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26. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Abt verteidigt kommerzielle Nutzung seines Tempels

Der Abt des Shaolin Tempels in der zentralchinesischen Provinz Henan wehrte sich gegen Kritik an seinem "materialistischen Lebensstil". Die Mönche und er erhielten nur eine monatliche Beihilfe von weniger als 200 Yuan, sagte er.

Der Abt Shi Yongxin

Der Abt Shi Yongxin antwortete in einem online Interview der Zeitung People’s Daily erstmals auf einen Brief, den ein Hacker unter seinem Namen am 11. November auf der Webseite des Tempels veröffentlicht hatte.

In dem Brief wurde er beschuldigt, den 1500 Jahre alten Tempel für kommerzielle Zwecke zu nutzen.

Neben dem gefälschten Brief befand sich ein Foto des meditierenden Abtes auf der Webseite. In dem Brief hieß es, Shi sei beschämt, den Tempel zugunsten von Ruhm und materiellem Wohlstand entehrt zu haben. Er sei bereit, die Schuld für die "Verfehlungen am Tempel" auf sich zu nehmen.

Der 44-jährige Shi wies die persönlichen Angriffe zurück und sagte, der Hacker nehme die Buddhisten, den Tempel und ihn selbst aufs Korn. Er bewundere den "online Kungfu, der Shaolins legendäre Verteidigungswälle überwältigt hat".

Der erste Mönch in China mit einem Master of Business Administration sagte, dass sich die Höhe seiner Beihilfe seit Beginn seines Mönchseins 1981 kaum erhöht habe. Seine täglichen Nahrungsausgaben seien in den vergangenen drei Jahren von 5 Yuan (50 Eurocent) auf 7 Yuan (70 Eurocent) gestiegen.

Wohltätigkeitsspenden

Shi lebt nach eigenen Angaben mit einer monatlichen Beihilfe von 200 Yuan (20 Euro) dasselbe Leben wie die anderen Mönche von Shaolin. Das meiste gebe er für Bücher und buddhistische Kunstwerke aus. Für Buddhisten sei Geld unwichtig, ein Großteil fließe in Wohltätigkeitsspenden.

Es sei nötig gewesen, Shaolin mit der Welt zu verbinden. Das sei der Grund, weshalb er Shaolin in Überseegeschäften als "Marke" verkaufe.

"Der Brief des Hackers ist für den Tempel und mich ein Anreiz, das Shaolin Geschäft noch stärker auszuweiten", sagte Shi. "Die Globalisierung ist der einzige Weg, durch den die Welt Shaolin als ein Hauptbestandteil der chinesischen Kultur verstehen kann."

Der Shaolin Tempel ist für seinen Einfluss auf die chinesische Kampfkunst bekannt. Er schickt Mönche unter anderem nach Las Vegas für Kungfu Aufführungen.

Quelle: Shanghai Daily

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