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27. 05. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Die Population der vom Aussterben bedrohten Ibisse hat um das 200-Fache zugenommen

Schlagwörter: Japanischer Ibis Aussterben Population Tierarten Schutz

Der Japanische Ibis galt einst als eine der am stärksten von Aussterben bedrohten Tierarten. Dank den unermüdlichen Bemühungen von chinesischen Wissenschaftlern sieht die Lage nach 30 Jahren jedoch bedeutend besser aus.

Vor 30 Jahren war abzusehen, dass der majestätische Japanische Ibis bald aussterben würde. Doch Liu Yinzeng ließ sich davon nicht beirren: Er begann, die Tiere zu suchen und fand in den Bergen im Nordwesten von China sieben wilde Exemplare. Als der inzwischen 75-jährige Wissenschaftler 30 Jahre später wieder an die gleiche Stelle in den Bergen von Shaanxi zurückkehrte, ließ er 20 seiner gezüchteten Ibisse frei. Dabei handelte es sich um zehn Paare im Alter von drei bis vier Jahren, die sorgsam auf das Leben in der freien Wildbahn vorbereitet wurden. "Ich habe beim Schutz der chinesischen Tierarten ein Wunder erlebt", sagte Liu.

Der Japanische Ibis ist groß und hat ein weißes Gefieder. Vor den 1930er Jahren besiedelte er weite Gebiete in Japan, China, Russland und der Koreanischen Halbinsel. Doch aufgrund von Kriegen, Naturkatastrophen, Jagd und anderen menschlichen Aktivitäten wurde seine Population seither stark reduziert. Nachdem die angeblich letzten fünf Wildvögel in Japan gefangen und eingesperrt wurden, galt die Tierart als ausgestorben.

Die chinesischen Wissenschaftler gaben jedoch nicht auf. Sie suchten weiter nach der verschwunden geglaubten Tierart und wurden am 23. Mai 1981 im Dorf Yaojiagou in der Provinz Shaanxi fündig. "In dieser Nacht sah ich einen Ibis im Himmel fliegen. Wir rannten ihm nach und konnten im Wald ein Paar mit drei Jungen finden", erinnert sich Liu. Schließlich entdeckte die Gruppe am gleichen Tag noch sieben weitere Exemplare. Die Schutzkampagne konnte beginnen. "Diese Entdeckung war für die Spezies die letzte Hoffnung", sagt Zhang Xiwu von der staatlichen Forstverwaltung.

Um die Art zu schützen, wurden strenge Regeln erlassen. "Unsere Mitarbeiter mussten jedes Küken und jedes Ei rund um die Uhr schützen. Sie brachten Messer und Schutznetze rund um die drei Jungen an, um sie vor Schlangen und anderen Feinden zu schützen", erzählte Ding Haihua, Direktor des Schutzzentrums für Japanische Ibisse in der Stadt Hangzhou. Den lokalen Bewohnern wurde auch verboten zu jagen, Bäume zu fällen, in den Bergen Sprengungen durchzuführen und Dünger zu verwenden. Dadurch konnten die Vögel zwar erfolgreich vor den Gefahren geschützt werden. Es führte aber noch nicht dazu, dass sich die Tiere weiter vermehren.

In den 1990er Jahren wurde ein Projekt zur künstlichen Aufzucht gestartet. Dies war bisher sehr erfolgreich. Sieben Generationen sind inzwischen dort großgezogen worden. "Dies ist ein erfolgreicher Fall beim Schutz von Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind", sagte Zhang Xiwu. Nachdem die Jungen erfolgreich ausgebrütet worden waren, wurden sie allmählich wieder ausgesetzt. Glücklicherweise haben sich die freigelassenen Vögel von alleine wieder vermehrt.

Der Erfolg des Programms zeigt, dass es eine Balance braucht zwischen der Wirtschaft und der Umwelt. Den Vögeln kam in den Reservaten eine besondere Sorge zuteil und die Anwohner wurden für ihre wirtschaftlichen Verluste entschädigt, die sie auf Grund der Restriktionen erlitten. Das Naturreservat erhielt zwei Millionen Yuan (217.700 Euro), um die lokalen Bauern für die schlechten Ernten zu kompensieren, die daraus resultierten, dass auf einer Fläche von 300 Hektar keine Düngemittel mehr verwendet werden durften.

Heute gibt es in China zwei Lebensräume und sechs künstliche Brutzentren für Japanische Ibisse. Die Zahl der wild lebenden Tiere ist inzwischen auf 997 gestiegen. In den Brutzentren leben weitere 620 Vögel. Zählt man die Ibisse dazu, die in Japan und Korea aufgezogen werden, leben heute weltweit insgesamt wieder 1814 Exemplare dieser seltenen Tierart.

Die einst vom Aussterben bedrohte Tierart gilt inzwischen nur noch als "gefährdet", betonte Zhang. "Dadurch, dass die menschliche Bevölkerung wächst, die Städte größer werden und die Verschmutzung und der Klimawandel ernst zu nehmender werden, sind auch neue Gefahren für die Arten entstanden. Wir müssen noch immer hart daran arbeiten, um eine harmonische Koexistenz von Menschen und Vögeln zu erreichen", sagte er.

Quelle: Xinhua

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