Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>China Schriftgröße: klein mittel groß
08. 02. 2014 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Wer erhöht die Preise von Milchpulver für Chinesische Babys?

Schlagwörter: Milchpulver, Chinesische Babys

Qualitätsprobleme und hohe Preise von Babymilchpulver quälen chinesische Eltern. Kann hohe Qualität den hohen Preis rechtfertigen? Aber warum ist der Preis überhaupt so hoch?

A: "Du arbeitest zu hart. "

B: " Ach! Ich arbeite, um mir Milchpulver für meine Kinder leisten zu können. "

Das ist ein normaler Witz am chinesischen Arbeitsplatz.

Dieser Witz wird jetzt aber zur Wirklichkeit.

Die Qualitätsprobleme der einheimischen Produktion und hohe Preise für ausländisches Babymilchpulver quälen chinesische Eltern.

Herr Jia aus Beijing hat gerade eine Kiste Milchpulver für seinen anderthalb-jährigen Sohn gekauft. Er sagt, die Kosten für das Milchpulver verbrauchten jeden Monat gegen 20 Prozent des Gesamteinkommens seiner Familie. Die hohen Preise für Milchpulver seien unerträglich.

"Eine Schachtel Babymilchpulver kostet über 400 Yuan RMB. Mein Sohn braucht jeden Monat etwa 4 Schachteln. So müssen wir monatlich zwischen etwa 1600 Yuan RMB dafür ausgeben. Das Milchpulverproblem ist eine große Last. Die Qualität von dem Pulver ist meine größte Sorge, deshalb kann ich nur das Teuerste kaufen. Aber was macht man nicht alles für sein Kind."

Was macht man nicht alles für sein Kind. Viele ausländische Milchpulver-Hersteller nutzen diese Mentalität chinesischer Eltern.

Der Preis der gleichen Milchpulvermarke ist in China viel höher als in anderen Ländern. Viele chinesische Verbraucher gehen sogar ins Ausland, um dort Milch zu kaufen.

In China sind die Preise für Babymilchpulver seit 2008 um rund 30 Prozent gestiegen. Damals hatte ein Skandal um giftiges Milchpulver ganz China erschüttert. Mindestens sechs Säuglinge starben, fast 300.000 Kleinkinder erkrankten. Da das Pulver aus einheimischer Produktion stammte, griffen viele chinesische Eltern danach zu Produkten ausländischer Hersteller. Heute wird das Milchpulver für chinesische Säuglinge fast zur Hälfte aus dem Ausland importiert, zumeist aus Neuseeland.

Chinas Regierung hat 2013 nach Ermittlungen wegen Preisabsprachen Geldstrafen von insgesamt 670 Millionen Yuan (82 Millionen Euro) gegen sechs ausländische Milchpulverproduzenten verhängt. Die Unternehmen hätten eingeräumt, gegen chinesisches Kartellrecht verstoßen zu haben, teilte die Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) mit. Für den Vertrieb ihrer Produkte hätten sie Mindestpreise festgelegt, durch die Babymilch für chinesische Verbraucher teurer geworden sei.

Wang Dingmian, Experte für Milchprodukte, wies darauf hin, dass auch die vielen Schichten der Vertriebskette für den hohen Milchpulverpreis in China verantwortlich seien.

"Warum der Preis von Milchpulver in anderen Ländern viel geringer ist? Weil der Verkaufspreis der reale Marktpreis ist. Das Geschäftsmodell ist sehr einfach. Die Waren können vom Hersteller direkt zum Händler oder Verbraucher transportiert werden. Aber in China gibt es zu viele Vertriebsketten. Die Waren gehen vom Hersteller über Generalkommissare, Kommissionsagenturen, Händler auf Provinzebene, Händler auf Stadtebene und erst dann zum Verbraucher. Jede Vertriebsstufe erhält mindestens zehn Prozent der Gewinne. Die CIF-Kosten für den Import von Milchpulver sind nur 85 Yuan RMB pro Schachtel (900g).

Der CEO der Yili Group, Zhang Jianqiu, erklärt, für ein Kilogramm Milchpulver würden acht Kilogramm Rohmilch benötigt und der Kaufpreis von Rohmilch sei in China höher als in anderen Ländern.

"Wir werden Milchpulver-Produktionsstätten in Neuseeland aufbauen, weil die Kosten für Rohmilch in Neuseeland viel geringer sind. Der Kaufpreis von Rohmilch liegt dort bei rund zwei Yuan RMB, in China aber bei über vier."

Ein optimales Aufzucht-Service-System bewirke, dass der Kaufpreis von Rohmilch so billig sei, sagt Experte Wang Dingmian.

"Auf großen Weiden können zwei Personen im Ausland durchschnittlich 200 bis 300 Milchkühe züchten, auf chinesischen Weiden allerdings nur 20 bis 30. Wie können nur zwei Personen im Ausland auf gleicher Fläche 200 oder sogar 300 Milchkühe züchten? Der Grund ist das perfekte soziale Service-System. Ausländische Milchbauern müssen sich nicht um die Logistik von Tierarzt, Lagerarbeitern oder Bearbeitungsstellen für Futtermittel kümmern. Mit einem Anruf werden der Tierarzt oder die Futtermittel direkt zu den Weiden geschickt. In China muss das alles extra organisiert werden. Je mehr Personen teilhaben, desto geringer ist die Effizienz und die Kosten steigen."

Wang Dingmian erinnert die Verbraucher daran, dass das teuerste Milchpulver nicht unbedingt das Beste sei. Der hohe Preis des Milchpulvers kann auch einfach ein Marketing-Tool aufgrund der Mentalität chinesischer Eltern sein.

Quelle: CRI

   Google+

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr