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| 15. 05. 2015 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Mit Missverständnissen und Beleidigungen im Berufsleben werden Homosexuelle in China täglich konfrontiert. Eine besondere Jobmesse in Shanghai will das Tabuthema auf den Tisch bringen und Chancengleichheit fordern.

Steven Paul Bielinski (rechts) bei der ersten Jobbörse für Homosexuelle in Shanghai
Der 17. Mai am kommenden Sonntag ist der Internationale Tag gegen Homo- und Transphobie. An diesem Tag vor 25 Jahren wurde Homosexualität offiziell von der WHO-Geisteskrankheitsliste genommen.
Vor kurzem fand in Shanghai eine Jobbörse statt, die speziell auf „LGBT“ – „Lesben“, „Schwule“, „Bisexuelle“ und „Trans“ – abzielte. Der Initiator Steven Paul Bielinski, auch Gründer einer Non-Profit-Berufsplattform für Homosexuelle in Shanghai, engagiert sich langzeitig für die Gleichberechtigung dieser Gruppe.
„In China gibt es verschiedene Jobmessen speziell für Frauen, Berufsanfänger und sogar für entlassene Gefangene. Die LGBT wollen auch wissen, welche Unternehmen eine offene Atmosphäre bieten und Diskriminierung von Mitarbeitern mit unterschiedlicher sexueller Orientierung untersagen“, so erklärte der Amerikaner den Anlass der Jobmesse.
Immer wieder kommt es im chinesischen Büroleben zu Diskriminierung und Beleidigung von Angestellten wegen ihrer sexuellen Orientierung. Laut einer Online-Umfrage zu diesem Thema aus dem Jahr 2013 gaben 38 Prozent der Befragten an, verbal beleidigt oder ausgelacht zu werden. 30 Prozent gaben zu, dass sie auf der Arbeit nicht respektiert werden würden. Knapp 13 Prozent wurden wegen ihrer sexuellen Orientierung bei der Beförderung übergangen.
Laut Bielinski wurden etwa 150 Unternehmen zur Jobmesse eingeladen. Schließlich erschienen nur 17 Firmen, darunter waren die Meisten ausländische Unternehmen. „Anfangs hatte ich darum gebangt, ob überhaupt zehn Unternehmen erscheinen würden. Deshalb bin ich mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden“, sagt er.
Die meisten Firmen haben zwar auf eine Repräsentanz auf der Jobmesse verzichtet, aber viele würden sich eine zukünftige Teilnahme überlegen. Viele chinesische Firmen rufen gerne Marketingkampagnen ins Leben, die gezielt Homosexualität anspricht, doch im Büro wollen sie das Thema eher unter den Tisch fallen lassen.
Die vierstündige Jobbörse zog insgesamt über 400 Jobsuchende auf sich. Viele waren Uni-Absolventen. Bielinski hoff, dass sich die Besucher auf dem Arbeitsmarkt weniger unwohl fühlen und sich unbefangener geben würden.
Quelle: people.cn
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