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| 07. 11. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
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| Der Schwanensee der Akrobatikgrippe Guangdong |
Eine Ballerina macht eine Pirouette auf der Schulter ihres Partners. Und dann eine weitere auf dessen Kopf. Dies ist eine Paradeszene aus der Version des Schwanensees der Akrobatikgruppe Guangdong, die 2005 Premiere hatte. Die Kombination aus Tanz und Akrobatik hat der Gruppe, die bereits mehrere Welttourneen und 2.000 Aufführungen an Orten wie dem Royal Opera House in London, dem Kennedy Center in Washington und dem Kremlin Ballet Theater in Moskau weltweiten Ruhm eingebracht. Die Gruppe wird vom 25. bis 27. November im Beijinger Exhibition Center Aufführungen geben.
Das Konzept, Akrobatik in die Vorführungen von Tschaikowskys Meisterwerk einfließen zu lassen, kam auf, als zwei Mitglieder der Gruppe – Wei Baohua und seine Ehefrau, Wu Zhengdan – den Orientalischen Schwanensee kreierten. Der Choreograf und Regisseur der Produktion, Zhao Ming, erklärt, die Aufführung verkörpere die Dynamik des Paares und repräsentiere ein globales Coming-Out für Chinas Akrobatiktalent. "Ich habe erlebt, wie chinesische Akrobatikgruppen das Publikum im Ausland in riesigen Zelten staunen lassen", so Zhao. "Es ist an der Zeit, dass sie aus den Zelten herauskommen und auf die Theaterbühnen gehen."
Ballet kam vor 45 Jahren nach China und wird als eine Kunstform hohen Ranges angesehen. Der Schwanensee sei ein alljährlicher Favorit in China, so Zhao. Akrobatik ist eine chinesische Tradition, die auf die Westliche Han-Dynastie (206 v. Chr. 24 n. Chr.) zurückgeht und die es schwer hat, sich gegen andere Kunstformen durchzusetzen. Es sei ein riskanter Versuch gewesen, die beiden Kunstformen zu kombinieren, doch es habe beide Formen zu neuem Leben erweckt, erzählt Zhao, der 1984 modernen Tanz in New York studierte und von 1993 bis 1995 Balletttänzer im Hongkonger Ballet war. "Es ist eine neue visuelle Erfahrung für das Publikum, das die Schönheit des Balletts und die Fähigkeiten von Akrobatik schätzt", meint er.
Zhao hat auch einiges an Humor in die Aufführung eingebracht. Der berühmte Tanz der vier kleinen Schwäne beispielsweise wird nicht von gefiederten Freunden, sondern von vier kleinen Fröschen getanzt, die von Akrobatikkünstlern dargestellt werden, die auf ihren Armen tanzen. "Akrobatikkünstler lernen ohnehin Kunststücke, aber für den Schwanensee müssen sie auch Schauspielern und Tanzen lernen", erklärt er. "Der schwierige Teil für mich und die Darsteller ist, die Ziele von Tschaikowskys Musik zu erfüllen. Alles muss von der Musik kommen, die der wichtigste Teil der Aufführung ist."
Zhao schreibt den Internationalen Erfolg der Aufführung dem Talent der Darsteller zu, insbesondere von Wei und Wu. Eine komplett neue Besatzung, die von dem Ehepaar in den vergangenen sechs Jahren trainiert wurde, wird bei der Vorführung Beijing auftreten. Die Schwanenprinzessin, Yu Wanqing, und ihr Prinz, Chen Dong, verkörpern die unkonventionelle Ehe von klassischem Ballett und traditioneller chinesischer Akrobatik in ihren Aufführungen. Der Probesaal wird ganz still, wenn Yu mit vertikalem Spagat auf dem Kopf ihres Partners balanciert.
Ballerina Liu Jie spielt den Schwarzen Schwan. Die in Zhengzhou in der Provinz Henan geborene Balletttänzerin lernte bei der Ballettgruppe Shenyang, bevor sie in die Guangdonger Akrobatikgruppe eintrat. Die 19-Jährige ist auf die Ballett-Akrobatik-Aufführungsreihe spezialisiert, die nach dem Erfolg des Schwanensees kreiert wurde. "Der Trainer sagte, ich sei eine gute Ballerina, aber ich müsste von ganz vorn anfangen, um Akrobatik zu lernen", erzählt sie. "Es war echt schwierig."

Der Schwanensee der Akrobatikgruppe Guangdong
Liu und ihre Kollegen trainierten acht Stunden am Tag Schauspielern, Tanz und Akrobatik. Sie erzählt, Handstand sei insbesondere schwierig für sie gewesen, denn sie sei es gewohnt gewesen, auf ihren Füßen zu tanzen. Sie erinnert sich an das aufregende Gefühl, das sie hatte, als sie es 2008 endlich schaffte, ohne Sicherungsseile auf Schultern und Kopf ihres Partners zu rotieren.
Wu und Wei waren Kinderathleten, die auch den herausfordernden Wechsel zur Akrobatik durchmachten, als in die Guangdonger Akrobatikgruppe kamen. "Eine ähnliche körperliche Elastizität müssen sowohl Akrobaten wie auch Tänzer haben", so Wu. "Aber wenn beide Kunstformen kombiniert werden, ist das, was herauskommt, viel größer als die Summe seiner Teile. Akrobatik setzt ein hohes Level an Kontrolle voraus, während Ballett viel Eleganz, Musikalität und Ausdruckfähigkeit voraussetzt." Das Ehepaar plant, mehr talentierte Tänzer und neue Möglichkeiten für die alten Akrobatiktraditionen zu entdecken.
Quelle: german.china.org.cn
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