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| 05. 06. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
In der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai explodiert der Drogenkonsum förmlich. Besonders die Modedrogen sind für den Einstieg beliebt. Die städtische Drogenkommission hat jetzt eine Präventivkampagne gestartet.

Die Anzahl Drogenabhängiger in Shanghai stieg in den vergangenen Jahren um 20 Prozent an. Etwa vierfünftel der Einsteiger nutzen neue, populäre Drogen, welche eine halluzinogene Wirkung haben und zu Verbrechen führen könnten, so die Shanghai Antidrogenkommission gestern. Die Kommission schockierte mit der Zahl als Start einer Monate langen Antidrogen-Kampagne, welche die Jugend zu dem Thema sensibilisieren soll. Die Verbreitung neuer Drogen wie Methamphetamine, "ICE", MDMA oder Ecstasy gehen mit mehr Drogenhandel einher. Dies ist eine Enorme Herausforderung für die Drogenkontrolle der Stadt, so die Beamten.
In Shanghai gab es im ersten Quartal dieses Jahres 32.255 Drogensüchtige, das sind 15,47 Menschen pro 10.000 Einwohner. Fast die Hälfte der Süchtigen ist jünger als 35 Jahre, so die Kommission. Die Dunkelziffer ist aber sehr wahrscheinlich hoch. "Nach internationaler Praktik kommen auf einen bekannten Drogensüchtigen 4 bis 8 noch nicht Erfasste. So könnte man sagen, dass es in Shanghai hunderttausende Drogenkonsumenten gibt", meinte Zhou Weihang, der Direktor der Kommission. Über 80 Prozent der in letzter Zeit abhängig gewordenen Menschen nehmen Modedrogen, so die Kommission. Die meisten von ihnen leiden an psychologischen Störungen, hervorgerufen durch die Amphetamine, welche das Nervensystem schädigen können und Halluzinationen hervorrufen. Es ist nach Angaben der Kommission schon häufig vorgekommen, dass die Drogenkonsumenten meinten, jemand wolle sie umbringen, nachdem sie "ICE" zu sich nahmen. Dann verletzten sie andere Leute zum Teil schwer, da sie dachten, sie würden sich selber verteidigen. "Dieses Jahr hat ein Discobesucher "ICE" zu sich genommen und hatte sofort Halluzinationen. Er erstach dann eine Serviererin mit einem Fruchtmesser und verletzte einen Freund, welcher ihn aufhalten wollte", erzählte Zhou.
Die neuen Arten von Drogen zu nehmen wird als modisch angesehen, besonders unter den jungen Konsumenten, so Zhou. "Sie merken nicht, dass diese Drogen nicht nur Illegal sind, sondern auch das Gehirn ernsthaft und irreversibel schädigen können." Nach Polizeiangaben werden große Drogenfälle immer wie häufiger. "Shanghai wurde zu einem wichtigen Knotenpunkt für den Drogenimport und den Handel in Südchina", erklärte You Wei von der Shanghaier Polizei. Der illegale Drogenhandel mit Drogen aus dem Ausland eskaliert. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres knackte die Stadtpolizei 19 Drogenschmuggelfälle aus dem Gebiet des "fruchtbaren Halbmondes". Im Jahr zuvor, zum Vergleich, war es gerade ein einziger Fall.
Quelle: Shanghai Daily
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