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26. 08. 2015 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Statue als Tribut an Freundschaft in harten Zeiten

Schlagwörter: Statue Tribut Freundschaft jüdisch

Passanten gehen an einer Statue vor dem Museum für jüdische Flüchtlinge in Shanghai vorbei, die eine chinesische Frau zeigt, die einen Schirm über ein kleines jüdisches Mädchen hält.

Vor dem Museum für jüdische Flüchtlinge in Shanghai im Bezirk Hongkou wurde eine Statue enthüllt, die eine chinesische Frau zeigt, die einen Schirm über ein kleines jüdisches Mädchen hält, das einen Teddybär in der Hand hält. Kreiert wurde sie vom einheimischen Künstler Zhao Qiang. Die Statue soll Erinnerungen an die Freundschaft aufrechterhalten, die in der Stadt während der harten Zeit des Krieges und der Entbehrungen entstanden ist. Für die 65-jährige Israelin Sara Imas erzählt die Skulptur eine sehr persönliche Geschichte. "Während des Krieges haben Juden und Chinesen, die in Shanghai gelebt haben, tiefe Freundschaften geschlossen, denn sie waren alle arm und mussten alle mit denselben harten Bedingungen zurechtkommen", sagte sie.

Die Pensionistin wurde 1950 in Shanghai geboren, ihr Vater war Jude und die Mutter Chinesin. Ihr Vater Leiwi Imas ist 1939 in Shanghai angekommen, nachdem er aus Nazi-Deutschland geflüchtet ist. Er war damals 43 und alleinstehend. In jener Zeit war die Stadt Heimat für ungefähr 23.000 jüdische Flüchtlinge, die große Mehrheit von ihnen lebte in Hongkou. Imas begann sein Leben in Shanghai damit, indem er eine kleine Bäckerei eröffnete. Seine Produkte haben sich gut verkauft und über die Jahre etablierte er ein florierendes Geschäft. Er entwickelte sich auch persönlich weiter und heiratete eine seiner Angestellten – Xia Guiying aus der Provinz Jiangsu. Allerdings ging die Ehe trotz des wirtschaftlichen Erfolges in die Brüche und das Paar ließ sich scheiden. Als der Vater im Jahr 1962 starb, wurde Imas von ihrer Mutter abgelehnt und sie musste sich im Alter von 12 Jahren selbst versorgen.

Vier Jahre später begann die "Kulturrevolution" (1966-76). Imas meldete sich freiwillig, um auf dem Land zu arbeiten, wurde jedoch von den lokalen Beamten als Ausländerin abgelehnt. "Shanghai war meine Heimat", sagte sie. Sie versuchte daraufhin wieder, mit ihrer Mutter Kontakt aufzunehmen, doch die Beziehung zwischen den beiden ließ sich nicht wiederherstellen: "Sie hat zu dieser Zeit noch einmal geheiratet, und ihre Familie wollte mich nicht um sich herum haben. Als ich bei ihnen gegessen habe, gab es nur Gemüse, doch wenn ich weg war, aßen sie Fleisch." Einsam und allein suchte Imas die Aufmerksamkeit eines einheimischen Mannes und das Paar heiratete. Doch auch diese Ehe ging in die Brüche, woraufhin sie noch einmal heiratete und zwei Söhne und eine Tochter bekam. Als schließlich auch die zweite Ehe schiefging, beschloss sie, nach Israel zu ziehen.

Im Alter von 42 Jahren zog sie 1992 nach Israel. Das Bild, auf dem der israelische Premierminister Yitzhak Rabin sie persönlich begrüßt, ist immer noch auf ihrem Nachtkästchen. Entschlossen, in ihrem neuen Leben erfolgreich zu sein, lernte Imas Hebräisch und verdiente zunächst als Tellerwäscherin in einem Restaurant nur sehr wenig. Später eröffnete sie ein Restaurant, in dem sie Frühlingsrollen nach Shanghai-Art verkaufte. "Ich habe immer daran geglaubt, dass die schlechten Tage einmal zu Ende gehen würden", sagte sie. Nachdem sie den Restaurant-Job aufgegeben hatte, nahm Imas eine Stelle an einem israelischen Gericht an und wurde schließlich Repräsentantin einer Diamantenfirma in China. Sie zog dafür 2003 zurück nach Shanghai. "Ich sehe mich selbst als Shanghaierin", sagte sie. Bei ihrer Rückkehr fand sie auch eine neue Liebe und lebt heute mit ihrem Ehemann, einem Universitätsprofessor in der Pudong New Area. Obwohl sie offiziell im Ruhestand ist, arbeitet sie immer noch als Freiwillige und hilft den Menschen an einer geschäftigen Kreuzung in der Nähe ihrer Wohnung über die Straße. "Ich mag es, etwas zu dieser Stadt beizutragen", sagte sie.

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Quelle: german.china.org.cn

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