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27. 02. 2014 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Chinesische Fans lieben Sherlock Holmes

Schlagwörter: Benedict Cumberbatch BBC Curly Fu Sherlock Holmes

Benedict Cumberbatch ist unter den chinesischen Fans der BBC-Serie "Sherlock" zu einem Idol geworden. Sie haben ihm den Spitznamen "Curly Fu" gegeben – der Name verbindet das Image der Serienfigur mit der Aussprache von Sherlock Holmes im Chinesischen.

Benedict Cumberbatch ist mit seiner TV-Figur "Sherlock Holmes" zu einem Herzensbrecher bei chinesischen Fans geworden, die gar nicht genug bekommen können von der BBC-Serie.

Der von Cumberbatch gespielte Holmes ist nämlich nicht gerade eine sozial verträgliche Figur. Seine Stimmung schwankt beträchtlich und im Umgang mit anderen Menschen ist er nicht besonders taktvoll. Wie kann so ein Charakter nur zu einem Herzensbrecher werden? Der Schauspieler sagte über seine Figur in einem Interview: "Er hat einen Gott-Komplex. Er denkt, dass er nicht menschlich ist, also blickt auf die anderen herab und meint, dass sie ihm nicht ebenbürtig sind."

Es könnte diese unnahbare Perfektion sein, die offensichtlich anziehend wirkt. Drehbuchautor Steven Moffat erklärt, dass die originalen Geschichten von Arthur Conan Doyle viele weibliche Leserinnen hatten: "Die Damen im Victorianischen Zeitalter wussten die Ausstrahlung von Sherlock Holmes zu schätzen. Ich dachte also, es wäre interessant, eine Figur zu erschaffen, die zwar einerseits aufregend und attraktiv ist und die durch die Herzen der anderen sehen kann, aber daran eigentlich nicht interessiert ist. Und natürlich, er musste auch einen gewissen Sex-Appeal haben. Ich denke, unsere weiblichen Fans glauben alle, dass sie das Eis dieser Figur zum Schmelzen bringen können wie einen Gletscher. Sie irren sich alle – nichts und niemand kann dieses Eis erweichen."

Die Serie wurde zum ersten Mal im Jahr 2010 ausgestrahlt und war zum ersten Mal 2011 im chinesischen Internet zu sehen. Dort konnte sie 24 Millionen Klicks verzeichnen. Vor einem Monat startete auf der chinesischen Videoplattform Youku die dritte Staffel. Gleich bei der ersten Folge waren über Nacht 3 Millionen Fans dabei, die im Internet heftig über die Beziehung von "Curly Fu" und "Peanut", also dem Gehilfen Dr. John Watson diskutierten. Peanut hat im Chinesischen eine ähnliche Aussprache wie "Watson", der Spitzname der Chinesen für die zweite männliche Hauptfigur der Serie. Besonders die weiblichen Fans suchen nach Indizien für eine mögliche homosexuelle Beziehung zwischen den beiden Charakteren, sie haben in der Zwischenzeit selber die wenig schmeichelhafte Bezeichnung "rotten women" (verdorbene Frauen) bekommen.

Die wechselseitige Abhängigkeit, das gleiche Aussehen und selbst die intensiven Diskussionen zwischen Holmes und Watson necken das Publikum mit "verdorbenen" Details und Anspielungen. Dieser Ausdruck kommt ursprünglich aus dem Japanischen, wo sich "fujoshi" auf Frauen bezieht, die einen homosexuellen Subtext in TV-Sendungen oder Filmen suchen. Natürlich sind es nicht nur Frauen, die über eine unausgesprochene Anziehung zwischen dem Schnüffler und seinem Sidekick fantasieren. Seit 2010 hat Cumberbatch eine neue Generation von Fan-Fiktion inspiriert, diese Anhänger heißen im Chinesischen "Danmei". Bei solchen fiktionalen Fan-Geschichten werden Holmes und Watson zumeist als Paar beschrieben, in einer dieser Storys heißt es beispielsweise: "Sherlock foltert Watson 1000 Mal, und Watson liebt ihn immer noch wie seine erste Liebe."

In einem jüngsten Interview über die dritte Staffel sagte Mark Gatiss, der Co-Autor von "Sherlock", dass er jeden Tag "verrückte Fanpost" aus China bekommen würde, die alles andere übertreffen würde. "Normalerweise gibt es eine Diskussion darüber, was in den einzelnen Episoden passiert ist und Fragen darüber, warum wir unsere Figuren so darstellen und so weiter." Doch der Enthusiasmus der Sherlock-Fans in China hat sogar auf die Politik übergeschwappt. Als der britische Premierminister David Cameron im Dezember Beijing besuchte, war die häufigste Anfrage auf seinem Sina Weibo Account, ob er "die Veröffentlichung einer neuen Sherlock-Staffel nicht beschleunigen" könne. Den Spekulationen der chinesischen Fans bezüglich einer möglichen Homosexualität der Figur widersprach allerdings Holmes-Darsteller Cumberbatch persönlich. Nach seiner Logik sei "der Mann einfach zu beschäftigt, um Sex zu haben."

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Quelle: german.china.org.cn

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