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| 27. 09. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |

Kunden laufen im Fengguo Space von Box zu Box, wo sie einzigartige und kreative Geschenke finden können. Fengguo Space gibt unabhängigen chinesischen Künstler eine Chance, ihre Produkte zu zeigen. [Jonah M. Kessel]
Wenn der Regierungsbeamte Wang Luoyuan (39) seine Wohnung einrichten will, dann geht er zu IKEA. Wenn er für seine Frau ein Paar Ohrringe kaufen möchte, kommt ihm Tiffany in den Sinn. Wenn sein Kind eine Schultasche braucht, geht er zu Adidas. Doch die 27-jährige Bankangestellte Luo Ruixue ist anders. Sie bevorzugt den Fengguo Space, wo Produkte verkauft werden, die unabhängige chinesische Designer entworfen haben, die sonst auch für ausländische Labels arbeiten. Luo zeigt auf ihren Rock, den sie dort gekauft hat: 100 Prozent Baumwolle, schwarz mit Polkapunkten und chinesischen Zeichen. "Wenn ich einen Marc Jacobs-Rock kaufe, kostet mich das locker 1000 Yuan und jemand anderes hat vielleicht den gleichen Rock. Aber wenn ich diesen hier kaufe, den ein College-Student entworfen hat, bekomme ich ihn für nur 145", erklärt Luo und fügt an: Marken seien out, unabhängige Designs seien in.
Fengguo Space, eine Niederlassung von Fengguo Box in Pekings Silicon Valley Zhongguancun, ist clever eingerichtet. Jedes Regal ist in einzelne Abteile unterteilt, welche Designer mieten können, um ihre Waren zur Schau zu stellen. Abhängig von der Größe kostet die Miete zwischen 30 bis 400 Yuan pro Monat. Im Fengguo Space gibt es viele klassische Spielsachen wie Autos oder Roboter. Sie alle haben ein großes Preisschild. Ein anderer Teil der Produkte wird Bausteine genannt. Dort gibt es Schlüsselanhänger aus Legosteilnen. Weiterer Ramsch wie Taschen, Zigarettenschachteln oder ausgestopfte Tiere sind ebenfalls ausgestellt. Waren von einheimischen Designers wie Prinzessin Zhao Xi und Gao Yuan gibt es genauso wie solche von Designers aus europäischen Ländern.

Xu Jianmeng, Marketingchef der Box Community, sagt, dass sie auch Independent-Möbel aus dem Ausland für chinesische Konsumenten anbieten wollten. Darunter seien Namen wie Microworks, Athmos oder Suck UK. "Junge Chinesen hassen es, gleich wie die anderen zu sein. Sei es beim Essen, bei der Kleidung oder dem Lebensstil. Sie wollen nicht alle den gleichen IKEA-Stil. Dies ist der Grund, wieso Indie-Design heute so populär ist", glaubt Xu.
Zhao Xi, eine Teilzeit-Indie-Designerin, arbeitet bei einer Werbefirma. Dies ist ein üblicher Alltagsbürojob. Aber sie hat realisiert, dass es ihr Traum ist, Kleider für einen eigenen Indie-Shop zu entwerfen. Damit hatte sie schon in der Uni begonnen. "Vor 2007 gingen wir zu den i-Marts, um die Sachen zu verkaufen, die wir entworfen haben. Inzwischen erhalten Indie-Designsachen mehr Aufmerksamkeit. Wir haben nun Box-Shops und wir haben richtige i-Marts. Einige der Designer fangen an, Geld zu machen", sagt Zhao. Sie trägt ein farbiges Halskettchen, das sie für sich selber gemacht hat.
Die Fengguo Box hat den ersten i-Mart in Peking 2007 organisiert. Obwohl es damals nur 26 Stände gab, haben diese innerhalb von zwei Tagen mehr als eine halbe Million Yuan generiert. Nun gibt es alle zwei Monate einen i-Mart. Fünf Monate nachdem die Fengguo Box ihren ersten Laden im Jahre 2007 eröffnet hatte, hatte sie einen Umsatz von 1,7 Millionen Yuan.
Die Regierung möchte lokales Design födern. Die Beijing Original Design Promotion Association (BODA) wurde Ende letzten Jahres gegründet. Sie ist eine Organisation unter der Beijing Sci-Tech Association. Die BODA hatte am 18. August eine Ausstellung in Sanlitun organisiert, bei der sie die Werke von 30 Designers zeigte. Ma Jia, der Präsident der BODA, sagte, chinesische Indie-Designer brauchen mehr Plattformen, um Anerkennung zu erlangen. Er sagte, Indie-Designer, die Medien, die Regierung, Konsumenten und die Länden müssten zusammenarbeiten, um es besser zu vermarkten. Viele der Indie-Designer, welche diese Auststellung besucht haben, wurden zuhause und im Ausland berühmt. Einer von ihnen ist der Hongkong-Designer Alan Yip mit seiner Design Cooopertation Zhouzhan. Einige Werke der Beijing Desingerfirma Lococo gewannen den Rotenpunkt, was in der Designindustrie als eine Art Oscar gilt.
Quelle: China Daily
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