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13. 12. 2011 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Vampirstern saugt Riesensonne aus

Schlagwörter: Vampirstern ESO Astronom SS Leporis Teleskope

Nicht nur Robert Pattinson kann als Vampir in dem Film "Twilight" das Leben der anderen aussaugen – sogenannte "Vampirsterne" können das auch. Astronomen der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben vor kurzem eine Riesensonne und ihren "gefährlichen" Begleiter beobachtet.

Aufnahme des Riesensterns (rot) und seines Vampirsterns (blau)

Astronomen in Chile haben die bislang schärfsten Bilder eines vampirartigen Himmelskörpers aufgenommen. Er zieht Materie von einem Riesenstern ab, der etwa 150 Millionen Kilometer weit von ihm entfernt ist. Dieses Zweisternsystem wird "SS Leporis" genannt. Die beiden Sterne umkreisen einander in einem Zyklus von 260 Tagen.

Am Paranal-Oberservatorium der ESO in Chile wurden vier Einzelteleskope zusammengeschaltet. Dadurch entstand ein virtuelles Superteleskop mit einem Durchmesser von 130 Metern. Es kann 50 Mal schärfere Bilder aufnehmen als das Weltraumteleskop "Hubble". "Wir haben die von den vier Teleskopen eingefangenen Bilder kombiniert und schaffen mit einer größeren Geschwindigkeit schärfere Bildern, in denen nicht nur die einander umkreisenden Sterne zu sehen sind, sondern mit denen auch das Volumen des Riesensterns gemessen werden kann", erläuterte Nicolas Blind, einer der Autoren des Forschungsberichts.

Die Temperatur des Riesensterns ist viel niedriger als die des begleitenden Vampirsterns, und fast die Hälfte seiner Masse wurde bereits von dem "kleinen Vampir" abgesaugt. "Das ist ein außergewöhnliches Zweisternsystem, bei dem sich ein ungewöhnlicher Massetransfer ereignet. Diese Transferweise unterscheidet sich grundlegend von denjenigen, die wir früher schon gefunden haben. Obwohl der Vampirstern den Riesenstern nur ganz sanft gebissen hat, saugt er ihm doch mit einer hohen Leistungsfähigkeit sein Leben aus", sagte Henri Boffin von der ESO.

Jüngsten Forschungen zufolge hat der Riesenstern ein deutlich kleineres Volumen als zuvor erwartet. Dies macht es für die Astronomen schwerer zu erklären, wie der rote Himmelskörper von seinem Begleitstern kontinuierlich ausgesaugt worden sein könnte. Manche Wissenschaftler schätzen, dass die Masse nicht von der Riesensonne zu dem Vampirstern "geflossen" ist, sondern dass die Materie in Form von Winden von der Riesensonne ausgeht und von dem Begleitstern mit dessen höheren Temperaturen eingefangen wird.

Quelle: german.china.org.cn

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