Home Aktuelles
Multimedia
Service
Themenarchiv
Community
Home>Natur und Umwelt Schriftgröße: klein mittel groß
10. 05. 2012 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Leitungswasser ist schmutziger als gedacht

Schlagwörter: Leitungswasser Wasserqualität

Chinesen kochen normalerweise das Leistungswasser ab, bevor sie es trinken. Sie glauben, dass sie es dadurch reinigen können. Ein Zeitungsbericht, der am Montag publiziert wurde, lässt nun an diesem Vorgehen Zweifel aufkommen.

Das Century Weekly, ein Magazin unter Caixin Media, berichtete am Montag in seiner Titelgeschichte, dass die Wasserqualität von mindestens 1000 Leistungswasser-Anbieter in chinesischen Städten unbefriedigend ist und berief sich dabei auf Aussagen von Song Lanhe, Chef-Ingenieur des Städtischen Kontrollzentrums für Wasserqualität, das dem Ministerium für Wohnen und Stadt-Land-Entwicklung unterstellt ist. Songs Kommentare basieren auf einer Untersuchung des Trinkwassers, die das Zentrum 2009 durchgeführt hatte. Es handelt sich dabei um die größte Studie dieser Art seit mehr als einem Jahrzehnt. "Unter den über 4000 untersuchten Werken boten mehr als 1000 Wasser an, das nicht den Anforderungen entsprach", sagte Song. Seit der Untersuchung habe sich die Qualität des Leitungswassers nicht maßgeblich verbessert.

Das Ministerium hat die Ergebnisse der Untersuchung noch nicht veröffentlicht. Im Artikel wurde daher die Vermutung ausgesprochen, dass dies bedeuten könnte, dass die Wahrheit noch sehr viel hässlicher aussieht. Der kontroverse Bericht ging sogar einen Schritt weiter und behauptete, dass die Zahl bei rund 50 Prozent liegen könnte. Es wurden jedoch keine Quellen genannt, welche diese Aussage unterstützen.

Tweets auf dem führenden Online-Portal Chinas sina.com.cn kritisierten am Dienstag die Unfähigkeit des Landes, seinen Bewohnern sicheres Trinkwasser bereitzustellen. Viele Netizen drückten ihre Enttäuschung aus und sorgten sich darüber, dass das Nass wegen den vielen Resten von Schwermetallen und organischen Materialien zu ernsthaften Erkrankungen führen könnte. Professor Wang Zhansheng von der Tsinghua-Universität erklärte, dass die Ablagerung von organischen Stoffen im menschlichen Körper zu Krebs oder gar zu Mutationen führen könnte. Im Bericht hieß es weiter, dass das Leitungswasser in den meisten Fällen wegen den hohen Kadmiumkonzentrationen nicht den Standards entspreche.

Zwischenfälle, bei denen das Wasser mit Schwermetallen kontaminiert wird, sind in dem Land, das nach einem schnellen industriellen und wirtschaftlichen Wachstum strebt, keine Seltenheit. So war beispielsweise am 15. Januar im Longjiang-Fluss in der südchinesischen Autonomen Region Guangxi eine Kadmium-Verseuchung festgestellt worden, bei der Fische in großer Menge starben. Das kontaminierte Gewässer ist ein Zufluss des Liujiangs, welcher durch Liuzhou strömt, eine Stadt mit rund 1,5 Millionen Einwohnern.

Auf Grund des wirtschaftlichen Booms in China in den letzten Jahren zeigt sich die verborgene Wahrheit, dass zahlreiche Wasserquellen massiv verschmutzt sind, immer deutlicher. Der Artikel stellte fest, dass die einfachen Methoden zur Wasseraufbereitung, die früher verwendet wurden, heute nicht mehr ausreichen, um sicheres Trinkwasser zu produzieren. Experten sind sich einig, dass man diese Probleme nur lösen kann, indem man die Wasserquellen wieder sauber bekommt. Doch dies ist eine gigantische Aufgabe, die frühestens in 15 bis 20 Jahren abgeschlossen ist.

Quelle: China Daily

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr