Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Natur und Umwelt Schriftgröße: klein mittel groß
29. 03. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Tod und Hunger in Chinas Zoos

In einigen chinesischen Zoos sterben Tiere, darunter auch große und vom Aussterben bedrohte Arten, aufgrund von Vernachlässigung und Misswirtschaft.

Die schockierendste Entdeckung war eine mit Tierkadavern gefüllte und seit Mitte 2009 unbedeckte Massengrube in einem Zoo im Nordosten Chinas.

Zu Beginn des Jahres waren elf Tiger in einem Zoo in der nordostchinesischen Provinz Liaoning gestorben. Weitere Fälle waren:

• Ein Zoo in Südwestchina verlieh Tiger für Zirkusaufführungen, um das Futter zu bezahlen

• Großkatzen wurden mit Hühnerknochen gefüttert, da "Fleisch zu teuer ist"

• Eine tödliche Tierkrankheit, breitete sich unerkannt in einem Zoo aus, da das Management den Tierarzt nicht zahlen konnte.

Viele dieser Probleme resultieren direkt aus Chinas Massenverstädterung der vergangenen 30 Jahre.

Mit der steigenden Flut von Menschen, die in die Städte strömen, haben Bauträger ein Auge auf Immobilien in Bestlagen gelegt, in denen die beliebten innerstädtischen Zoos traditionell untergebracht sind.

Die Nachfrage nach Land im Stadtzentrum hat viele Zoobesitzer dazu bewegt, in weiträumigere Gegenden außerhalb der Stadtgebiete zu ziehen, wo sie Lager errichten und die Tiere aus ihren Käfigen befreien können.

Allerdings liegen diese Flächen zu weit von den Ballungsgebieten entfernt oder sind für die Öffentlichkeit nur schwer zu erreichen. Als Folge davon sinken die Besucherzahlen drastisch.

"Wir wissen, dass es allen Zoos, die umgezogen sind, schlecht geht", sagte Xie Zhong, stellvertretender Generalsekretär der Chinesischen Gesellschaft der Zoologischen Gärten.

Die Gesellschaft repräsentiert derzeit 200 Zoos - doppelt so viele als bei der Gründung der Gesellschaft in den 1980er Jahren.

"Die meisten unserer Mitglieder gehören zu staatlichen Einheiten", sagte Xie. "Wir haben keine Angaben über die Anzahl der Privatzoos oder Safariparks, die in ganz China aus dem Boden geschossen sind."

Unter den Umzügen litten auch der Shenyang Forest Wild Animal Zoo, in dem elf sibirische Tiger zu Beginn des Jahres aufgrund von Mangelernährung starben und der ehemalige Harbin Zoo, heute der Harbin Northern Forest Zoo in der nordöstlichen Provinz Heliongjiang, sagte sie.

"Es scheint eine gute Sache zu sein, dass die alten Zoos durch die neuen Safariparks ersetzt werden, wo die Tiere draußen, anstatt in Käfigen leben. Die neuen Zoos sind jedoch weit von den Wohngebieten entfernt und haben weniger Besucher, die Haupteinnahmequelle der Zoos", sagte Hu Zhongping, Generalsekretär der Chinesischen Gesellschaft der Zoologischen Gärten.

"Privatisierung ist in der Regel der letzte Strohhalm, da die Regierungen die Zoos nicht mehr unterstützen".

Im Harbin-Zoo wurde eine 20 Quadratmeter große und drei Meter tiefe Grube entdeckt, in der tote Tiere abgeladen anstatt verbrannt wurden, wie es das Gesetz vorschreibt.

Dem Manager Li Xiaowei zufolge fehlte es dem Zoo an Geld für den Bau eines Tierverbrennungsofens.

14 große Tiere, darunter Tiger, Löwen und Leoparden starben dort in der ersten Hälfte 2008, sagte der Tierfütterer Zhang Xinru.

Li räumte ein, dass große Raubtiere wie Tiger, mit Hühnerknochen anstatt mit teuerem Rind- oder Lammfleisch gefüttert wurden, was die Tiere schwächte.

Ein Zooarbeiter sagte unter der Bedingung der Anonymität, dass eine mongolische Gazelle eine unidentifizierte ansteckende Krankheit aufgefangen habe, doch aufgrund mangelnden Budgets nicht von einem Tierarzt behandelt werden konnte.

Die Krankheit habe sich ausgebreitet und mehr als 20 Gazellen und Hirsche angesteckt und getötet.

Unterernährte Tiere wurden auch in der Stadt Kuerle, im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang gemeldet.

Die Zoowärterin Yan Zhanfang sagte, dass die Bedingungen im Zoo sich nach dem Wegzug aus der Stadt in einen außenliegenden Bezirk im vergangenen Jahr merklich verschlechtert hätten.

Tiger und Löwen litten am häufigsten unter Mangelernährung.

Im Xiongsen Bären- und Tigerpark, der im Jahr 1993 in der Stadt Guilin im südchinesischen Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität gegründet wurde, haben Zooverwalter einige ihrer 1500 Tiger für zirkusähnliche Aufführungen verliehen, um Geld für deren Fütterung zu erhalten.

Quelle: Xinhua

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr