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| 08. 01. 2010 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die Kohlevorräte schrumpfen stark, und der Stromverbrauch schießt in die Höhe. Einige Provinzen sind nun gezwungen, den Strom für den industriellen Gebrauch zu rationieren.
Eine Kältewelle, die sich seit Samstag in weiten Teilen des Landes ausbreitet, hat einige Provinzen gezwungen, den Strom für den industriellen Gebrauch zu rationieren. Mitarbeiter des staatlichen Stromunternehmens versicherten jedoch am Mittwoch, dass die Versorgung der Bewohner in den betroffenen Regionen nicht eingeschränkt sei. "Selbst unter extremen Bedingungen werden wir die Stromversorgung für die Bürger gewährleisten. Das ist unsere höchste Priorität", so Wang Changxing, Sprecher von Shanghai Grid, einer Niederlassung des Stromunternehmens East China Grid.
Regionen in Ost- und Zentralchina, wie die Provinzen Hubei und Jiangxi, greifen darauf zurück, den Strom für die Industrie zu rationieren, um über das eisige Wetter hinwegzukommen, dass die Stromversorgung in die Höhe hat schnellen und gleichzeitig den Kohletransport lahm gelegt hat. Allein in Hubei, einer der am schwersten betroffenen Regionen, wurden Stromrationierungen bei mehreren tausend Energie intensiven Unternehmen angewendet, beispielsweise solche aus der Hüttenindustrie und der Stahlindustrie, so Wang Chaoying, Sprecher des Unternehmens Hubei Electric Power. In Wuhan, der Hauptstadt von Hubei, hat der wachsende Stromverbrauch der Bewohner in manchen Bezirken zu teilweisem Stromausfall geführt, nachdem das Wärmekraftgenerierungssystem in einem dortigen Kraftwerk unter übermäßiger Belastung zusammengebrochen war.
Bis Ende 2009 reichten Kohlevorräte im Netzwerk von Central China Grid nur zehn Tage lang, also weniger als die empfohlenen 15 Tage, besagen offizielle Daten. Insgesamt hat China mit Stand vom 3. Januar lokal 4780 Megawatt, die mit dem Hauptnetzwerk verknüpft waren, entnommen, belegen Daten von State Grid China, dem größten Strombetreiber des Landes. Dies sind rund 0,55 Prozent der Gesamtkapazität des Landes Ende vergangenen Jahres.
Anfang 2008 brachen einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua sieben Prozent der Kohle betriebenen Stromgenerierungskapazität zusammen, weil heftige Schneefälle den Kohletransport lahm gelegt hatten. Städte in den östlichen Küstenregionen wie Jiangsu und Zhejiang zwei wirtschaftliche Zentren, haben bislang keine Stromsparungen für die Industrie eingeführt, aber dortige Behörden schlossen die Möglichkeit im Ernstfall nicht aus. Shanghai Grid bestätigte, dass der Strom in Shanghai in den nächsten Tagen nicht abgeschaltet oder reduziert werde. "Der Stromverbrauch bei Shanghai Grid fiel dank der leicht steigenden Temperaturen von 19,42 Millionen Kilowatt am Dienstag auf 19,32 Millionen Kilowatt am Mittwoch", so Wang Changxing.
"Die Knappheit an Strom wird nicht lange anhalten, da sie hauptsächlich von dem extremen Wetter hervorgerufen wird", so Dai Yande, stellvertretender Direktor des Energieforschungsinstituts, das der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform zugehört. Zhuang Jian, führender Ökonom bei der Asiatischen Entwicklungsbank in China, meint, der Ausbau von Stromgenerierungseinrichtungen, ein Resultat des 586 Milliarden US-Dollar schweren Konjunkturpakets des Landes Ende 2008, werde schrittweise dazu beitragen, die Stromknappheit auszumerzen. Ein weiterer Grund für die momentane Stromknappheit sei die Feilscherei über Preise zwischen Strom- und Kohleunternehmen, so Analysten. "Sie müssen marktorientierter sein, um Meinungsverschiedenheiten über Preisen aufzulösen", meint Zhuang. Dai wies für derartige wetterbedingte Stromknappheiten außerdem auf die Dringlichkeit eines Notfallmechanismus hin.
Der gesamte Stromverbrauch stieg 2009 um nahezu sechs Prozent auf 3.643 Milliarden Kilowattstunden, berichtete die Staatliche Energieverwaltung am Mittwoch in einer Stellungnahme auf ihrer Webseite. Auf Kohle basierende Wärmekraftwerke haben rund 90 Prozent der Versorgung des Landes generiert.
Quelle: China Daily
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