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| 14. 03. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Wenzhou, eine Stadt in der Provinz Zhejiang, war früher ein wirtschaftlich blühender Ort mit internationalem Hafen, der auch heute noch gut erhalten ist. In den Chroniken von Wenzhou sind die oft extravaganten und stets faszinierenden Hochzeitsrituale aufgezeichnet.

Ritual für einen Heiratsantrag: Kaihe
Da eine Heirat als Vereinigung zweier Familien angesehen wird, ist das Kaihe, also das Anfangsritual für eine Heirat, eine Weissagungszeremonie, die von beiden Familien abgehalten wird, um zu sehen, ob die Geburtsdaten des Paares gut zueinander passen. Der Heiratsvermittler bringt der Familie des Bräutigams eine Karte, auf der das Geburtsdatum der Braut steht. Die Familie lädt dann einen Weissager ein, der vorhersagt, ob die beiden Geburtsdaten gut zueinander stehen. Wenn alles gut geht, bittet die Familie den Heiratsvermittler, das Geburtsdatum des Bräutigams mit auf die Karte zu setzen und ihnen dann die Karte zurückzugeben. Sie wiederholen die Weissagungsrituale und beten zu Buddha.
Verlobungsritual: Yipin und Xiaoding
Wenn das Kaihe-Ritual abgeschlossen ist, beginnen die Verhandlungen über die Bezahlung und Mitgift für die Braut mit dem Heiratsvermittler als Mediator. Dies ist bekannt als Yipin. Allgemein gesagt ist es so, dass je höher die Bezahlung für die Braut ist, auch umso größer die Mitgift ist, die normalerweise Möbel und Alltagsgegenstände beinhaltet, wie Tische, Schränke und dergleichen. Zu der Mitgift einer Braut selbst aus der ärmsten Familie gehören immer Nachtgeschirr und Wassereimer.
Nach dem Yipin-Ritual vergibt die Familie des Bräutigams Geschenke oder Xiaoding an die Familie der Braut. Unter diesen sind normalerweise Gold- oder Silberringe, vier Packungen Hochzeitstorte, Huhn, Gans, Fisch und Schwein. Im Gegenzug gibt die Familie der Braut der Familie des Bräutigams Obstschalen mit Litschi, Longan und roten Datteln. Die Aussprache des Wortes für Schale ist im Wenzhouer Dialekt dieselbe wie für das Wort Beständigkeit und symbolisiert eine lang anhaltende Beziehung. Die Familie des Bräutigams bewahrt die Schalen unberührt bis zum Tag der Hochzeit auf.
Verlobungsritual: Dading
Das Verlobungsritual Dading besteht aus dem Geschenk einer Drachen- und einer Phoenix-Heiratsurkunde an die Familie der Braut. Die Familie behält eine und gibt die andere nach dem Unterschreiben an die Familie des Bräutigams zurück. Dies ist eine formale Angelegenheit, bei der die beiden Familien die Heirat anerkennen und ihren Segen geben. Das Dading legt außerdem das Heiratsdatum fest. Die Brautgeschenke und Mitgift, die bei dieser Gelegenheit verschenkt werden, sind doppelt so groß wie die Geschenke, die beim vorherigen Xiaoding vergeben worden waren. Wohlhabendere Familien stellen die Brautgeschenke und Mitgift bei einem Umzug durch die Stadt zur Schau.
Ritual vor der Hochzeit: Daijiajiu, Shangtouli und Song Tangjinxing
Nach dem Dading kündigen beide Familien die Heirat offiziell ihren Verwandten und Freunden an und bereiten die Hochzeitsfeier vor, indem sie die Rituale Daijiajiu und Song Tangjinxing ausführen. Einen Tag vor der Hochzeit lädt die Familie der Braut Verwandte zu einem Festessen ein, wobei Schwein, Huhn, Gans und Fisch gegessen werden, die die Familie des Bräutigams vorher geschenkt hatte. Jeder Verwandte bekommt ein Granatapfel förmiges Bonbon, das Fruchtbarkeit und Wohlstand symbolisiert, in dem Ritual bekannt als Song Tangjinxing.
Die Ji-Zeremonie war ein Ritual in alten Zeiten für junge Frauen im Alter von 15 Jahren. Das Ji ist eine Haarnadel, die eine Frau trägt, wenn sie das heiratsfähige Alter erreicht. Einen Tag vor der Hochzeitsfeier kämmt die Mutter der Braut das Haar ihrer Tochter und befestigt es mit der Ji. Der Brauch ist in Wenzhou und Umgebung bekannt als Shangtouli.
Ritual am Hochzeitstag: Liujuyin
Das Liuju bezieht sich auf die Arbeiter, die die Sachen anfertigen, die in der Mitgift der Familie der Braut enthalten sind. Darunter sind Schneider, Zimmermann, Maler, Kupferschmied und Klempner. Am Tag der Hochzeit verwenden die Arbeiter rote Schärpen, mit denen sie die Mitgift einwickeln, doch traditionell belassen sie bestimmte Dinge ungewickelt, beispielsweise den Wandschrank, bis die Begleitung des Bräutigams ihnen Geld gibt, das Liujuyin, um die Arbeit fertig zu machen. Die Arbeiter gehen dann mit der Mitgift durch die Stadt und weiter zum Haus des Bräutigams.
Quelle: cultural-china.com
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