ein kleiner Teil der Millionen Schülern an den chinesischen Gymnasien, die sich jedes Jahr gerne an einer Uni einschreiben würden.

Quelle: CRI

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