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30. 11. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Anstehender Winter bedroht in Nordchina gefährdete Tiger

Schlagwörter: Tiger WWF Wald Wilderei

In China streunen nur noch etwa 20 Sibirische Tiger durch die Wälder. Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraums bedrohen das Überleben der seltenen Tiere weiterhin. Inzwischen wurden jedoch Schritte unternommen, um die Tiger besser zu schützen. Neben einer Aufforstung ist auch eine Kampagne im Gang, bei der Fallen großräumig entfernt werden.

In China streunen nur noch etwa 20 Sibirische Tiger durch die Wälder.

In den Wanda-Bergen, nahe der chinesisch-russischen Grenze, gibt es kaum noch Stellen mit dichtem Baumbewuchs. Jedes Tier kann aus einer Distanz von einem halben Kilometer gesehen werden. Es ist schwer vorstellbar, dass dies der Ort ist, wo sich Sibirische Tiger aufhalten, da diese in der Regel lieber dichte Wälder durchstreifen. "Noch vor einem Jahrzehnt konnten wir hier Rehe sehen, aber jetzt sind sogar Eichhörnchen selten", klagt Cao Zhiquan, Chef der Qiyuan-Baumschule unter dem Forstamt von Dongfanghong in der nordostchinesischen Provinz Heilongjiang. Der Winter ist für die seltenen Sibirischen Tiger eine schwere Jahreszeit, da ihre Beute – hauptsächlich Rehe und Wildschweine – knapp geworden ist. Manche von ihnen verhungern, andere erliegen der Kugel eines Jägers.

Die Ökologie der Wanda-Berge hat sich insbesondere wegen eines übermäßigen Abholzens verschlechtert. Obwohl die chinesische Regierung begonnen hat, den Wald zu schützen und im Jahr 2000 den Holzschlag in den Wäldern einschränkte und zeitweilig gänzlich verbot, gefährdet die unterbrochene Nahrungskette nach wie vor die vom Aussterben bedrohten Tiger-Arten, sagt Jiang Guangshun, ein leitender Forscher bei einem chinesischen Tiger-Schutz-Projekt des WWFs. "Die Zahl der Hirsche, das Lieblingsessen von Tigern, hat stark abgenommen", weiß Jiang.

Doch nicht nur Schäden an der Umwelt stellen für die Tiger eine große Gefahr dar, sondern auch die Wilderei, sagt Qiu Xiaoping, ein Polizeibeamter vom Grenzcorps der Stadt Shuangyashan. "Im Schnee lassen sich die Fußabdrücke der Tiger leichter verfolgen. Und wenn die Wilderer erst einmal die Fährte aufgenommen haben, ist es für die Tiere schwer zu entkommen", so Qiu.

Derzeit leben in China nur noch etwa 20 wilde Tiger. Laut einer Berechnung der Nachrichtenagentur Xinhua sind seit 1993 sieben Tiere gestorben. In den meisten Fällen hing ihre Todesursache mit menschlichen Aktivitäten zusammen. Der letzte Fall ereignete sich Ende Oktober. Ein 200 Kilo schwerer männlicher Tiger war mit einer Schlinge um den Hals in der Nähe der Stadt Mishan tot aufgefunden worden.

Im November vergangenen Jahres kamen Staats- und Regierungschefs aus 13 Ländern, einschließlich China und Russland, überein, sich zu einem Tiger-Schutzprogramm zu verpflichten, das vorsieht, dass sich die Zahl der Tiger in freier Wildbahn bis 2022 verdoppelt. Im vergangenen Jahr erhielten deswegen alle 13 Baumschulen unter dem Forstamt Beamte zugeteilt, die für den Tigerschutz verantwortlich sind. Gao Kejiang, ein Tigerschützer der Wulindong-Baumschule, sagte, dass er mit einem Digitalkamera und einem GPS ausgerüstet sei. "Wer immer Zeichen von Tigern findet, wird sie an uns weiterleiten", erklärt er.

Cao sagte, dass das Forstamt außerdem eine sorgfältige Kampagne durchführe, um Fallen zu entfernen, welche Tiger und deren Beute bedrohen. Das Amt sei derzeit daran, sich nach Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit internationalen Tierschutzorganisationen umzusehen. Es empfiehlt auch, Naturschutzgebiete für die Sibirischen Tiger auszuweisen.

Quelle: german.china.org.cn

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