Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Natur und Umwelt Schriftgröße: klein mittel groß
22. 02. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Forscher arbeiten an der Auswilderung von Pandabären

Schlagwörter: Panda Auswilderung Wolong

Wissenschaftler haben am Wochenende ein Panda-Junges in einen neuen Lebensraum verlegt. Damit ist die Auswilderung der vom Ausstreben bedrohten Tierart nach einigen Misserfolgen in den letzten Jahren wieder einen Schritt vorangekommen.

Zwei Angestellte des Naturreservats Wolong in der Provinz Sichuan legten am Sonntagmorgen das Panda-Junge Cao Gen in einen Korb, bevor sie es an seinen neuen Lebensraum transportierten. Dies ist Teil eines Programmes, bei dem die Bären lernen müssen, sich selbst mit Essen zu versorgen. Die Mitarbeiter verkleideten sich als Panda, um den Einfluss der menschlichen Intervention so gering wie möglich zu halten.

Besucher des Naturreservats Wolong in der südwestchinesischen Provinz Sichuan haben sich am Sonntagmorgen so sehr gefreut, als sie ein Panda-Junges in einem Korb sahen, dass sie nicht aufhören konnten, Fotos zu schießen. Was die fotografierenden Touristen nicht wussten: Das süße Tier soll bald in einem neuen Lebensraum ausgewildert werden. Ebenfalls erahnten sich nicht, welche beschwerliche Reise der Bär auf seinem Weg in die schneebedeckten Berge zurücklegen muss, wie Li Desheng, stellvertretender Chef des Verwaltungsbüros des Reservats, sagte.

Im Juli 2003 hatte das Wolong-Tierschutzgebiet mit einem Projekt begonnen, welches in Gefangenschaft gehaltene Pandas auf ein Leben auf eigenen Füßen vorbereiten sollte. Der erste "Absolvent" Xiang Xiang wurde im April 2006 nach einem dreijährigen Training in die freie Wildbahn entlassen. Im Februar 2007 wurde der fünf Jahre alte Panda allerdings tot aufgefunden, womit die erste Phase des Programms zum Stillstand kam. Forscher vermuten, dass Xiang Xiang abgestützt ist, als er mit anderen Mitgliedern seiner Art um Raum und Fressen gestritten hat. Dieser Fall zeige die Feindseligkeit, welche Gemeinschaften von wilden Pandas oft männlichen Außenseitern entgegenbringen, so Li.

Doch trotz dieses Fehlschlags wollten sich die Forscher nicht entmutigen lassen. Für sie machte es keinen Sinn, Pandas zu brüten, wenn es nicht gelingt, die Tiere am Ende auszuwildern. Im Juni 2010 nahm das Wolong-Naturreservat das Projekt deshalb wieder auf. Das Ziel ist, in den kommenden drei Jahren vier Pandas aufzuzüchten und einen oder zwei von ihnen später frei zu lassen.

Ein Monat später wurden vier Panda-Weibchen zu einem Trainingsareal gebracht, das sich auf 1800 Meter über Meeresspiegel befindet. Am 3. August gebar Cao Cao, eine achtjährige Pandabärin, den Jungen Cao Gen. Die Forscher, welche versuchen, Cao Gen mit so wenig menschlichem Kontakt wie möglich aufwachsen zu lassen, entschlossen sich, das Mutter-Sohn-Paar aus der Distanz mit einer Spezialausrüstung zu beobachten. Wenn es doch einen Grund gibt, näher zu kommen, tragen die Forscher Panda-Kostüme, sagte Li.

Cao Gen, der bei seiner Geburt nur 205 Gramm wog, bringt inzwischen ganze 11,6 Kilo auf die Waage. Seine wichtigste Nahrungsquelle ist noch immer die Milch seiner Mutter. Anders als in Gefangenschaft gehaltene Pandas ist Cao Gen nicht von Menschen abhängig. Wenn die Forscher in ihren Pandakostümen wegen der monatlichen Gesundheitskontrolle kommen, sind sie deswegen auch alles andere als willkommen. Das Junge knurrt und versucht, den Forschern in die Finger zu beißen, wie Huang Yan, stellvertretender Chefingenieur im Reservat, erzählt. Nachdem das Reservat erkannte, dass Cao Gen viele seiner wilden Instinkte beibehalten hat, hat es sich entschlossen, ihn und seine Mutter in das Feldtrainingsareal zu verlegen, das in 2200 Meter über Meeresspiegel liegt.

Das Areal umfasst eine Fläche von 40.000 Quadratmeter, die von einem zwei Meter hohen Stahldraht umgeben ist. Damit ist das Gebiet rund 16 Mal größer als das Gebiet, das rund 400 Meter tiefer liegt, wie Li erklärt. Um die beiden Tiere in ihrem neuen Lebensraum zu überwachen, wurden 55 Überwachungskameras installiert, so dass die Tierhüter jederzeit eingreifen können.

Für Pandas ist es am besten, wenn sie im Alter zwischen sechs und 18 Monaten lernen, in der Wildnis zu überleben, sagt der 82-jährige Panda-Experte Hu Jinchu. Die gefährlichsten Gegner von Pandas sind Leoparden. Hu empfiehlt den Panda-Aufbrütern deswegen, sich auch als Leoparden zu verkleiden und wie dieses Tier zu brüllen. Damit würden sie Cao Gen helfen, sich auf das Leben in der Wildnis vorzubereiten. Huang hat am Samstag bei einem Treffen die Vorschläge Hus angenommen.

Pandas gehören zu den gefährdetsten Tierarten der Welt. Nur rund 1600 Exemplare leben noch in der Wildnis.

Quelle: China Daily

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr