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| 24. 08. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Viele Leute genießen es, mit ihren Haustieren zu kuscheln. Doch sie sollten vorsichtig sein, wenn es sich bei dem Tier um einen Hund, eine Katze oder eine Reihe von Schlangen handelt, da sie sich dem Risiko aussetzen, sich mit einer Krankheit anzustecken.

"Haustierbesitzer sollten wissen, dass ihre Lieblinge gefährlich sein können", sagt Klaus Osterrieder, Leiter des Departments für Tiermedizin beim Virologischen Institut der Freien Universität Berlin. Obwohl Zoonosen – also Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen können – bei Nutztieren sehr viel höher sind, sind auch Haustiere eine mögliche Infektionsquelle.
Ein mögliches Problem sind etwa Hautpilzerkrankungen. Besonders in ländlichen Gegenden können sich Hunde oder Katzen bei den Nutztieren infizieren und dann den Hautpilz an die Menschen weitergeben, erklärt Professor Ingo Nolte von der Universität für Veterinärmedizin in Hanover. Ein Haustier mit einer Pilzinfektion sei leicht zu erkennen: "Runde kahle Stellen im Fell sind ein Symptom", so Nolte. Die Erkrankung sei leicht zu behandeln und nicht ernsthaft.
Auch Flöhe sind nicht schwer zu behandeln, aber sehr unangenehm. "Katzenflöhe sind sehr verbreitet", sagt Nolte. Hunde können Milbeninfektionen übertragen wie etwa Krätze, die, wie Nolte sagt, zu einer geröteten Haut mit Juckreizen führt. "Krätze dauert in der Regel ein paar Tage und verschwindet dann von selbst."
Katzen übertragen auch gelegentlich die Katzenkratzkrankheit, die durch Bakterien hervorgerufen wird. "Örtlich begrenzte Pusteln erscheinen dann", erklärt Osterrieder. In seltenen Fällen würden die Pusteln den ganzen Körper überziehen. Ein Problem sei, dass viele Tierbesitzer und auch Ärzte nicht sofort den Grund für die Erkrankung erkennen.
Tiere übertragen auch Viren wie die Kuhpocken, was sich etwa im vergangenen Jahr in den beiden deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern ereignet hat. "Die meisten Betroffenen wurden von infizierten Nagetieren wie farbigen Ratten angesteckt, oder haben solche ihren Schlangen verfüttert", sagt Osterrieder. "Diese Pocken kamen, nachdem die Menschen mit Tieren zu tun hatten. Normalerweise werden sie über die Lippen oder die Augen übertragen. Aber sie können sich auf den ganzen Körper ausweiten, wenn die Leute ein geschwächtes Immunsystem haben. Sie können sogar zum Tod führen."
Schlangen und andere Reptilien sind allerdings auch nicht harmlos. Tiere, die zuhause aufgezogen wurden, sind normalerweise unproblematisch, sagt Rudolf Hoffmann, ein Tierarzt, der sich bei der Münchner Reptiliensammelstelle auf Fische und Reptilien spezialisiert hat. "Tiere, die erst kürzlich aus den Tropen importiert wurden, können allerdings infiziert sein", sagt er weiter. So können Schlangen etwa Träger von einzelligen Parasiten sein. Solche Infektionen werden dann offensichlich, wenn die Tiere sich übergeben.
"Beim Reinigen eines Terrariums kann es wegen der Fäkalien zu einer Schmierinfektion mit schweren Konsequenzen für Magen und Darm kommen", betont Hoffmann. Auch Salmonellen können so übertragen werden. "Hält man sich an die Hygienevorschriften, ist die Haltung von Reptilien nicht wirklich riskant." Man dürfe jedoch Tiere wie Schildkröten nicht mit ins Bett nehmen, und man solle jedes Mal sorgfältig die Hände waschen, nachdem man sie berührt hat.
Egal welche Art von Haustier man hat, die Besitzer sollten sich nicht zu sehr über eine mögliche Infektion den Kopf zerbrechen. "Theoretisch kann ein Tier alles übertragen: von einem Virus über Bakterien bis zu Parasiten", sagt Osterrieder. In der Praxis geschehe dies aber erstaunlich selten.
Quelle: China Daily
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