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| 09. 02. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Besorgte Eltern können jetzt den Stecker ziehen, wenn sich ihre Kinder zu oft mit Online-Spiele beschäftigen. Dazu müssen sie nur den Spielbetreiber bitten, seine Dienstleistung für den betreffenden Minderjährigen einzustellen. Dies sieht zumindest ein Programm vor, welches das Kulturministerium am vergangenen Wochenende gemeinsam mit sechs großen Anbietern von Online-Spielen ins Leben gerufen hat.

Kinder spielen in einem Internetcafé Online-Spiele.[File photo]
Das Programm wurde ins Leben gerufen, um dem immer ernster werdenden Problem mit spielsüchtigen Jugendlichen unter 18 Jahren Herr zu werden, wie es am Freitag in einer Nachricht des Kulturministeriums hieß. Eltern und Erziehungsberechtigte können die Benutzerkonten ihrer Kinder melden und verfügen, dass die Kinder nur noch eine festgelegte Höchstdauer oder gar nicht mehr spielen können. Dazu müssen sie lediglich Dokumente vorlegen, die eine verwandtschaftliche Beziehung beweisen. Angesichts des rasch wachsenden Markts für Online-Spiele habe das Problem der Spielsucht die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf sich gezogen, hieß es in der Nachricht weiter. Allerdings hat es das Programm versäumt, eine Definition von Spielsucht zu liefern.
Teenager stellen derzeit rund 17 Prozent der Online-Spieler. Das sind insgesamt 11,8 Millionen, wie ein Weißbuch zu Chinas Markt für Online-Spiele feststellte, welches das Kulturministerium vergangenen Monat veröffentlicht hatte. Im Jahre 2009 betrugen die Einkünfte mit Online-Spielen 25,8 Milliarden Yuan, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 39 Prozent darstellt. Sechs Firmen, die Online-Spiele anbieten, darunter die Tencent, Inc aus Shenzhen, die Shanda Interactive Entertainment Ltd. aus Shanghai und die NetEase.com, Inc aus Guangzhou, sind dem Programm beigetreten. Alleine diese drei Firmen decken bereits 52 Prozent des gesamten Markts für Online-Spiele in China ab.
Die Firmen in diesem Wirtschaftszweig sollten ihr bestes tun, um zu vermeiden, dass Kinder und Jugendliche onlinesüchtig werden, sagte am Freitag ein Chef des Amts für den Kulturmarkt beim Kulturministerium, der nicht namentlich genannt werden wollte. Das Amt ist dafür zuständig, die Industrie der Online-Spiele zu regulieren. Verglichen mit Erwachsenen sind Teenager seltener süchtig nach Online-Spielen, stellte das Weißbuch weiter fest. 19 Prozent von diesen spielten wöchentlich mehr als 20 Stunden.
Seit vergangenem Freitag nimmt NetEase.com Berichte von Eltern entgegen, die sich sorgen, dass ihre Kinder onlinesüchtig sind, oder dass diese elektronische Form von Unterhaltung ihre schulischen Leistungen beeinträchtigen könnte. Wie es auf der Webseite der Firma heißt, will NetEase.com innerhalb von 72 Stunden nach Erhalt des Berichts mit den Eltern Kontakt aufnehmen. Sobald die Beschwerden der Eltern überprüft worden sind, könnten die Spielkonten der Kinder gesperrt werden, bis sie erwachsen sind.
Quelle: China Daily
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