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25. 10. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Chinesischer 4G Mobilfunkstandard wird international

Schlagwörter: China, 4G, SCDMA, Mobile

Nachdem es dem chinesischen 3G Standard nicht gelang, sich international durchzusetzen, dürfte der 4G Standard mehr Glück haben. Doch noch werden riesige Mengen an Investitionen gebraucht, bis die Kunden 4G nutzen können.

Chinas selbstentwickelter Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G) wurde von der Internationalen Telekommunikationsvereinigung ITU ausgewählt als einen der sechs globalen Vergleichsstandards, verkündete das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie am Donnerstag. LTE Advanced und 802.16m, die Kategorien der sechs verschiedenen 4G Technologiestandards, wurden beide an der ITU Konferenz in Chongqing diese Woche genehmigt, so das Ministerium. Das Ministerium sagte auch, dass die ITU ihr 4G International Standard Proposal Book bis Ende 2011 fertiggestellt haben wird und es Anfang 2012 veröffentlicht werden soll. Dann wird der internationale 4G Standard formell festgelegt.

Der TD-LTE Advanced Technology Standard ermöglicht das Herunterladen von Daten mit bis zu 100 Megabyte pro Sekunde, schneller als dessen Vorgänger TD-SCDMA. Branchenanalysten sagten, dass die chinesischen Telekomfirmen von dem TD-LTE 4G Standard profizieren würden, da er sowohl den chinesischen wie auch den internationalen Markt für sie öffnet. "Die Situation ist ganz anders als vor 10 Jahren, als der TD-SCDMA als internationalen 3G Standard entwickelt worden war", erklärte Yang Hua, Generalsekretär der TD Industry Association in China. Da China damals kein industrielles Wirtschaftssystem hatte, konnte sich der TD-SCDMA Standard nur auf dem lokalen Markt durchsetzen. Internationale Unternehmen wollten nicht in eine Technologie aus China investieren, insbesondere weil diese noch keinem Markttest unterzogen worden war. "Heute besitzen wir jedoch ausreichende technologische Kenntnisse, was bedeutet, dass die Einführung des 4G Standards bedeutend verkürzt werden wird. Dies ermöglicht chinesischen Unternehmen, ins Ausland vorzudringen", erklärte Yang.

Ein Standard ohne Nutzer. China Mobile schaltete sein TD-SCDMA Netz im Januar 2009 ein und der größte Mobilfunkprovider Chinas wird bis Ende dieses Jahres über 100 Milliarden Yuan (11 Milliarden Euro) in das Netz investiert haben. Per September hatte China Mobile 15.3 Millionen TD-SCDMA Kunden. Insgesamt nutzen 507 Millionen Menschen China Mobile, die meisten von ihnen verwenden aber Mobilfunkstandards der zweiten Generation. Chen Jinqiao, Vizechefingenieur der China Academy of Telecommunication Research, sagte, dass Ausrüstungshersteller wie Datang und Huawei unter den ersten sein werden, die von TD-LTE Advanced profitieren. "Sie investierten viel Geld in die Forschung, aber sie werden profitieren, wenn das 4G Netzwerk gebaut wird", so Chen.

Telekomfirmen werden belohnt, wenn sie ihren Nutzern mehr Anwendungen bieten. Mobilfunk wird schneller, zuverlässiger und ermöglicht höher auflösende Bilder dank 4G, so Chen. Fast alle bekannten Telekomfirmen wie Ericsson, Nokia und Samsung arbeiten mit der TD-LTE Branche zusammen. Sie wollen den chinesischen Markt nicht erneut verpassen wie beim TD-SCDMA Standard, erklärte Yang von der TD Industry Association. "Sie verloren viele China Mobile Verträge, als sie gegen Firmen wie Huawei und ZTE geboten haben, da sie die Entwicklung von TD-SCDMA ignorierten und keine kompatiblen Produkte bauten", so Yang. Shi Guang, Generalsekretär des TD Forums, erzählte, dass chinesische Telekomfirmen der TD-LTE Branchenkette viel Potential auf dem internationalen Markt hätten. "Sie können mit globalen Firmen mithalten. Wer kann heute noch sagen, dass Huawei und ZTE nicht von dem Prozess profitieren können?", fragte Shi. Gemäß einer Studie von Ovum, einer internationalen Marktberatungsunternehmung, wird die TD-LTE Technologie bis 2015 ungefähr 100 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften.

Quelle: China Daily

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