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| 04. 11. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Über zehn Zentimeter pro Jahr senkt sich der Boden in Beijing und Umgebung wegen einer übermäßigen Entnahme von Grundwasser. Darunter zu leiden haben Gebäude, Straßen, U-Bahnlinien und unterirdische Leitungen. Nur ein sparsamerer Umgang mit dem wertvollen Nass kann verhindern, dass die wirtschaftliche Entwicklung durch die Bodensenkungen bedroht wird.

Karikatur: Übermäßiger Grundwasserverbrach führt zur Bodenabsenkung
Das Gebäude, in dem sich einst die stationäre Klinik des Cangzhou-Volkskrankenhaus in der Provinz Hebei befand, war einmal ein dreistöckiges Gebäude. Doch im Verlaufe der Zeit sackte es soweit in den Boden ab, dass nur noch zwei Etagen aus dem Grund ragten. Inzwischen wurde der Bau abgerissen und in einen Brunnen verwandelt. Bodensenkungen oder nach unten versickerndes Land ist indes kein neues Problem in der nordchinesischen Tiefebene. Seit den 1950er Jahren gab es auf einer Fläche von rund 70.000 Quadratkilometern immer wieder Bodensenkungen, die an manchen Stellen bis zu 3,18 Meter betrugen. An gewissen Orten sinkt das Land mit einer jährlichen Rate von mehr als 100 Millimetern. Beijing, Tianjin, Tanggu und Cangzhou sind die am stärksten betroffenen Gebiete. Cangzhou hat sich seit den 1970er-Jahren um etwa 2,4 Meter gesenkt, sagte Wu Aimin von der Chinesischen Akademie zur Überwachung der geologischen Umwelt.
Es gibt eine Reihe von Faktoren, welche zu Landabsenkungen führen könnten. Da sind zunächst die natürlichen zu nennen wie tektonische Bewegungen und eine natürliche Bodenverdichtung. Es gibt allerdings auch vom Menschen verursachte Faktoren wie etwa der Abbau von Öl und Gas. Im Falle der nordchinesischen Tiefebene ist die übermäßige Entnahme von Grundwasser die anerkannte Ursache. Seit den 1980er-Jahren haben Beijing, Tianjin und Tanggu über 600 Millionen Kubikmeter Grundwasser mehr aus dem Boden gepumpt, als eigentlich akzeptabel wäre, schrieb die Chinesische Akademie der Geologischen Wissenschaften in einem Bericht. Im Haihe-Becken wurden die erlaubte Menge an Grundwasser um 100 Milliarden Kubikmeter überschritten – dies entspricht in etwa 70 Prozent des Wassers, das im Poyang-See lagert, Chinas größtem Süßwassersee. Und auch im Jahre 2010 stammten noch immer 50 Prozent der Beijinger Wasserversorgung aus dem Grundwasser.

Die stationäre Klinik eines Krankenhauses in der Provinz Hebei versank im Boden. Grund dafür ist die übermäßige Entnähme von Grundwasser.
Die Bohai-Ebene, in der sich Beijing und Tianjin befindet, trägt rund 30 Prozent zur chinesischen Wirtschaftsleistung bei. Die Bodenabsenkungen auf Grund des übermäßigen Wasserkonsums stellen die Entwicklung der Wirtschaftszone jedoch in Frage. Im Jahre 2008 ergab eine auf fünf Jahre angelegte geologische Studie, dass Bodensenkungen zu einem direkten wirtschaftlichen Verlust von fast 40,5 Milliarden Yuan (4,63 Milliarden Euro) und zu einem indirekten wirtschaftlichen Verlust von fast 292 Milliarden Yuan (33,4 Milliarden Euro) geführt haben. Da die Bodensenkungen zunehmen, werden auch die wirtschaftlichen Verluste künftig steigen.
In Beijing senkt sich der Boden mit einer maximalen Rate von 137 Millimetern pro Jahr in den wirtschaftlichen und kulturellen Boom-Regionen wie den Bezirken Chaoyang oder Haidian, schrieb Professor Yang Yan in einem Artikel für das Beijing Institut of Technology. Die Folgen der Bodensenkungen für die Gebäude, die Straßen und die Infrastruktur werden immer deutlicher sichtbar. Ein Viertel der Wasserleitungen, die seit 2000 beschädigt wurden, gingen auf Grund von Bodensenkungen kaputt. Unterirdische Leitungen stellen dabei das größte Problem dar, da diese durch die Senkungen zunächst verbogen und deformiert werden, bis sie letzten Endes ganz auseinanderbrechen.
Quelle: german.china.org.cn
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