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| 10. 08. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
"It is a man's world" – getreu dieser Philsophie etablieren sich in China Camps, die Jugendlichen zeigen sollen, aus welchem Holz echte Kerle geschnitzt sind. Der angebliche Mangel an Männlichkeit bei chinesischen Jugendlichen ist momentan ein heiß diskutiertes Thema.
Chinesische Eltern, die bei ihren Söhnen einen Mangel an Männlichkeit festzustellen glauben, sei es nun durch Hormone in der Nahrung oder Verweichlichung durch ausländische Kultur, nutzen immer öfter die Möglichkeit, ihre Kinder in "maskuline Umerziehungscamps" zu schicken.
"Von der Memme zum Mann" in vier Wochen
Binnen Monatsfrist, versprechen die Organisatoren, lernen die Jugendlichen hier während der Ferien, was es heißt ein Mann zu sein. Die angebotenen Aktivitäten reichen von Taekwondo über Ballspiele, Schach bis hin zum öffentlichen, lautstarken Debattieren. Ein strikt geregelter täglicher Ablauf und strenge Disziplin sollen dabei ein Gefühl dafür schaffen, Verantwortung zu übernehmen, sagen die Organisatoren, die mit ihren "Maskulinitätskursen" ihr Brot verdienen.
Eines der Camps ist in Hangzhou und nennt sich West Point Boys Boot Camp. Ein Zusammenhang zur US-Militärakademie West Point besteht allerdings bestenfalls in den Köpfen der Organisatoren. Im Jahr 2006 eröffnet, erreichte es dieses Jahr seinen Teilnehmerrekord. Mit 400 Anmeldungen sei das Camp in diesem Sommer komplett ausgebucht , erklärte der Leiter Wan Guoying. Wan führt die Popularität seines Camps auf den Glauben der chinesischen Elterngeneration zurück, dass ihre Jugend heute körperlich und emotional verweichlicht sei.
Ein Ehepaar beispielsweise klagt über die fehlenden maskulinen Attribute ihres Sohnes: Ihm fehle es an Härte und er zeige keine Verantwortung. "Er ist schlecht in der Schule und rebellisch. Wir sorgen uns um seine Zukunft und haben Bedenken, ob er unseren Familienbetrieb eines Tages leiten kann.", so die Eltern.
Maskulinitätskrise oder Erstarken der Mädchen?
Das Thema "Maskulinitätskrise" gewinnt in China an Boden in der Öffenlichkeit. Sun Yunxiao ist stellvertretender Direktor der China Youth und des Children Research Center sowie Author des Buches "Save the Boys". Er spricht von einer Krise der chinesischen Jugend.
Laut Sun sind die Jungen heute physisch nicht mehr so belastbar, nicht in der Lage, ihre „soziale Verantwortung zu übernehmen“ und emotional sogar ihren weiblichen Altergenossen unterlegen. Yang Jianhua, Vize-Vorsitzender der Zhejiang Sociological Society, stützt Suns Äußerungen. Jungen seien, so Yang, in Bezug auf akademische Laufbahnen und Schulnoten hinter die Mädchen zurückgefallen.
Andere Soziologen allerdings halten die Theorie einer Krise der Maskulinität für einen anachronisitischen Ansatz. Lin Yinhe von der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften erklärt, dass über Tausende von Jahren Frauen in China als niedriger gestellte, unterwürfige Wesen betrachtet worden wären. Statt von einer Krise der Jungen zu sprechen, empfiehlt sie, sollte man die Situation eher als ein Erstarken der Mädchen betrachten und daher positiv bewerten.
Quelle: Xinhua
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