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12. 12. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Hochschulabsolventen stehen vor scharfer Konkurrenz für gering bezahlte Stellen

Schlagwörter: Hochschulabsolventen Stellensuche Gehalt Ausbildung Erfahrung

Eine 2010 von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften (CASS) durchgeführte Umfrage belegt, dass 89,6 Prozent der Hochschulabsolventen innerhalb von sechs Monaten eine Stelle gefunden haben, ein dreiprozentiger Anstieg im Vergleich zu der Zahl 2009.

Yang Qiongming, eine von Millionen Hochschulabsolventen, die gerade mit der Stellensuche begonnen haben, ist nicht gerade beeindruckt von den Stellenangeboten, die sie gefunden hat. "Das Anfangsgehalt meines ersten Jobs wird kaum höher als das ausfallen, was Wanderarbeiter bekommen", so die 21-Jährige nach einem hektischen Tag auf Jobmessen.

Yang's Vater, Bauarbeiter in Shanghai, bekommt rund 200 Yuan, oder 23,5 Euro, pro Tag. Als Absolventin eines vierjährigen Studiums am Hefei College in der Provinz Anhui hatte Yang eigentlich einen Job mit einem Monatsgehalt von über 3000 Yuan (351,83 Euro) erwartet - aber das war, bevor sie mit der Stellensuche begonnen hatte.

Seit Ende September sucht Yang zusammen mit weiteren 6,8 Millionen Hochschulabsolventen einen Job, und das in einer Zeit mit düsteren Aussichten für die globale Wirtschaft. Es ist nicht klar, ob der chinesische Jobmarkt, einst bekannt als die "Weltfabrik", so viele Hochschulabsolventen auffangen kann.

Eine 2010 von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften (CASS) durchgeführte Umfrage belegt, dass 89,6 Prozent der Hochschulabsolventen innerhalb von sechs Monaten eine Stelle gefunden haben, ein dreiprozentiger Anstieg im Vergleich zu der Zahl 2009. Allerdings sind drei Prozent für die derzeit suchenden Absolventen eher wenig. Statistiken zeigen, dass zwei Millionen Hochschulabsolventen, die im vergangenen Jahr keinen Job gefunden hatten, mit den diesjährigen Absolventen konkurrieren. Infolge der heftigen Konkurrenz lag das monatliche Gehalt 2010 für Hochschulabsolventen bei unter 2500 Yuan (293,2 Euro), wie die CASS-Studie belegt.

"Es wird immer schwieriger, einen Job zu finden", so Zhu Yuxi, Kunstabsolvent. "Wir müssen der Realität ins Auge sehen und bei Null anfangen." Zhu hatte Teilzeitjobs als Courier und Bauarbeiter angenommen, als er noch Student war, und meint, er würde kein Jobangebot mit geringem Anfangsgehalt ausschlagen.

Die Ausweitung der Bildung, die 1999 mit einer riesigen Welle an Leuten begann, die zur Uni gingen, wird kritisiert dafür, den Arbeitsmarkt zu übersättigen und Angst bei Stellensuchenden auszulösen, so Wang Kaiyu, Forscher an der Akademie für Sozialwissenschaften der Provinz Anhui. Wang erklärt, Hochschulabsolventen sollten geringe Löhne ignorieren und akzeptieren, dass ihre Konkurrenzfähigkeit auf lange Sicht von Ausbildung und Erfahrung abhängt und davon, wie schnell sie lernen und sich anpassen können.

"Einen Job zu finden ist nicht das Problem", so Zhao Juan, Studentin an der Universität für Agrarwissenschaften in Anhui. "Das Problem ist, dass man mit dem ersten oder mit den ersten beiden Gehältern noch nicht mal ein iPad bezahlen kann." Aber Zhao hat ihre eigene Philosophie. "Arbeit ist nur ein trivialer Teil des Lebens - man sollte für sich selbst leben", meint sie. Und mit diesen Worten kehrt sie dem derzeitigen Chaos der Jobsuche den Rücken zu und beschließt, lieber ein Masterstudium zu machen.

Quelle: german.china.org.cn

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