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30. 12. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Chinas erstes Solarkaminkraftwerk nimmt Betrieb auf

Schlagwörter: Solar Windenergie Kraftwerk Innere Mongolei

Der Kamin, der wie ein Wasserturm aussieht, fällt in der leeren Wüste auf. Er ist ein Teil eines neuartigen Elektrizitätskraftwerks in Jinshawan im nordchinesischen Autonomen Gebiet Innere Mongolei, das Sonnen- und Windenergie kombiniert.

Der erste Bereich des Solarkaminkraftwerks, mit dem 200 Kilowatt elektrischer Strom erzeugt werden kann, nahm am 10. Dezember seinen Betrieb auf. Die 400.000 Kilowatt pro Stunde Elektrizität, die das Werk pro Jahr produziert, ersetzen bei der Stromversorgung 100 Tonnen Kohle oder bei einem Thermalkraftwerk 900 Tonnen Wasser. China bemüht sich seit langem darum, sein Versprechen einzuhalten und bis 2020 die Emissionen von Kohlendioxid pro Einheit des Bruttoinlandsproduktes um 40 bis 50 Prozent zu senken. Auf der Basis des Vorschlages des 12. Fünfjahresplans, welchen das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas Ende Oktober veröffentlicht hat, muss China seinen Energiekonsum und seine Emissionen von Kohlendioxid bereits in der Periode zwischen 2011 und 2015 reduzieren.

Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft und Technik und der Regierung des Autonomen Gebiets Innere Mongolei unterstützt. Entworfen und entwickelt wurde es von der Universität für Wissenschaft und Technik der Inneren Mongolei (IMUST) und der Technischen Universität von Madrid. "Wir brauchten drei Jahre, um die technischen Schwierigkeiten zu lösen", sagte Professor Wei Yili von der IMUST, der auch ein Mitglied des Projektteams ist.

Die Anlage besteht aus drei Teilen: Sonnenkollektoren, einem Kamin und einem Turbinengenerator. Über dem Sand wird ein Treibhaus aufgebaut, in dem sich der Sand stark aufheizen kann. Die so erzeugte heiße Luft strömt zum Kamin und treibt dort eine Turbine an. Die Energie, die im Sand gespeichert ist, könne auch noch in der Nacht die Turbine antreiben, so Wei. "Eine Besonderheit der Anlage ist, dass auch Windenergie verwendet wird. Dadurch kann das System auch im Winter noch Strom erzeugen, wenn die Sonne nur schwach scheint. So kann das System rund ums Jahr und rund um die Uhr funktionieren", sagte er.

Der Baubeginn des 1,38 Milliarden Yuan (158,3 Millionen Euro) teuren Projekts, das von einer lokalen Firma aus der Inneren Mongolei ins Leben gerufen wurde, fiel auf den Mai 2009. Die Konstruktion verläuft in drei Phasen, bei der eine totale Landmasse von 277 Hektar überbaut wird. Der Strom soll ins Netz der Inneren Mongolei und der Provinz Hebei gespeist werden, das neben den beiden genannten Provinzen auch Beijing mit Elektrizität versorgt.

Wei betonte, dass Sand bei dieser Technologie der wichtigste Bestandteil sei. Denn Sand nehme die Wärme auf und speichert sie. Deshalb sei die riesige Wüste im Westen der Inneren Mongolei der perfekte Ort, um so ein Kraftwerk aufzubauen. In Zukunft sollen noch weitere Kraftwerke der gleichen Art gebaut werden, so Wei. Auf diese Weise könne China seine 2,6 Millionen Quadratkilometer Wüste in eine "Ressource" verwandeln. "Solche Kraftwerke liefern einen großen Beitrag zum Klimaschutz: Sie sparen nicht nur Energie. Dadurch, dass große Flächen von Sand überdeckt werden, wirken sie auch gegen Sandstürme."

Quelle: Xinhua

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