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26. 06. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

China schützt sein größtes Waldgebiet

Die Region Linzhi im Südosten von Tibet hat Chinas am besten erhaltenes Urwaldgebiet. Jedoch bestand die Gefahr, dass dieser wertvolle Wald überrodet werden könnte.

In Tibet gibt es ein wald- und wasserreiches Gebiet, deren Landschaft mit der Südchinas vergleichbar ist. Das Terrain nennt man in China das"Südchina Tibets". Xinhua zufolge hat die Regierung des"Südchinas Tibets" eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den landesweit größten Urwald zu schützen. Beispielsweise wurden Berge mit einer Fläche von annähernd 150.000 Mu (10.000 Hektar) aufgeforstet. Darüber hinaus wurde ein Gebiet, dessen Areal 42 Prozent des chinesischen Territoriums ausmacht, unter Naturschutz gestellt. Im Übrigen ist das Abholzungskontingent an kommerziellem Nutzholz von beinahe 200.000 Kubikmetern pro Jahr in den 80er Jahren auf knapp 60.000 Kubikmeter heute gesunken.

Aufforstung geht weiter. Die Region Linzhi im Südosten Tibets ist zu 46,1 Prozent von Wald bedeckt – etwa 3,8 Millionen Hektar. Es handelt sich größtenteils um Urwald oder natürlichen sekundären Wald. Somit wird Linzhi als die größte Urwaldregion Chinas bezeichnet. Seit 1995, seit dem alle anderen Provinzen Tibet beim Aufbau unterstützen, hat Linzhi die Investitionen in den ökologischen Schutz und Aufbau aufgestockt. Dadurch ist ein System entstanden, dass der ökologische Aufbau im Mittelpunkt steht und der forstwirtschaftliche sowie ökologische Aufbau mithilfe von Schwerpunktprojekten vorangetrieben werden.

Die Region Linzhi im Südosten von Tibet hat Chinas am besten erhaltenes Urwaldgebiet. Jedoch bestand die Gefahr, dass dieser wertvolle Wald überrodet werden k?nnte.

Die Region Linzhi im Südosten von Tibet hat Chinas am besten erhaltenes Urwaldgebiet. Jedoch bestand die Gefahr, dass dieser wertvolle Wald überrodet werden könnte.

Biodiversität. Zhang Ming, Direktor des Amtes für Forstwirtschaft der Region Linzhi, behauptete, Linzhi habe landesweit oder sogar weltweit die größte Biodiversität. Seit 1995 vergrößere sich das hiesige Naturschutzgebiet kontinuierlich. Heute habe dessen Fläche bereits 3,2 Millionen Hektar erreicht. Das heutige Naturschutzgebiet entspreche einem Anteil von 42 Prozent des Territoriums Chinas und sei 16-mal so groß wie seit dem Jahr 1995 nicht mehr. Es umfasse das nationale Naturschutzgebiet des Brahmaputra-Flusstales und das staatliche Chaoyubagou-Naturschutzgebiet. Innerhalb von 14 Jahren seien 2,4 Millionen Bäume angepflanzt worden.

Zhang fügte hinzu: "Diese Projekte üben einen großen Einfluss auf den forstwirtschaftlichen Aufbau und Schutz aus. Sie haben das Ökotop verbessert und gleichzeitig die Entwicklung der Forstwirtschaft wesentlich forciert."

Nach unvollständigen Statistiken verfügt die Region Linzhi über fast 5000 Pflanzenarten und über 300 Tiearten. 96 davon sollen unter staatlichem Schwerpunktschutz stehen. Im Brahmaputra-Flusstal, dessen Meereshöhe von 200 bis über 7700 Meter liegt, sind neun senkrechte Naturzonen zu finden. Damit ist das Tal das Terrain, das weltweit die komplettesten vertikalen Berglandnaturzonen aufweist. In diesem Tal sind zwei Drittel der bislang bekannten höheren Pflanzenarten, die Hälfte der bisher bekannten Säugetierarten und vier Fünftel der bis heute bekannten Insektenarten des Hochlands von Tibet und drei Fünftel der bislang bekannten großen Myzeten Chinas vertreten.

Weiterhin meinte Zhang, dass China seit 2005 gemeinnützige Wälder in der Region Linzhi anhand ökologischer Nutzeffekte subventioniere. Jährlich investiere der Staat 1,3 Billionen Yuan (183 Milliarden Euro), um Bauern und Nomaden für ihre Verluste infolge des Waldschutzes zu entschädigen.

"Das Amt für Forstwirtschaft hat mit Bauern und Nomaden über 17.000 Verträge geschlossen. Bauern und Nomaden werden jährlich einen Schadenersatz in Höhe von mehr als 1000 Yuan (104 Euro) geleistet. Manchen Bauern werden sogar über 20.000 Yuan (2083 Euro) gezahlt. Wir haben auch noch Förster ausgebildet, um Handlungen wie Kahlschläge, Wilderei und so weiter zu verhindern." äußerte Zhang überdies.

Laut den vom Amt für Forstwirtschaft zitierten Statistiken sind bis zum Jahre 2009 insgesamt 3 Millionen Hektar Wald ins Entschädigungssystem einbezogen. Die Fläche dieses Waldes mache 38,7 Prozent des Territoriums der Region aus, so Zhang. Ein Projekt der Umwandlung des Ackerlands in Wälder, das 2003 eingesetzt hatte und in das insgesamt 32,6 Millionen Yuan (3,4 Millionen Euro) investiert worden waren, habe ebenfalls die ersten Früchte getragen.

Nutzholz. Die Forstwirtschaft hat bei der Mitberücksichtigung des Umweltschutzes gleichfalls beachtliche Schritte nach vorne gemacht. Die traditionelle Forstwirtschaft von Waldabholzung und Holztransport hat sich zu einer Branche mit einem breiten Spektrum von Zweigen entwickelt. Die Feinverarbeitung von Nutzholz habe den Mehrwert von Holzprodukten ständig erhöht, so Zhang.

Zugleich bemüht sich das Amt für Forstwirtschaft darum, nach alternativen Energien und Baustoffen zu suchen, um die Abhängigkeit von Wäldern zu verringern. Zhang brachte zum Ausdruck:"Wir fördern seit einigen Jahren die Ersetzung von Brennholz durch Solarenergie und Wasserkraft. Das erspart der Region Linzhi jedes Jahr über 100.000 Kubikmeter Wald."

Linzhi hat nicht nur das größte Urwaldgebiet Chinas, sondern auch das drittgrößte Waldgebiet Chinas. Allerdings hat Zhang betont, dass der Schwerpunkt heutzutage auf den ökologischen Forstwirtschaftsaufbau gesetzt sei. Früher sei man eher auf wirtschaftliche Interessen bedacht gewesen. Als nächstes werde die Regierung Linzhis energisch den Waldtourismus voranbringen, damit Bauern und Nomaden vom Schutz des Ökosystems und des Waldes finanziell profitieren könnten.

Quelle: Xinhua

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