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| 24. 09. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Der Tod dreier Patienten nach der Injektion eines pflanzlichen Medikaments hat erschreckende Zahlen ans Licht kommen lassen: Rund 70 Prozent aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen in China werden durch pflanzliche Injektionsmedikamente verursacht.

Die neuesten Schreckensnachrichten über ein durch Injektion verabreichtes pflanzliches Medikament, das wahrscheinlich drei Menschen getötet hat, haben Bedenken über die Sicherheit chinesischer Medikamente, vor allem Injektionsmedikamente, ausgelöst. Rund 70 Prozent aller unerwünschten Arzneimittelwirkungen in China würden durch Injektionen pflanzlicher Medikamente verursacht, berichtet China Central Television unter Angabe von Zahlen der Staatlichen Verwaltung für Lebensmittel und Medikamente (SFDA). Die neuesten Meldungen kamen über das Wochenende, nachdem die SFDA und das Gesundheitsministerium gemeinsam den Verkauf und die Verwendung von Injektionen pflanzlicher Medikamente infolge der drei Todesfälle diesen Monat gesperrt hatten.
Die drei Patienten aus den Provinzen Anhui, Yunnan und Jiangsu starben zwischen dem 7. und 15. September, nachdem sie Injektionen des Medikaments Shuanghuanglian verabreicht bekommen hatten. Das pflanzliche Medikament sei vom Pharma-Unternehmen Duoduo in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang produziert worden, heißt es vom Staatlichen Kontrollzentrum für unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei der SFDA in einer Stellungnahme. Die drei Todesfälle stünden wahrscheinlich mit der Injektion des pflanzlichen Medikaments in Zusammenhang.
Geißblatt, Helmkräuter und Forsythie sind die hauptsächlichen Bestandteile von Shuanghuanglian. Das Heilmittel wird seit langem gegen Fieber, zur Behandlung von Infektionen der oberen Atemwege, bei leichter Lungenentzündung und akuter Mandelentzündung verwendet. Experten vom Gesundheitsministerium und der SFDA haben ein Team für die Untersuchung der Todesfälle zusammengestellt.
Li Jun, Sprecher der Verwaltung von Lebensmitteln und Medikamenten in Heilongjiang, erklärt, das Pharma-Unternehmen Duoduo sei aufgefordert worden, die Produktion des Medikaments zu stoppen, und Krankenhäuser seien dazu angehalten, die Injektionen nicht mehr zu verwenden. Die Behörden der Provinz hätten außerdem eine Untersuchung der Produktion, der Tests und der Verkäufe des pflanzlichen Mittels begonnen.
Indes erklären Mitarbeiter der SFDA, sie hätten eine landesweite Kampagne zur Überprüfung der Sicherheit von pflanzlichen Injektionen in China in Gang gesetzt. Die Kampagne, die im Juli initiiert wurde, habe das Ziel, die Sicherheitsrisiken von pflanzlichen chinesischen Injektionsmedikamenten zu kontrollieren und sämtliche unsichere Produkte zu eliminieren, so der stellvertretende Direktor der SFDA, Wu Zhen.
Offizielle Zahlen belegen, dass in China rund 120 pflanzliche Injektionsmedikamente erhältlich sind, diese machen rund 3 Prozent der gesamten 4.000 Medikationen landesweit aus. Die Sicherheitsbedenken gegenüber dem Injektionsmedikament von Duoduo sind die jüngsten nach einer Reihe solcher Vorfälle. Im Februar war eine weitere Fabrik in Heilongjiang geschlossen worden, nachdem deren Shuanghuanglian schwere Nebenwirkungen bei drei Patienten ausgelöst hatte, von denen einer starb.
Quelle: China Daily
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