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15. 05. 2012 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

In China nehmen Entbindungen per Kaiserschnitt alarmierend zu

Schlagwörter: Kaiserschnitt China Entbindung

Eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2007 bis 2008 durchgeführte Studie zeigt, dass 46,5 Prozent aller chinesischen Mütter per Kaiserschnitt entbindet, mehr als das Dreifache der Alarmrate von 15 Prozent. Neuere Untersuchungen zufolge hält dieser Trend weiter an, meldete China National Radio.

In China stieg die Rate der Kaiserschnitte in den letzten drei Jahrzehnten um das Neunfache, so der WHO-Bericht. Das bedeutet, dass in den späten 70er Jahren nur eine von 20 werdenden Müttern dieses Verfahren durchmachte, während es jetzt fast die Hälfte aller Mütter tun. Unter den zahlreichen Gründen für diesen rapiden Anstieg werden von Ärzten technologische Entwicklungen als entscheidender Faktor dargestellt.

Pang Ruyan, stellvertretende Direktorin des Chinesischen Verbands für Mutter- und Kindgesundheitsvorsorge, sagte, dass zwar Fortschritte bei Anästhesie, Bluttransfusionen und andere Operationsbedingungen Kaiserschnitte sicherer gemacht haben. Jedoch könnten diese Verbesserungen sehr irreführend sein. Da heute viele Leute der Ansicht sind, Kaiserschnitte seien per se sicherer als natürliche Geburten, verstärken technische Fortschritte diese falsche Annahme nur noch mehr, so Pang. Und dieses Missverständnis sei eine wesentliche Ursache für den Anstieg der freiwilligen Kaiserschnitte. Ein weiteres Problem sei, dass Krankenhäuser und medizinisches Personal – sei es aus Kalkül oder Unwissenheit – werdende Mütter oft nicht über die Risiken der Operation informieren, fügte Pang hinzu.

Tatsächlich liegt die Säuglingssterblichkeitsrate bei Entbindungen durch Kaiserschnitt viel höher als bei natürlichen Geburten, aufgrund der hohen Risiken durch die Nebenwirkungen von Anästhetika und die Gefahr von Infektionen nach der Geburt.

Wei Chengcheng vom International Peace Maternal and Child Health Care Hospital in Shanghai bestätigt, dass Infektionen im Zusammenhang mit Kaiserschnitten zwei- bis dreimal häufiger auftreten als bei natürlichen Geburten, außerdem dauere bei einem Kaiserschnitt die Heilungs- und Erholungsphase viel länger, die dann aber außerhalb des Krankenhauses stattfinde.

Der WHO-Bericht stellt fest, dass Chinas Krankenhäuser es unterlassen, werdende Mütter zu natürlichen Geburten zu ermutigen, weil es länger dauert und vor allem, weil es sich für die Krankenhäuser weniger auszahlt. Krankenhäuser können mehr Geld verlangen, wenn werdende Mütter operiert werden, und außerdem erhöhen die Operationen den Einsatz von bestimmten medizinischen Leistungen, die zusätzlich eine lurative Einnahmequelle für Krankenhäuser darstellen.

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Quelle: China Daily

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