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12. 08. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Chinesen hatten 2009 meiste Schönheitsoperationen in Asien

Schlagwörter: ISAPS,China,kosmetische Verbesserungen ,plastischer Operationen ,Brasilien,Indien

Eine Umfrage, die von der International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) durchgeführt wurde, hat ergeben, dass sich 2009 in China mehr Menschen "unter das Messer" für kosmetische Verbesserungen begeben haben als in jedem anderen Land in Asien, berichtete Mirror Evening News am Dienstag.

Die Statistiken der ISAPS. Umfrage besagen, dass die Vereinigten Staaten im letzten Jahr die weltweite größte Zahl plastischer Operationen verzeichnete, was 17,5 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht, gefolgt von Brasilien. China rangiert auf dem dritten Platz mit 12,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, gefolgt von Indien.

Plastische Chirurgie ist eine spezielle Disziplin, die chirurgische Techniken nutzt, um das Aussehen und die Funktion der Körper der Patienten zu verändern. Einige dieser Operationen werden als "kosmetische" bezeichnet, andere sind rekonstruktiver Natur.

Bei der Mehrheit der Operationswilligen in China handelt es sich offenbar um Hochschulabsolventen. Der Chirurg Chen Hang vom Krankenhaus in Zhengzhou berichtete bereits vor fünf Jahren in der Zeitung China Youth, dass ihn viele Mädchen mit dem Foto eines Filmstars aufsuchen.

Aufgrund der angespannten Arbeitsmarktsituation griffen etwa junge Absolventen in China immer öfter nach dem Strohhalm, der sie aus der Masse der Bewerber hervorheben soll: Eine Schönheits-OP gilt dabei als schnellster Weg zu einem besseren Aussehen. Liu Chunlong, Chef der Shanghai Art Cosmetic and Esthetic Surgery, dessen Klinik auch immer mehr Kunden bekommt, nennt die Gründe für den Run auf Schönheitsoperationen: "Manche von ihnen tun es wegen des Drucks bei der Stellensuche und andere wegen des Drucks bei der Suche nach einem Ehemann", sagt Liu. "Viele von ihnen lassen sich mehr als nur einmal operieren." Der Sommer ist angeblich die beliebteste Zeit für solche Eingriffe.

Die wachsende Beliebtheit von Schönheitsoperationen bereitet aber auch den chinesischen Grenzbeamten mitunter Kopfzerbrechen. Seinen Höhepunkt erreichte das Problem, als junge Frauen ihrem Ebenbild im Reisepass überhaupt nicht mehr glichen, wie china.org.cn im August 2009 berichtete. Eine Gruppe von 23 chinesischen Frauen war in Shanghai angekommen, die ganz anders aussahen als noch bei ihrer Abreise ein paar Tage zuvor. Sie hatten größere Augen und Nasen. Ihr Kinn war dünner. Auf Fragen der Beamten gaben sie an, gemeinsam zu einer Schönheits-OP-Tour nach Südkorea gereist zu sein. Stiche und Verbandmaterial in ihrem Gesicht unterstützen diese These und man ließ sie passieren.

Dann gibt es auch "rekonstruktive" Fälle. Über einen Fall der besonderen Art berichtete die Chongqing Business News vor drei Jahren: Zhao Gang (32) aus der Stadt Chongqing, verlor seine erste Frau bei einem Autounfall im Jahr 2004, und wollte nun, dass seine neue Frau sich operieren lässt, um genau wie seine verstorbene Frau auszusehen.

Zhao sagte, er habe nur auf extremen Druck seiner Eltern wieder geheiratet. "Ich habe sie nur geheiratet, weil sie ein bisschen wie meine verstorbene Frau aussieht, und ich möchte eine Chance, meine Fehler wieder gut zu machen", sagte Zhao.

Deshalb schlug er seiner neuen Braut vor, sich plastischer Chirurgie zu unterziehen, damit sie wirklich seiner tote Frau ähnele. Seine seine zweite Frau stimmte seinem Vorschlag zwar zu, sagte aber der Zeitung, "Ich habe einen persönlichen Konflikt bei dieser Sache. Ich möchte einerseits nicht zum Schatten eines anderen werden, aber ich will auch nicht meine Familie verlieren. Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Operation mich nicht hässlich aussehen lassen wird." Zhao war das egal: "Vielleicht ist es mehr oder weniger unfair, aber sie hat zugestimmt. Ich werde sie mit all meiner Liebe umarmen." Welche Frau, die alte oder die neue? Diese Frage stellte sich auch der Chirurg.

Der Direktor der plastischen Chirurgie am Chongqing People's Hospital, Dr. Zhang Lianfeng, wollte der Frau nämlich nicht sofort einen OP-Termin anbieten und forderte das Paar zunächst zu einer psychologischen Beratung auf. Zhang erhob Einwände gegen Fälle wie diesen und erklärte: "Plastische Chirurgie ist nicht der beste Weg, eine Beziehung aufrechtzuerhalten, und die Operation kann nicht zwei Leute genau gleich aussehen lassen."

Quelle: german.china.org.cn

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