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06. 09. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Immer mehr Autos auf Chinas Straßen: Die Industrie freut es – noch

Schlagwörter: Auto, China, Stau, Umwelt, Energie

Laut den neuesten Prognosen, werden im Jahr 2020 mehr als 200 Millionen Autos über Chinas Straßen rollen. Mit einem jährlichen Absatz von 30 Millionen Fahrzeugen wird gerechnet. Doch wo sollen die ganzen Fahrzeuge hin?

In Beijings-Verkehrschaos sind jetzt schon 4,4 Millionen Fahrzeuge unterwegs und die Stadt platzt bereits. Von der Beijing-Tibet Autobahn wird seit Wochen von einem sehr langen Stau berichtet, der sich nicht auflösen will. Die Infrastruktur kann mit dem schnell wachsenden Trend, nach dem eigenen Fahrzeug, einfach nicht mithalten und auch die Umwelt keucht schon heftig unter der geballten Abgaslast. "In Anbetracht von Umwelt- und Energieproblemen, werden im Moment besonders Energie sparende Autos gefördert.", erklärt Wang Fucheng, Angestellter des Ministeriums für Industrie und Technologie. China hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 sollen jährlich fünf Millionen energiesparende Autos produziert werden. Ebenfalls will man mehr als 15 Millionen der Benzin effektivsten Fahrzeuge, in die ganze Welt verkauft haben.

Ganz so einfach ist das Problem mit den "zu vielen Autos" jedoch nicht zu lösen. Denn egal wie umweltfreundlich die Fahrzeuge sind, wenn die Herstellung die Nachfrage bei weitem übersteigt, dann werden einfach zu viele Fahrzeuge produziert. Kurz, in China gibt es immer mehr Autohersteller und immer mehr Autos, die aber nicht gebraucht werden. Verursacht wird das Problem unter anderem durch Subventionen, die eigentlich die umweltfreundliche Herstellung fördern sollen.

Gegenwärtig gibt es in China etwa 250 Autohersteller, die von den staatlichen Subventionen auf umweltfreundliche Autos profitieren. Man geht aber davon aus, dass allein die fünf größten Hersteller in nur wenigen Jahren die Nachfrage des gesamten Marktes decken können. Wie sehr die Umwelt davon profitiert, wenn einfach zu viel produziert wird, ist fraglich. Die Nachfrage in China nach Fahrzeugen ist groß, aber eben nicht so groß wie die Produktion.

Der Grund für die Überproduktion ist nicht nur in den Subventionen zu suchen. Für die Provinzen ist die Automobilindustrie der Schlüssel zum Wirtschaftswachstum ihrer Region. Langfristig wird die enorme Förderung der Automobilindustrie zu Rabattschlachten am Markt, unausgelasteten Betrieben und hohen Lagerkosten führen. Die Firmen scheinen gegenwärtig aber noch dem Lockruf des Geldes zu folgen und lassen sich durch negative Prognosen, nicht von der Produktion abhalten.

Im Moment bleibt nur abzuwarten, dass der Markt selbst die Betriebe zu einem Einsehen zwingt. Welcher Überproduktionstrend uns nach Immobilien und Autos erwartet, dass wird sich noch zeigen.

Quelle: Shanghai Daily

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