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| 18. 05. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Eine TV-Talentshow mit Boygroups, die wie Mädchen gekleidet sind, hat für eine kleine Sensation in China gesorgt.
Die Teilnehmer der Talent-Show "Happy Boys" sind geschminkt, tragen kurze Röcke, Seidenstrümpfe und High-Heels und begeistern das Publikum mit Falsett-Versionen beliebter Schlager. Auch die Juroren waren verblüfft ob des überzeugenden Auftretens, femininer Gesten und sanfter Stimmen der Sänger.

Liu Zhu aus Chengdu, Hauptstadt der Provinz Sichuan, bekam trotzdem begeisterte Kritiken für seine Darstellung des Faye Wong Hits "Legende". Er war jedoch verärgert, als ihn einige Kommentatoren ein "falsches Mädchen" nannten. "Ich bin kein falsches Mädchen. Ich habe mich so angezogen, seit ich jung war. Es fühlt sich ganz natürlich an", findet er.
"Happy Boys" wurde 2007 vom Hunan Satellitenfernsehen als Nachfolger des TV-Hits "Super Girls" begonnen. Die Gewinner werden von Juroren und per SMS von den Zuschauern gewählt. Chen Chusheng von der Insel Hainan wurde ein großer Star, nachdem er den ersten Talentwettbewerb von "Happy Boys" im Jahr 2007 gewann. Seine märchenhaften Erfolg hat der Show seitdem eine konstanten Strom von Aspiranten beschert.
So sehr sich die Öffentlichkeit für die diesjährige Beugung der Geschlechterrollen erwärmt haben mag, so sehr waren konservative Kommentatoren empört. Zhang Junyu, der für China.com.cn schreibt, beschuldigte Hunan Satellite TV die Bewertungen Lius zu hypen. "Dieses Programm nutzt die Massenmedien, um ungesunde Werte in der Öffentlichkeit zu verbreiten", fauchte er.
Aber nicht jeder ist so kritisch. Xie Jinchuan, ein Soziologe von der Communications University of China, sagte, es sei irrational, die Show anzugreifen. "Eine Aufführung ist eine Aufführung. Es handelt sich einfach um Männer, die auf der Bühne die Rolle von Frauen spielen. Damit folgen sie den Fußstapfen vieler berühmter Interpreten."
"Natürlich nutzt der TV-Sender das, um Zuschauer anzulocken. In diesem Jahr konzentrieren sie sich auf Männer, die sich als Frauen verkleiden, im nächsten Jahr wird es etwas anderes sein", sagte Xie.
Liu sagt, er begann in seiner frühen Jugend, sich wie ein Mädchen zu kleiden. Er will keine Geschlechtsumwandlung, lebt aber auch nicht komfortabel in der Rolle eines Mannes. "Körperliche Untersuchungen beim Arzt machen mich nervös und ich gehe selten auf öffentliche Toiletten. Ich fühle mich komisch, wenn ich in ein öffentliches Bad gehen und sehen muss, wie sich nackte Männer gegenseitig mit Handtüchern abrubbeln", sagte Liu in einem Interview mit der Chengdu Business Daily.
Professor Xie kommentierte gegenüber China.org.cn: "Heutzutage ist die Grenze zwischen Männern und Frauen mehr und mehr verwischt. Der Wertewandel bedeutet, dass die Gesellschaft immer toleranter gegenüber diesen einzigartigen Menschen wird."
Quelle: german.china.org.cn
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