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| 13. 10. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |

Ein Model präsentiert am 7. Oktober eine Kreation des US-Designers Marc Jacobs als Teil seiner Damenkollektion Früjhar/Sommer 2010 für Louis Vuitton während der Paris Fashion Week. [Agenturfoto]
Zu Hochzeiten des Luxusgüterbooms genügte es, nur eine erfolgreiche "It-Tasche" auf den Markt zu bringen, um das Ansehen einer Modefirma nachhaltig zu ändern.
Während der Shows auf der letztwöchigen Paris Fashion Week, hofften Einkäufer, Designer und Geschäftsführer, dieselbe Magie der Accessoires möge den Luxusmarken helfen, die Wirtschaftskrise zu überstehen.
"Sicher, die Krise ist da, aber das ist immer eine Gelegenheit für einige Marken. Wir werden jedenfalls ein Rekordjahr mit Rekordprofiten erleben," sagte Sebastian Manes, Accessoires-Direktor bei Selfridges&Co, gegenüber Reuters bei der Show von Vivienne Westwood.
Er gab an, das britische Kaufhaus hätte im Vorjahresvergleich einen zweistelligen Verkaufszuwachs bei Handtaschen erlebt, nachdem sie ihre Enkaufsstrategie aufgrund des nachlassenden Interesses der Kunden an It-Taschen verändert hätten.
Zuvor kam auf jeden Designer eine It-Tasche, erläuterte Manes. Nun würde Selfridges ein größeres, häufiger wechselndes Spektrum von Taschen anbieten, wozu auch eigenwilligere Marken wie Martin Margiela, Vivienne Westwood und Dries Van Noten zählten. "Wir kommen mit genügend Kohle in den Taschen nach Paris," fügte er hinzu.
Die Hersteller von Luxusgütern haben erlebt, wie die Krise ihre Verkäufe getroffen hat, jedoch haben sich Accessoires als krisenfest erwiesen, da die Einkäuferinnen damit ihre Garderobe vom letzten Jahr aufbrezeln wollen.
"Abendgarderobe für Festlichkeiten wird weniger verlangt, dafür wollen die Kunden mehr Taschen, Schuhe und Foulards, weil sie damit ihren Look aufpeppen wollen," sagte Simone Rondelli, Miteigentümer der Supperclub Boutique im italienischen Bologna.
Im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen die Verkäufe von Lederwaren bei Hermes um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 228 Millionen Euro und machen damit merh als die Hälfte aller Umsätze des Unternehmens aus.
Auch bei Dior, Teil der Luxusgruppe LVMH, spielen die Lederwaren heute eine ähnlich wichtige Rolle im Gesamtgeschäft. Große Ledertaschen spielten die Hauptrolle bei der Dior-Show, die vom Film Noir inspiriert war. Geschäftsführer Sidney Toledano erzählte Reportern hinter der Bühne, dass Accessoires weiterhin "extrem wichtig" blieben.
Manche Designer versuchen nun, ein neues Kult-Accessoire zu finden, dass die It-Tasche ablösen könnte. So ließ Karl Lagerfeld bei Chanel ein Model auf dem Laufsteg ihr Blackberry zücken, um die Aufmerksamkeit auf die Designerhülle für das Gerät zu lenken.
Andere sind nach wie vor überzeugt, dass die It-Tasche, die frau einmal pro Saison haben muss, nicht tot sei – eine sich bestens verkaufende Tasche, die man sofort erkennt, weil Stars wie Kate Moss sie tragen und stark für den Kauf werben.
"Ich glaube nicht wirklich, dass es vorbei ist," meinte Estelle Orilland, Accessoires-Designer bei Stella McCartney, gegenüber Reuters nach einer Show, in der außergewöhnliche Taschen aus Holz gezeigt wurden.
Früjhar/Sommer 2010, mischte Orilland Schmuck und Accessoires, indem sie die handgemachten Taschen mit preziösen Materialen wie Kristallen kombinierte.
"Für uns geht es weiterhin um die Tasche der Saison, und dann um verschiedene Materialien. Ich weiß, die It-Tasche hat es schwerer...aber wir arbeiten nun noch stärker an den Details," ergänzte sie.
Quelle: China Daily
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