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20. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Brüssel im Zeichen Chinas mit europalia.china

Im diesem Jahr, nach dem chinesischen Kalender dem Jahr des Büffels, wird das Brüsseler Festival Europalia dem Land China gewidmet sein. Das bedeutende belgische Kulturfestival gehört (mit 1 Millionen Besuchern im Jahr 2007) zu den wichtigsten Festivals Europas.

In der Folge der olympischen Spiele und ein Jahr vor der Weltausstellung Expo Shanghai 2010 wird europalia.china für die Dauer von 4 Monaten ab dem 8. Oktober 2009 bis zum 14. Februar 2010 das Eintauchen in die verschiedenen Facetten der chinesischen Kultur ermöglichen. Große Ausstellungen, darstellende Künste, Musik, Oper, klassische Literatur, Poesie und Konferenzen stehen auf dem Programm von Europalia.china. Vier große zentrale Ausstellungen werden das Festival prägen und Schätze der chinesischen Kultur zur Schau stellen, die zum Teil noch nie zuvor außerhalb Chinas zu sehen waren. Die Ausstellung "Sohn des Himmels" (10. Oktober 2009-24. Januar 2010) im Brüsseler Palast der Schönen Künste wird der heiligen Gestalt des Kaisers gewidmet sein und zu einer Erzählung von Königen und Kaisern werden. Im Umfeld dieser Figuren, der Verkörperung des heiligen Bandes zwischen Himmel, Erde und Menschen, werden fast zweihundert Werke versammelt sein. Es werden einige der schönsten Stücke der 5.000 jährigen Kulturgeschichte Chinas gezeigt darunter Bronzen, prachtvolle Jagdgegenstände, ein Leichenhemd, Kulturgegenstände aus Edelmetallen, kaiserliches Porzellan, Seidenbrokat, Keramik, riesige vielfarbige Seidenrollen und vieles mehr. Die intensiven Bemühungen des Festivals Europalia bei den chinesischen Autoritäten erlaubten die Ausreise außergewöhnlicher Kunstwerke, die bisher noch niemals in der westlichen Welt gezeigt wurden. In den königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel wird die gesamte Geschichte der Seidenstraße (Eröffnung: 23. Oktober 2009) mit all ihren Mythen und Abenteuern für die Besucher nachgezeichnet. Mit Hilfe einer Vielzahl an wertvollen Objekten, ausgeliehen bei unzähligen chinesischen Institutionen, nationalen und provinzialen Forschungseinrichtungen, werden sie mitgenommen, auf eine außergewöhnliche Reise durch Zeit und Raum, welche sie durch die Provinzen von Xi’an bis zu den Bergen Tiansha führt. Diese Regionen sind wenig bekannt und kaum touristisch erschlossen. Darüberhinaus wird in den königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel eine bedeutende Sammlung von Brokaten aus Nanjing zu sehen sein.

Im Palast der Schönen Künste werden mit der Ausstellung "Der Orchideenpavillon: Die Schriftkunst in China" (14. Oktober 2009 – 31. Januar 2011) die Ursprünge und die Blütezeit einer der ältesten Schriften der Menschheit in ihrer ganzen kalligraphischen Pracht dargeboten. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das berühmte Vorwort zum Orchideenpavillion von Wang Xizhi, dem Meister der Kalligraphie. Neben einer kurzen Einführung in die chinesische Schrift und die Ursprünge der Kalligraphie, zeigt die Ausstellung eine Auswahl von Kunstwerken aus den großen chinesischen Staatssammlungen. Es werden Arbeiten von den bedeutendsten Vertretern der Kalligraphie aus den Dynastien Tang, Song, Yuan, Ming und Qing gezeigt. Nicht zuletzt wird auch die Kalligraphie der heutigen Zeit ausführlich dargestellt. Eine weitere Ausstellung im Palast der Schönen Künste in Brüssel "The State of Things" (16. Oktober 2009 - 10. Januar 2010) widmet sich der zeitgenössischen chinesischen und auch belgischen Kunst. Mit dem Auftauchen des "L’art pour l’art" glaubte man eine Zeit lang, dass die künstlerische Praxis sich der Trivialität der Gesellschaft entziehen könnte. Doch ist die Kunst nicht in Wirklichkeit ihre Reflexion und ihr Konzentrat? Dieser Überlegung widmen sich die zeitgenössischen Künstler Ai Weiwei und Luc Tuymans. Anhand einer durchdachten Auswahl aktueller Werke chinesischer und belgischer Künstler, hinterfragen Ai und Tymans diesen faustischen Pakt, der heute den Künstlern mit dem Kunstmarkt, die Kreativität mit dem Marketing verknüpft. Wie soll man darauf regieren - im boomenden China mit all seinen Widersprüchen und im winzigen Belgien, in dem Luc Tymans zu seinem wichtigsten Künstler und teuersten Herold geworden ist? Weitere Ausstellungen, unteranderem zu historischen Karten, der Geschichte des Tees, zur Kunst die aus der Kulturrevolution entstand und zu Plakaten der 30er Jahre aus Shanghai werden dieses großartige Festival und seine vielfältigen Darbietungen in den Bereichen Konzert, Oper und Theater enorm bereichern.

Quelle: www.europalia.eu

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